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Rathaus-Planer beschuldigen Stadt

Nicht sie, sondern die Stadt selbst hätte die Sanierungskosten fürs Rathaus in die Höhe getrieben.

Von Sandro Rahrisch

Die Planer der Rathaussanierung wollen sich nicht als Kostentreiber hinstellen lassen. Nachdem die Stadt der Arbeitsgemeinschaft (Arge) am Dienstag gekündigt hatte, haben sich die Planer gestern in einer Stellungnahme zu den Vorwürfen geäußert. „Das Projekt wird nicht teurer, als es die Arge schon im Frühjahr 2010 der Stadt vorgerechnet hat“, heißt es darin. Die Stadt hätte die notwendige Summe aber nie dem Stadtrat mitgeteilt, demzufolge wäre das benötigte Geld auch nicht im Haushalt eingeplant worden. Ursprünglich sollte der erste Bauabschnitt 25 Millionen Euro kosten, jetzt sind es knapp 38 Millionen.

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Das Rathaus hätte von sich aus ein Limit festgelegt, das der tatsächlichen Berechnung der Planer widersprechen würde, heißt es weiter. Die Stadt selbst hätte immer wieder neue, kostentreibende Änderungswünsche geäußert, insgesamt 89.

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Linken-Stadtrat Tilo Wirtz nennt die fristlose Kündigung einen schweren Fehler. „Wenn überhaupt, hätte man einen Aufhebungsvertrag mit einer geordneten Übergabe der Baustelle abschließen müssen“, sagt er. Für den SPD-Fraktionsvorsitzenden Peter Lames stellt sich die Frage nach der Verantwortung des Finanzbürgermeisters. „Denn die Planer hatten ein Vorhaben zu steuern, das vom Bauherrn sehenden Auges kleingerechnet, unzureichend vorbereitet und unterschätzt worden ist.“ Die Stadt sucht jetzt nach einem neuen Planungsbüro. In der Zwischenzeit soll das Hochbauamt die Arbeiten fortführen.