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Raser füllen die Kreiskasse

Der Landkreis Sächsische Schweiz kassierte 2007 rund 1,7 Millionen Euro Bußgelder. Der Hauptteil stammt aus Verstößen gegen das Tempolimit.

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Von Thomas Möckel

Das Landratsamt Sächsische Schweiz hat im vergangenen Jahr insgesamt rund 1,7 Millionen Euro an Bußgeldern eingenommen. Damit blieb die Summe gegenüber dem Vorjahr etwa konstant. 2006 waren es rund 1,66 Millionen Euro.

Auch wenn die Behörde diese Einnahmen nicht genau nach Delikten aufschlüsselt: Der Hauptteil der Bußgelder stammt aus Verstößen gegen das Tempolimit.

Von 64907 eingeleiteten Bußgeldverfahren im Jahr 2007 betrafen 55374 Verfahren Geschwindigkeitsüberschreitungen. Die Tendenz zeigt leicht nach oben. In den zwei vorangegangenen Jahren lag die Zahl der Verfahren zum Teil deutlich darunter (siehe Kasten).

Der Grund für den Anstieg: 2006 wurde die Blitzanlage in Bonnewitz auf beide Straßenseiten erweitert, 2007 ließ das Landratsamt den Blitzer aus Postelwitz an die Ortsgrenze zu Bad Schandau versetzen. „Dadurch verzeichneten wir bedeutend mehr Einnahmen“, sagt Mario Kusch, Fachgruppenleiter Sicherheit und Ordnung im Landratsamt.

Fotografiert werden die Raser derzeit von vier stationären Anlagen im Landkreis – auf der B172 in Pirna bei Möbel Graf, in Struppen Siedlung, auf der B172 an der Ortsgrenze zwischen Bad Schandau und Postelwitz sowie in Bonnewitz. Wie viele eilige Kraftfahrer an den einzelnen Standorten in die Radarfalle tappten, hat das Landratsamt jedoch statistisch nicht erfasst.

Mit 103 km/h durch Schmilka

Zu den stationären Blitzern kommen noch die mobilen Kontrollen hinzu. An 380 verschiedenen Stellen im Kreis ließ die Behörde 2007 die Geschwindigkeit messen. „Wir sehen das als wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit an“, sagt Kusch. Bevorzugt postierten sich die Tempo-Messer vor Schulen und Kindergärten.

Dabei registrierten sie einen wichtigen Umstand: Die Zahl extremer Geschwindigkeitsüberschreitungen blieb vergleichsweise konstant niedrig. 2007 fuhren beispielsweise 33 der gemessenen Fahrzeuge bis zu 100 Stundenkilometer schneller, als an der jeweiligen Stelle erlaubt ist.

Hierbei zeichnet sich auch ein Trend ab. Die Masse der eingeleiteten Verfahren liegt im Verwarnbereich, nur ein kleiner Teil im Bußgeldbereich. Verwarnt wird, wer bis zu 30 Stundenkilometer schneller als erlaubt fährt –mit einem Verwarngeld bis maximal 35 Euro. Wer rasanter unterwegs ist, riskiert ein Bußgeld, Punkte in Flensburg und ein Fahrverbot.

Insgesamt 488 Fahrverbote verhängte der Landkreis im vergangenen Jahr. In 465 Fällen wurden Kraftfahrer für einen Monat Fußgänger, in 14 Fällen für zwei Monate und in neun Fällen für drei Monate. „Auch diese Zahl ist in den vergangenen Jahren nahezu konstant geblieben und hat sich bei rund 500 Fahrverboten pro Jahr eingepegelt“, sagt Kusch.

Dass sich dahinter auch eklatante Verstöße verbergen, zeigt ein Fall aus Schmilka. Das höchste zu entrichtende Bußgeld im vergangenen Jahr – 425 Euro – sowie drei Monate Fahrverbot verhängte das Landratsamt gegen einen Autofahrer, der es offenbar besonders eilig hatte. Ein mobiler Messtrupp blitzte den Raser mit 103 Stundenkilometern in einer Tempo-30-Zone in Schmilka.

An derart sensiblen Standorten will der Landkreis auch 2008 verstärkt die Geschwindigkeit von Kraftfahrern kontrollieren. Neue, stationäre Blitzanlagen zu errichten, sei jedoch vorerst nicht geplant, so Kusch.