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Rampe sorgt weiter für Ärger

Nun erheben auch Pächter von Kleingartenanlagen ihre Stimme. Sie fordern eine Umplanung der Trassenführung am Haltepunkt.

Von Wolf Dieter Liebschner

Seit rund 18 Monaten wird rings um den S-Bahn-Haltepunkt Neusörnewitz gebaut. Die Deutsche Bahn legt dort neue Bahnsteige an. Bis Ende Mai sollen die Arbeiten hier abgeschlossen sein. Doch die geplante Rampe für die Auffahrt von Bussen zur Überführung über die Gleise sorgt weiter für Aufregung. Nun machen nicht nur Verkehrsfachleute, die sich um die Sicherheit sorgen, mobil, sondern auch Kleingärtner aus der Umgebung.

Charlotte Meentzen
Pioniergeist und Weitblick in Naturkosmetik vereint
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Für Hautbedürfnisse gilt dasselbe wie für Beziehungen oder Arbeitssituationen: Die richtige Balance sorgt für langfristiges Wohlbefinden. Charlotte Meentzen hat schon damals verstanden, dass schöne Haut am erfolgreichsten zusammen mit dem Geist gepflegt wird.

Sechs Kleingärten gibt es in unmittelbarer Nähe der Brücke auf der Bahnhofsseite. Sechs weitere wurden im Zuge der Bauarbeiten beseitigt. Einer davon gehörte dem Sörnewitzer Klaus Artelt. Doch immer noch fühlt er wie ein Kleingärtner. „Wir fühlen uns durch die Bauarbeiten in der Ruhe gestört“, sagt er.

In der Tat geht es recht laut zu. Doch der Lärm ist lediglich eine temporäre Belästigung. Er geht vorüber. Das wissen Artelt und auch Gartenpächter Jens Körner. Ihnen geht es um mehr als nur um Lautstärke. Nicht zu Unrecht bezeichnen sie die Gärten als grüne Lunge. Davon sei nun im Zuge der Bauarbeiten bereits die Hälfte verschwunden. Einen Ausgleich dafür habe es nicht gegeben.

Körners Garten ist zwar nur acht Meter breit, aber immerhin 50 Meter lang. Für ihn ist es eine Horrorvorstellung, dass entlang seiner Gartenbegrenzung Parkplätze eingerichtet werden. Außerdem sei vor Beginn der Bauarbeiten gesagt worden, dass die Sörnewitzer Straße nicht mehr durchführend sei. Dies sei nun aber mit dem Bau der Rampe hinfällig. Genau über die Sörnewitzer Straße, die vorbei an den Gärten führt, werden dann auch die Busse zur Rampe hinauf auf die Brücke geleitet. Und direkt vor den Gärten würde auch noch eine Haltestelle platziert.

Womit die beiden Gartenfreunde wieder zurück zur Lärmbelästigung kommen. Denn sie können sich schon jetzt die Lautstärke lebhaft vorstellen, die erreicht wird, wenn der Bus nach der Abfahrt von der Haltestelle aus dem Stand die Rampe erklimmen muss. „Hier wird ein Monster geschaffen, das bei besserer Planung eigentlich überhaupt nicht notwendig gewesen wäre“, sagen Artelt und Körner.

Körner räumt zwar ein, dass er die Planungsunterlagen eingesehen habe, „aber erklärt hat mir diese komplizierte Geschichte keiner“. Sowohl der Kleingärtner als auch Artelt wollen, dass das Projekt umgeplant wird. „Wir unterstützen die Stadt Coswig und die Verkehrswacht Meißen, die auch dieser Meinung sind.“ Kein Verständnis haben beide für die Haltung des Landratsamtes, das eine Umplanung für unmöglich hält. Würde alles noch einmal auf den Kopf gestellt, könnte sich der Bau der Anbindung um mehrere Monate, wenn nicht sogar Jahre verzögern. Und es würden zusätzliche Kosten entstehen, für die die Stadt Coswig aufkommen müsste (SZ berichtete).

Die Gegner des Rampenbaus sehen vor allem dort Gefahren, wo die Rampe in die Fahrbahn auf der Brücke mündet. Pkw-Fahrer würden auf einer Brücke keine Straßeneinmündung vermuten. Sie schlagen deshalb vor, die derzeitige Behelfsstraße, über die zurzeit Baufahrzeuge zum Haltepunkt fahren, auszubauen. Die Baustraße mündet am Fuß der Brücke auf die Cliebener Straße. Das Ein- und Ausfahren wäre dort sicherer und übersichtlicher. Der Platz dafür wäre vorhanden.