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RBC Rasenplatz wird gebaut

Zumeist gebräunt, guter Laune, Ute Gräfe vom Bürgerforum auch guter Hoffnung, trat gestern der Stadtrat nach der Sommerpause wieder an, um in öffentlicher Sitzung zu beschließen.

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Von Peter Redlich

Der zuletzt gefasste Beschluss ist der in diesem Jahr für die Stadt finanziell aufwändigste: Die Stadträte stimmten zu, dem Radebeuler Ballspielclub RBC 08 200 000 Euro zur Sanierung seiner Sportanlage „Am Weinberg“ zuzuschießen. Die schnelle Entscheidung war nötig, weil nur in diesem Jahr mit Fördermitteln aus dem Goldenen Plan Ost (Sportförderung des Bundes) zu rechnen ist. Vereinspräsident Rolf Thiele: „Wir wollen fast 700 000 Euro investieren und den Platz mit Kunstrasen und dem dafür notwendigen Untergrund anlegen.“ Der Verein rechnet mit einer Förderung von etwa der Hälfte der Investitionssumme.

Zulauf an Jugendlichen

70 000 Euro wollen die 360 aktiven Mitglieder selbst aufbringen. Weitere 50 000 Euro sollen in Eigenleistung erbracht werden. Bislang trainieren die Mannschaften des RBC im Lößnitzstadion. Thiele: „Wir haben weiteren Zulauf an Mitgliedern, vor allem Jugendliche. Dafür reicht das Stadion an der Steinbachstraße nicht mehr aus.“ OB Bert Wendsche, wie auch die Stadtratsmitglieder betonten, dass die 200 000 Euro viel Geld in Zeiten knapper Kassen, aber in Sportförderung für die Jugend gut angelegt sind. Wegen der Förderbedingungen muss der Verein noch in diesem Jahr das Geld nutzen. „Der Architektenvertrag ist bereits vorbereitet“, sagte Thiele, der auf den Startschuss durch den Stadtrat nur gewartet hatte.

Und noch eine frohe Botschaft gibt es von gestern Abend zu verkünden. Die freiwilligen Feuerwehrmänner von Wahnsdorf haben jetzt offiziell ein neues Kleintanklöschfahrzeug mit modernster Spritze, die das Wasser so vernebelt, dass doppelte Löschwirkung erzielt werden kann, sagte Feuerwehrchef Roland Fährmann.

Mit der Übergabe des Fahrzeugs sei die Erneuerung der Großfahrzeugflotte der Radebeuler Wehren abgeschlossen, so Wendsche. Seit 1990 hat die Stadt Radebeul sieben neue Feuerwehrfahrzeuge angeschafft. Wendsche: „Die nächste, noch kostaufwändigere Etappe ist die Sanierung der Gerätehäuser.“

Zustimmung, wenn auch nur mehrheitlich, fand der Vertrag mit dem künftigen Bauherren auf dem Grundstück „Zum Russen“ an der Hauptstraße in Radebeul-Ost. Der Investor verpflichtet sich, zuerst das historische Gebäude – ein ehemaliges Winzerhaus – zu rekonstruieren und darf anschließend auf dem Grundstück zwei Stadtvillen mit je drei Wohnungen errichten. Das Gebäude „Zum Russen“ selbst soll künftig in fünf Reihenhäuser ohne Grundstücksabgrenzung (damit der Park erhalten bleibt) gegliedert werden.

Sanierungsträger-Vertrag

Vor allem die Anwohner des angrenzenden Grundstücks hatten sich gegen die Neubauten gewandt. Sie befürchten, dass die geplanten 19 Stellplätze an ihrer Grundstücksgrenze zu Lärm- und Abgasbelästigung führen.

Beschlossen wurde außerdem ein Vertrag mit der Bahn AG, um die Brücken in der Forst- und der Wasastraße auf Durchfahrtshöhen von 4,70 Meter auszubauen, sowie den Neubau einer Brücke an der künftigen Esag-Spange zu genehmigen. Beschlossen wurde, dass die Stadt mit dem Büro STEG einen Vertrag als Sanierungsträger für Radebeul-Ost abschließen wird, sobald es Fördermittel für das geplante Sanierungsgebiet gibt.