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Rammenau: Zu viele Autos auf der Dorfstraße

Seit Wochen klagen Anwohner über zu viel Verkehr im Ort, weil die B 98 gesperrt ist. Jetzt ist klar, wie hoch die Belastung tatsächlich ist.

Im Berufsverkehr fahren die Autos fast im Sekundentakt in Rammenau über die Niederdorfstraße in Richtung Goldbach und Bischofswerda. Das nervt Anwohner.
Im Berufsverkehr fahren die Autos fast im Sekundentakt in Rammenau über die Niederdorfstraße in Richtung Goldbach und Bischofswerda. Das nervt Anwohner. © SZ/Uwe Soeder

Rammenau.  Rund 1.700 Autos fahren jetzt im Durchschnitt täglich über die Rammenauer Niederdorfstraße Richtung Goldbach, Gewerbegebiet und Hofladen. Das ergab eine Zählung der Gemeinde.

An Wochentagen dürfte die Zahl der Fahrzeuge noch bedeutend höher sein, denn in die Messungen flossen auch die Wochenendtage ein. Die meisten Fahrzeuge sind im Berufsverkehr am Morgen und am Nachmittag unterwegs. "Für eine Dorfstraße ist das recht viel", sagte Bürgermeister Andreas Langhammer (Initiative für Rammenau) auf der jüngsten Sitzung des Gemeinderates. 

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Weil die Bundesstraße 98 Richtung Bischofswerda wegen Bauarbeiten gesperrt ist, nutzen jetzt viele Autofahrer den Weg über die Niederdorfstraße und Goldbach. Anwohner klagen über die Verkehrsbelastung. Verbieten könne man den Durchgangsverkehr aber nicht, betont Andreas Langhammer. "Die Niederdorfstraße ist eine Gemeindestraße. Jeder darf sie nutzen."

Die Gemeinde und die zuständige Verkehrsbehörde in Bischofswerda reagierten bereits, indem sie ein Fahrverbot für Lkw erlassen haben. Landratsamt und Polizei führen Geschwindigkeitsmessungen durch. Weitere Maßnahmen könnten folgen, etwa Tempo-Poller nahe der Bushaltestellen,  damit dort langsamer gefahren wird. Auf der Niederdorfstraße gilt bereits seit Jahren Tempo 30.  

Smiley zählt Fahrzeuge

Gemessen wurde die Zahl der Fahrzeuge durch die Smiley-Anlage, die die Gemeinde vor Kurzem an  dieser Straße aufgestellt hat. Sie ist täglich von 6 bis 19 Uhr in Betrieb und zeigt Autofahrern nicht nur an, wie schnell sie fahren, sondern zählt auch die Fahrzeuge und registriert Geschwindigkeitsüberschreitungen - allerdings ohne Folgen für die Autofahrer. Trotzdem sind diese Daten eine wichtige Grundlage für die Gemeinde, um gegenüber Polizei und Landratsamt auf weitere Kontrollen zu bestehen. 

Die Straßenbauarbeiten auf der B 98 dauern bis zum Spätsommer nächsten Jahres. Vorschläge, die Niederdorfstraße zur Anliegerstraße zu erklären oder im Interesse der Verkehrsberuhigung eine Regelung "Rechts vor links" einzuführen, seien nicht praktikabel, sagt der Bürgermeister. Denn das Antragsverfahren würde zu lange dauern. So bleibt nur der Appell an die Autofahrer, Rücksicht zu nehmen und langsam zu fahren. (SZ/ir)  

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