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Raserei bleibt Crash-Ursache Nummer Eins

Die Polizeidirektion hat ihre Unfallbilanz für 2013 vorgelegt. Fazit: Es gibt keinen Grund zur Entwarnung.

© Christian Essler/xcitePRESS

Von Sebastian Frey

Die Verkehrsunfallbilanz von Ostsachsen liegt vor. Die gute Nachricht zuerst? Es gab auf den Straßen der Polizeidirektion Görlitz weniger Verletzte oder gar Getötete als im Jahr zuvor. Polizeipräsident Conny Stiehl: „Klar ist aber auch: Fehlerquelle Nummer Eins für Verkehrsunfälle ist und bleibt der Mensch.“ Denn die schlechte Nachricht ist: Es gibt immer noch viele, zu viele Crashs. Zu viele Menschen kommen nicht sicher an ihr Ziel. Die SZ stellt den Unfallbericht näher vor:

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Häufigkeit der Unfälle in etwa auf Vorjahresniveau

Die Gesamtzahl der im Jahr 2013 polizeilich registrierten Unfälle in den Landkreisen Bautzen und Görlitz betrug 16.480. Damit reduzierte sich die Anzahl der Kollisionen im Vergleich zum Vorjahr nur marginal um 129 Fälle bzw. 0,8 Prozent. Je 100 000 Einwohner ereigneten sich statistisch also 2.863 Verkehrsunfälle.

Weniger Verkehrsteilnehmer

wurden bei Unfällen verletzt

2013 sind deutlich weniger Menschen bei Verkehrsunfällen in unserer Region verletzt worden. Von 2.299 Verunglückten verstarben 38 Personen und damit acht Menschen weniger als noch im Vorjahr. Die Zahl der Schwerverletzten sank um 3,6 Prozent von 613 auf 591, etwa neun Prozent betrug der Rückgang an Personen, die leicht verletzt wurden (1.835 auf 1.670).

Hauptunfallursachen bleiben Raserei, Vorfahrt, Alkohol oder Drogen

Die meisten Crashs ereigneten sich auch 2013 durch überhöhtes oder nicht angepasstes Tempo. Etwa jeder fünfte Unfall mit Verletzten geschah deshalb. Bei jungen Fahrern (18-24 Jahre) war sogar jeder dritte Unfall mit Personenschaden die Folge zu schnellen Fahrens. Ähnlich hoch mit etwa 19 Prozent ist der Anteil von Unfällen nach Vorfahrtsfehlern. Auf den Rängen folgen unzureichender Sicherheitsabstand und Alkohol- bzw. Drogenkonsum als Ursache. Jeder zwölfte Unfall mit Verletzten oder gar getöteten Verkehrsteilnehmern geschah, weil die Fahrer berauscht waren.

Weniger Radfahrer als bisher wurden Opfer von Verkehrsunfällen

Der Anteil an Verkehrsunfällen beteiligter Kradfahrer lag im vergangenen Jahr mit 156 Fällen fast gleich hoch wie im Jahr zuvor. Von ihnen verursachten 100 Lenker die Kollisionen selbst. In den Landkreisen Bautzen und Görlitz starben drei Kradfahrer im Straßenverkehr. Dagegen waren weniger Radfahrer an Verkehrsunfällen beteiligt. Die Polizeidirektion Görlitz registrierte im Jahr 2013 insgesamt 341 leicht verletzte, 144 schwer verletzte sowie vier tödlich verletzte Radfahrer.

Jeder fünfte Unfall im Bereich der Polizeidirektion ist ein Wildunfall

Mit einem Anteil von 20,5 Prozent war 2013 jeder fünfte von der Polizei in der Oberlausitz registrierte Verkehrsunfall ein Zusammenstoß mit Wild. Die Anzahl sank leicht von 3 420 auf 3 372. Besonders die waldreichen Regionen der Landkreise Bautzen und Görlitz nördlich der BAB 4 sind hiervon betroffen. Im Revierbereich Weißwasser war gar jeder zweite Verkehrsunfall ein Wildunfall.

Unfallfluchten beschäftigen die Polizei im Grunde jeden Tag

Jeden Tag werden der Polizei in den Landkreisen Bautzen und Görlitz statistisch etwa neun Sachverhalte gemeldet, die den Tatbestand der Verkehrsunfallflucht gemäß Paragraf 142 Strafgesetzbuch erfüllen. In der breiten Masse handelt es sich dabei um Parkrempler oder Außenspiegelkollisionen im Begegnungsverkehr. Derartige Sachverhalte bewegen sich im Drei-Jahres-Vergleich auf etwa gleichbleibendem Niveau. Mehr als jede dritte Straftat in diesem Deliktfeld klärte die Polizei auf. Voraussetzung dafür sind allerdings nicht selten Zeugenhinweise zum Verursacher. Bleiben diese aus, ist es für die Ermittler nur schwer möglich, die Straftat aufzuklären.

Die Polizei hält an den Kontrollen auf den Straßen unbedingt fest

Die Beamten der Polizeidirektion Görlitz führten im vergangenen Jahr 1.806 Kontrollen zur Bekämpfung der Hauptunfallursache Geschwindigkeit durch. Dabei waren 25 471 Kraftfahrer zu schnell unterwegs. Etwa jeder fünfte von ihnen wurde vor Ort im Rahmen einer Anhaltekontrolle von Polizisten gestoppt. Dabei besprachen die Beamten das jeweilige Fehlverhalten zur Erhöhung des erzieherischen Effektes unmittelbar mit den Betroffenen. Insgesamt wurden 56 396 Verkehrsordnungswidrigkeiten festgestellt. Dabei wurden 979 Handyverstöße registriert sowie 7.321 Gurtmuffel ertappt. Polizeipräsident Conny Stiehl: „Unsere Streifenbeamten und die Mitarbeiter der Verkehrsüberwachung werden auch weiterhin Zeit für Verkehrskontrollen aufbringen.“