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Rauschwalder Kultdisko lebt noch

Bauunternehmer Günter Simchen will die „Zwei Linden“ den Görlitzern erhalten. Die Konzepte dafür wechseln.

© Pawel Sosnowski/80studio.net

Von Ralph Schermann

Der Putz bröckelt, an einer Stelle schimmert die Kennung „HO-Jugendtanz“ durch. „Ich weiß“, seufzt Günter Simchen, „aber es müssten mehr Besucher kommen.“ Wenn das Geld dann reichen würde, käme auch die Fassade der „Zwei Linden“ dran. Schließlich hat er als Makler und Bauträger ureigenstes Interesse an einer guten Außenwirkung. Zurzeit aber reichen die Einnahmen gerade so, innen alles in Schuss zu halten – und das ist vom Durchheizen bis zur Sicherheitstechnik teuer.

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Der Komplex der „Zwei Linden“ gehört als markantes Bauwerk zu Rauschwalde, hat aber auch schon bessere Zeiten gesehen.
Der Komplex der „Zwei Linden“ gehört als markantes Bauwerk zu Rauschwalde, hat aber auch schon bessere Zeiten gesehen. © Pawel Sosnowski/80studio.net
Im neuen Diamonds Club überrascht bei der Innengestaltung auch diese originelle Dekoration als Kopie der Altstadtbrücke.
Im neuen Diamonds Club überrascht bei der Innengestaltung auch diese originelle Dekoration als Kopie der Altstadtbrücke. © Pawel Sosnowski/80studio.net

Simchen ist auch Geschäftsführer der City-Show & Gastro-Service GmbH und betreibt zur Miete das bekannte Rauschwalder Lokal. Besitzer ist er nicht. Die Immobilie gehört Privatleuten in den alten Bundesländern. Simchen will „die Linden den Görlitzern erhalten“, erklärt er sein persönliches Engagement. Wie er den Laden am Laufen hält, steht ihm dabei frei. Mehrmals hat er in den vergangenen Jahren umgebaut, mal auf ältere, mal auf jüngere Besucher gesetzt, zuletzt 2006 die Tanzfläche im Saal auf eine durchgehende Ebene gelegt. Eine Zwischendecke ließ die Denkmalpflege nicht zu, darum musste er auch die Balkone des Ranges nachdrechseln lassen. Was er auch tat – die Besucherzahlen schwankten wie in den meisten solcher Lokale. „Das Ausgehverhalten wandelt sich, leider meist nicht zur Freude der Gastronomen, Wirte, Klubleiter“, sagt er.

Jetzt hat er wieder einmal Geld in die „Linden“ gesteckt und den „Schlauch“, wie jeder den Anbau zur Clara-Zetkin-Straße nannte, zum Diamonds Club umgestaltet, rustikal und elegant zugleich, optisch geschickt beleuchtet, die Tontechnik vom Feinsten. Das meiste erledigt der Bauprofi selbst. Bisher wird jeden Sonnabend, 21 Uhr, für Gäste über 18 Jahre geöffnet, und Günter Simchen hofft, dass die knapp 200 Plätze sich herumsprechen. Martin und Jürgen heißen zwei den Klub organisierende „Party-Macher“, „DJ Lars“ und andere liefern Musik der 80/90er Jahre dazu.

Wenn der Diamonds Club gut angenommen wird, will Günter Simchen ab Herbst auch wieder Veranstaltungen im großen Saal anbieten, der zurzeit lediglich von geschlossenen Gesellschaften genutzt wird. Für den kleinen Klub indes feilen die Macher jetzt an einer besonderen Attraktion: „Die Osterparty am 19. April soll ein wirklich absoluter Knüller werden“, verspricht Günter Simchen.