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Rassistischer Angriff in Sebnitz: Elfjährige verletzt

Ein irakisches Mädchen wurde von zwei Jugendlichen angegriffen, zu Boden geworfen und getreten. Die Täter sagten ihr eindeutige fremdenfeindliche Worte.

Der Marktplatz in Sebnitz
Der Marktplatz in Sebnitz © www.pixabay.com

Sebnitz. Der Vorfall erschüttert. Wie erst jetzt bekannt wurde, ist am Freitagnachmittag in Sebnitz ein irakisches Mädchen von zwei Personen angegriffen und verletzt worden. 

Wie die Polizei am Sonntag mitteilt, rissen die Jugendlichen, zwei Deutsche,  der Elfjährigen vor dem Lidl auf der Gartenstraße zuerst das Tuch vom Kopf. Die weibliche Täterin (17 Jahre) zerrte anschließend den Haaren des Mädchens und brachte es so zu Fall. 

Am Boden liegend wurde die 11-Jährige von dem männlichen Täter (16 Jahre) zweimal getreten, während ihr von der Angreiferin der Mund zugehalten wurde. Dabei sagten die Jugendlichen: „Was wollt ihr hier bei uns, macht Euch zurück in Euer Land!“. Das Mädchen wurde dabei leicht verletzt.

Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) verurteilte die Tat. "Solche Übergriffe sind unerträglich", sagte sie in Dresden. "Nicht nur, dass hier ein paar Halbstarke ein kleines Mädchen attackierten, offensichtlich ist es auch noch rassistisch motiviert." Köpping machte dafür auch eine immer stärker vergiftete Debattenkultur verantwortlich und forderte: "Das verbale Zündeln von AfD und Pegida muss ein Ende haben!"

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Die Angaben zur Tat beruhen auf der Strafanzeige des Opfers. Es gebe derzeit keinen Grund, an der Glaubwürdigkeit des Opfers zu zweifeln, sagte ein Polizeisprecher. Die mutmaßlichen Täter seien aufgesucht worden und machten bisher von ihrem Recht zu Schweigen Gebrauch. Gegen die beiden wird unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. (SZ mit dpa)

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