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Sebnitz

Neue Chefin für die Kunsthandwerker

Enkelin Juliane Buschmann übernimmt die Führung bei Ratags in Langenwolmsdorf. Ihren Ursprung hat die Firma an einem Küchentisch.

Außenansicht des Kunsthandwerkhaus Ratag Holzdesign in Langenwolmsdorf.
Außenansicht des Kunsthandwerkhaus Ratag Holzdesign in Langenwolmsdorf. © Daniel Schäfer

Die langjährige Geschäftsführerin und Unternehmensgründerin Gitta Heider übergab die Geschäfte nach fast 33-jähriger Tätigkeit an ihre Enkeltochter Juliane Buschmann. Die gesamte Belegschaft war kürzlich in die Kellerbar der Bauernwirtschaft am Firmenstammsitz in Langenwolmsdorf eingeladen, um an diesem historischen Augenblick teilhaben zu können. 

1987 als Zwei-Mann-Unternehmen gegründet, konnte sich Ratags-Holzdesign nach dem Mauerfall und der politischen Einheit Deutschlands international als Marke etablieren und zum führenden Hersteller für innovative Schwibbogen werden. Mit der Erfindung des Doppelschwibbogens durch die Firmengründerin Gitta Heider wurde eine neue Ära des Schwibbogens eingeleitet. Zum 30-jährigen Firmenjubiläum im Jahr 2017 holte sie ihren  allerersten Schwibbogen wieder hervor. Den hatte sie damals in einem kleinen Raum ihres Hauses in Hinterhermsdorf selbst ausgesägt. Die gelernte Zahntechnikerin hatte sich nach 19 Jahren im Beruf gerade entschieden, ihr Hobby, das Kunsthandwerk, zum neuen Job werden zu lassen. Am 1. März 1987 bekam sie die Gewerbeerlaubnis dafür. Gemeinsam mit ihrem Mann begann sie im Sebnitzer Ortsteil  Hinterhermsdorf, zu sägen und zu drechseln.

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Am Küchentisch wurden Osterhasen und Räuchermänner bemalt. Bald kam eine kleine Ausstellungsfläche mit Geschäft hinzu. Familie Heider war vor allem auch auf vielen Märkten unterwegs. Die Auftragslage war gut. Vor allem ihre eigene Erfindung, der doppelte Schwibbogen mit kleinen Lämpchen dazwischen, war der Renner. Gitta Heiders Erfindergeist steht für eine Vielzahl an Patenten, Gebrauchs- und Geschmacksmustern. 2005 wurde sie mit dem großen Preis des Mittelstandes – dem Oskar – als Unternehmerin des Jahres ausgezeichnet.

Irgendwann entdeckte die Familie den verfallenen Bauernhof fast am Ortsende des Stolpener Ortsteiles Langenwolmsdorf. Das sollte die neue Produktionsstätte des Unternehmens werden. Gemeinsam wurde geschuftet, Schutt und Müll heraus geschafft und neu gebaut. Doch mit der Wende änderte sich das Kaufverhalten. Die Leute wollten keine Holzfiguren mehr. Also wurden im Hause Heider Geländersprossen gedrechselt.  Doch mit der Zeit erholte sich der Markt und die Menschen wollten sich offenbar auch wieder am Kunsthandwerk erfreuen. Und da hatte Gitta Heider sozusagen den richtigen Riecher. 1996 wurde die Firma dann komplett nach Langenwolmsdorf verlegt. Mehrere Filialen so in Dresden, Bautzen und Sebnitz kamen dazu.  Ihre Vision “Ein Stück heile Welt – Kunst und Handwerk ideal vereint” konnte sie Dank ihres unternehmerischen Geistes verwirklichen konnte. Große Fußstapfen in die ihre Enkelin Juliane Buschmann nun getreten ist.

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