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Meißen

Rechtes Portal verliert Werbung

Die Bahn und andere Firmen lassen ihre Anzeigen nicht mehr bei Journalistenwatch.com laufen.

Das Internet-Portal Journalistenwatch hatte sich zu einem der wichtigsten Medienorgane der Neuen Rechten entwickelt.
Das Internet-Portal Journalistenwatch hatte sich zu einem der wichtigsten Medienorgane der Neuen Rechten entwickelt. ©  Screenshot: SZ

Meißen. Der in Meißen auf der Schillerstraße 1 registrierte Verein für Medienkritik und Gegenöffentlichkeit hat jetzt einen weiteren Rückschlag hinnehmen müssen. Erst kürzlich war dem Betreiber der rechten Hetz- und Angst-Plattform Journalistenwatch.de vom Finanzamt die Gemeinnützigkeit entzogen worden. Nun springen auch namhafte Werbepartner ab. Die Deutsche Bahn etwa war über sogenannte Netzwerk-Buchungen mit Anzeigen auf der Internetseite vertreten. Diese werden bei dieser Art von Reklame automatisiert ausgespielt und orientieren sich an den Interessen der Nutzer. Die Anzeigen werden nicht ausdrücklich auf bestimmten Seiten gebucht.

Trotzdem hat nach Angaben von Pressesprecher.com, einem Portal der Kommunikationsbranche, die Bahn jetzt entschieden, Journalistenwatch.com auf eine Liste mit Internetseiten zu setzen, auf denen ihre Werbung nicht erscheinen darf. Ebenso äußerten sich Pressesprecher.com zufolge die Postbank und Sony. Damit könnte der rechten Hetz-Seite, nach dem Aus für steuerbegünstigte Spenden, eine weitere Einnahmequelle verlorengehen.

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Gegründet wurde das Portal für Medienkritik und Gegenöffentlichkeit 2012. Eigenen Angaben zufolge hat es über eine Million Leser. Im Laufe der letzten Jahre entwickelte sich die Plattform zu einem der wichtigsten Medienorgane der Neuen Rechten. Dem Verfassungsschutz Sachsen ist die Seite bekannt, da sie für rechtsextremistische Organisationen wie die Identitäre Bewegung wirbt. Videos des Identitären-Frontmanns Martin Sellner aus Österreich werden regelmäßig über die Plattform verbreitet. (SZ/pa)

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