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Rathaus sammelt über 200 illegale Obi-Plakate ein

Weil der Baumarkt-Konzern ganze Straßenzüge mit Werbung zugepflastert hat, muss er nun ein Bußgeld zahlen.

Von Tobias Wolf

Es dürfte bei den derzeitigen Temperaturen kein vergnügungssteuerpflichtiger Job gewesen sein: Mitarbeiter des Straßen- und Tiefbauamtes haben bis gestern insgesamt 215 illegal aufgehängte Plakate des neuen Seidnitzer Obi-Baumarktes von den Straßen im Dresdner Osten und Süden entfernt und sichergestellt. Dieser war in der vergangenen Woche in den früheren Räumen des Max-Bahr-Marktes auf der Bodenbacher Straße neu eröffnet worden.

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Außerdem seien zwei große Werbeaufsteller umgelegt worden, sagt Straßenbauamtschef Reinhard Koettnitz. Diese müsste der Konzern selbst beseitigen. Für den Einsatz der städtischen Mitarbeiter erwartet Obi jetzt eine Kostenrechnung, so Koettnitz weiter. Die Höhe stehe noch nicht fest, sondern werde noch nach Aufwand berechnet. Nach SZ-Informationen dürften die Kosten im vierstelligen Bereich liegen.

Es komme selten vor, dass ein Unternehmen in einer solchen Größenordnung ohne Genehmigung plakatiere, so Straßenbauamtschef Koettnitz. Das sei sonst eher bei Wahlwerbung üblich. Bei Parteienwerbung berechne die Stadt fünf Euro Aufwandsentschädigung für jedes Plakat, das die Mitarbeiter des Straßenbauamts entfernen müssen. Zusätzlich habe das Rathaus ein Bußgeldverfahren eingeleitet, weil Obi im Vorfeld der flächendeckenden Werbeaktion keine Genehmigung beantragt hätte. Bis zu 500 Euro kann die Stadt dabei verhängen. Hätte der Baumarktkonzern vor der Werbeaktion eine Genehmigung beantragt, wären nur zwischen 25 und 500 Euro Gebühren fällig gewesen.