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Rambospiele auf Autodächern

Über vier Autos sprang und lief ein Freitaler. Er verursachte damit fast 10.000 Euro Schaden. Jetzt bekam er vom Gericht dafür einen Strafbefehl.

Erst als die Polizei eintraf, war Schluss: Ein Freitaler versuchte seine Kumpels zu beeindrucken, indem er über Autos lief.
Erst als die Polizei eintraf, war Schluss: Ein Freitaler versuchte seine Kumpels zu beeindrucken, indem er über Autos lief. © Boris Roessler/dpa (Symbolbild)

von Anne Schicht

Mit Schwung sei der 24-Jährige in Freital über die hintereinander parkenden Autos gelaufen. Er soll sogar dafür bekommen haben, von einer Gruppe Jugendlicher, die wohl daneben stand. Dann habe ein anderer aus der Gruppe versucht, sich wie in einem Actionfilm über die Motorhaube zu rollen. Das wiederum „hätte nicht ganz geklappt“. So sagte eine Zeugin vor einigen Wochen vor Gericht aus. Sie habe die Polizei gerufen und konnte dann bei einer Gegenüberstellung den Autospringer identifizieren.

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Dessen Verteidigerin Katja Reichel räumt vor dem Amtsgericht Dippoldiswalde im Wesentlichen alle Tatvorwürfe ein. Allerdings habe der Deutsche massiv Alkohol konsumiert. Später behauptet der Angeklagte, er hätte an diesem Abend einen Liter Wodka innerhalb von 15 Minuten getrunken. Er trinke häufig Schnaps, um seine dunklen Gedanken zu verscheuchen. Er sei in psychologischer Behandlung und arbeitsunfähig. Abends müsse er Tabletten nehmen.

Die Zeugen haben nach eigener Aussage an dem Abend beim jetzt Angeklagten allerdings nichts von Trunkenheit spüren können. Klar und deutlich hätte sich Fabian W. artikuliert und sich „uns gegenüber respektlos verhalten, wie das eben heutzutage so ist bei den Jugendlichen“, so eine Polizeibeamte im Zeugenstand. Vielleicht weil aus Sicht der Polizeibeamten kein Anlass bestand oder vielleicht auch, weil es einfach vergessen wurde: Ein Alkohol- oder Bluttest wurde jedenfalls nicht gemacht.

Am zweiten Prozesstag spricht der Psychiater des Angeklagten von den psychischen Auffälligkeiten im Kinder- und Jugendalter, vom impulsiven Verhalten und einer schnellen Frustrierbarkeit seines Klienten. In einer weiteren Verhandlungsfortsetzung schätzt der Bewährungshelfer im Vernehmungsstuhl des Gerichts ein, dass eine weitere Strafe auf Bewährung nur dann sinnvoll sei, wenn diese an die Bedingung geknüpft sei, seine Sucht unter Kontrolle zu bekommen.

Beim nun letzten Termin fehlte der Angeklagte unentschuldigt. Richter Christian Mansch erließ schließlich einen Strafbefehl und verhängte eine Strafe von sechs Monaten Freiheitsentzug - auf Bewährung. Außerdem muss Fabian W. sechsmal zu einer Dresdner Suchtberatungsstelle gehen. Hier soll geklärt werden, ob er eine Langzeittherapie hinsichtlich Betäubungsmittelkonsums absolvieren kann.

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