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Rathen bietet Wirtin neues Hinweisschild an

Sieben Schilder werben für die Margaretenhöhe. Die Gäste machen dennoch einen Bogen um das Café – auf einem Wanderweg.

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Von Heike Sabel

Die Margaretenhöhe in Rathen hat schon bessere Zeiten erlebt. Doch dass das allein an einem Wanderschild und mangelnder Werbung liegt, bezweifelt der Gemeinderat.

Die Wirtin Cornelia Gillert hatte sich unter anderem in der Sächsischen Zeitung beklagt, dass ein Wegweiser die Wanderer im Bogen um ihr Haus führe. Sie wollte daraufhin verstärkt mit Bildern für ihr Café mit dem herrlichen Ausblick werben. Doch dafür sieht der Gemeinderat keinen Grund.

Bürgermeister Thomas Richter (parteilos) hat insgesamt sieben Schilder mit einem Vermerk auf das Café im Ort gezählt. Ein kommunales steht am Abzweig zum Amselsee. Für dieses bieten Rat und Verwaltung Cornelia Gillert nun einen Kompromiss an. Sie könne das Schild erneuern. Derzeit steht zwar etwas von einer einzigartigen Aussicht darauf, dass es sich aber um ein Café bzw. eine Gaststätte handelt, ist nur dem stilisierten Besteck und einem gemalten Bett zu entnehmen.

Parallel dazu stehe es Cornelia Gillert wie allen anderen offen, auf der großen Werbetafel für sich Reklame zu machen. Gegen Bezahlung versteht sich, wie für alle. Mehr Schilder auf kommunalen Flächen aber werden abgelehnt. „Wir haben unsere Werbesatzung mit der Prämisse, Werbung am Ort der Leistung, mit viel Fingerspitzengefühl und gegen Widerstand durchgesetzt und wollen keinen Schilderwald“, verteidigt Bürgermeister Richter die Linie der Gemeinde. Der Wunsch von Cornelia Gillert, doch mit einem kleinen Bild am Schild zum Amselsee werben zu dürfen, lehnt der Gemeinderat ebenfalls ab. Erstens bezweifelt er, dass das hilft, und zweitens müsse man dieses Recht dann allen einräumen, sagt Christine Grabowsky. Und das wolle man nicht, weil man dann nicht fertig wird, sagt Carsten Bunk, der selbst Gastronom ist und Rahoga, die Rathener Hoteliers und Gastwirte, vertritt. Er wirft Cornelia Gillert vor, dass sie sich aus dem Verbund raushält. „Die Konkurrenz ist groß, es ist schon schwer, aber man muss sich engagieren“, sagt er.

Keine Abstriche an Satzung

Cornelia Gillert sieht Rahoga und den Vorschlag zum Erneuern des Schildes skeptisch. Die anderen Wirte seien unten im Ort, sie gehöre irgendwie nicht dazu. Und ein neues Schild am Amselsee-Abzweig werde gar nichts bringen, sagt sie. Dennoch will sie es versuchen.

Für sie bleibt der Grund des Übels der Wegweiser am Gamrig, der den Wanderern den Weg durch den Wald und damit von ihrem Haus weg empfiehlt. Doch daran wird sich nichts ändern. Für Bürgermeister und Rat steht fest: Für sein Unternehmen ist jeder Geschäftsmann erstmal selber zuständig.