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Raschke will’s wissen

Bröcklige Treppen und Wege beschäftigen den Rathauschef auf seinem ersten Rundgang in diesem Jahr.

© hübschmann

Von Harald Dassler

Diesen Weg bin ich schon gegangen, als ich noch den Kindergarten im Roten Haus besuchte“, sagt Petra Geneis. Am Fuß des Quellwegs zeigt sie Meißens Oberbürgermeister Olaf Raschke die Treppen, die hinauf und am Klingertal entlang zur Nossener Straße führen. Der Weg ist sehr abschüssig und ungepflegt. Älteren Leuten fällt es immer schwerer, ihn zu nutzen.

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Wegen solcher Kontakte und Begegnungen mit den Meißner Bürgern ist Olaf Raschke am Mittwoch drei Stunden lang in der Altstadt unterwegs. Gemeinsam mit Mitarbeitern aus verschiedenen Ämtern spaziert er in der Nachmittagssonne durch Burgstraße, Hohlweg, Röhrengasse, Schreberstraße durchs Rauhental zum Steinberg sowie durch Görnische, Schlosser- und Rosengasse. Das bietet reichlich Gelegenheit zu schauen, wie es um diese Teilen der Stadt bestellt ist. Und vielleicht lässt sich auch Abhilfe auf den Weg bringen bei Dingen, die den Einzelnen ärgern. So wird allerhand notiert, telefoniert, diskutiert.

Das von Frau Geneis angesprochen Problem löst sofort mehrere Telefonate aus. Wirtschaftsförderer Martin Raupp bringt in Erfahrung, dass der Weg am Klingertal auf Grundstücken von vier verschiedenen Eigentümern liegt. Der OB beauftragt Ordnungsamtschef Markus Renner, sich mit ihnen in Verbindung zu setzen, sie aufzufordern ihren Teil des Weges in Ordnung zu bringen.

Kein Geld für steilen Abstieg

Für die Schreberstufen, über die der amtliche Rundgang ebenfalls führt, hat die Verwaltung unterdessen eine Entscheidung getroffen: Als der steile Abstieg erreicht ist, gibt der OB bekannt, dass die Stadt die etwa 400 000 Euro, die für die Reparatur von Stützmauern und Stufen erforderlich sind, nicht hat. Deshalb soll der Weg, den nur wenige Meißner nutzen, mit einem Schild „Betreten auf eigene Gefahr“ versehen, de facto gesperrt werden.

Am Steinweg wartet Wilfried Börner vor seinem Haus auf die Leute aus dem Rathaus. „Schauen Sie sich das doch mal an“, sagt der Anwohner und zeigt auf den Gehweg. Seit hier vor zehn Jahren ein Erdkabel verlegt wurde, bietet der Bürgersteig einen Anblick, für den man sich schämen müsse, so Wilfried Börner. Ausbessern kann der Bauhof hier in kurzer Zeit, sagt der OB. Die Probleme an dieser Straße sind damit aber keinesfalls gelöst. Dazu gehört, dass es für Gebäude wie die frühere Reichmühle zwar Pläne gibt – aber nicht mehr. Würden sie umgesetzt, wie bereits vor Jahren in der Stadtverwaltung vorgelegt, dann könnte sich die Stadt im Zuge der Bauarbeiten um die Sanierung der maroden Straße und Gehwege kümmern, erklärt der OB, warum sich derzeit nicht mehr als Flickschusterei lohnt.

Hier hat’s geklappt

An der Baustelle der neuen Kita in unmittelbarer Nachbarschaft der alten Ziegelei hatte Olaf Raschke zuvor gezeigt, was in dieser Stadt möglich ist. Das städtische Bauprojekt habe auch dafür gesorgt, dass die Gegend für weitere Bauherren attraktiv wird. Davon kündet auch der erste Rohbau am Eigenheim-Standort an der Grubenbahn. Außerdem gibt es neue Hoffnungen für das Gelände der früheren Ziegelei. In Verhandlungen mit der Unteren Denkmalschutzbehörde habe die Stadt erreicht, dass nicht das gesamte Werk sondern nur der Hoffmann'sche Ringofen als Denkmal erhalten werden soll. Damit werde das Areal für Investoren und Projektentwickler wieder interessant.