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Rechtsanwalt prüft Regressforderungen

Wegen höherer Kosten beim Sporthallenbau in Zadel soll das Planungsbüro haften. Das räumt Fehler ein, wehrt sich aber gegen Anschuldigungen.

Von Jürgen Müller

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Zu Beginn des neuen Schuljahres Ende August soll sie fertig sein: die Sporthalle der Grundschule Zadel. Das könnte eng werden. „Die Bauzeit von einem dreiviertel Jahr ist ambitioniert. Zudem war es mit dem November ein sehr ungünstiger Baubeginn’“, sagt Antje Naumann von der Bauconzept Planungsgesellschaft aus Lichtenstein. „Zum Glück haben wir keinen richtigen Winter. Den konnten wir aufgrund der kurzen Bauzeit gar nicht einplanen“, sagt die Planerin. Wenn doch noch Winter käme, würde es eng. Doch derzeit liege man im Plan. Der Rohbau ist fast fertig, dann kann der Innenausbau beginnen.

Im Plan liegt man auch mit den Kosten. Dennoch waren die in die Diskussion geraten. Grund waren Ende des Jahres zwei Nachträge, die zusammen nicht geplante Mehrkosten von 23 000 Euro verursachte. Die Gemeinde lässt jetzt von einem Rechtsanwalt Regressansprüche gegen das Planungsbüro prüfen. Gemeinderat Wolfgang Schneider (CDU) hatte das gefordert. „Es wurden Planungsfehler gemacht. Wir sollten nicht einfach jedem Nachtrag zustimmen, sondern das Planungsbüro zu Rechenschaft ziehen und ihm die Mehrkosten in Rechnung stellen“, sagte er.

Unterm Strich kein Minus

Antje Naumann ärgert das. „Ja, uns ist bei der Dicke des Trapezbleches ein Fehler passiert. Das ist ärgerlich, aber da muss man doch nicht gleich mit einem Rechtsanwalt kommen. Wo Menschen arbeiten, passieren nun mal Fehler.“ Wegen der Fördermittel müsse alles sehr schnell gehen. „Wir planen praktisch baubegleitend. Bestimmte Preise sind nicht exakt zu planen“, sagt sie. Manches würde auch billiger als geplant. Doch dies müsse nicht durch den Gemeinderat, nur wenn es Nachträge gibt. „Verschiebungen wird es immer wieder mal geben. Wichtig ist doch, dass es am Ende stimmt, unter dem Strich muss es passen“, so die Planerin. Und da würden die geplanten Baukosten von 1,73 Millionen Euro nicht überschritten.

Die Bürger haben sich den Bau der Sporthalle im wahrsten Sinne des Wortes mit einem Bürgerentscheid erstritten. Zwar plant die Gemeinde Diera-Zehren schon seit 2008 eine Halle, die vor allem für die Grundschule gedacht war, und legte über die Jahre 800 000 Euro zurück. Doch nach dem verlorenen Bürgerentscheid, der gegen einen Anschluss an Meißen ausging, wurde der Beschluss zum Hallenbau zurückgenommen. Begründet wurde dies damit, dass die Halle mit Geld aus der „Hochzeitsprämie“ für die Fusion mit Meißen bezahlt werden sollte. Ohne Fusion keine Prämie und somit kein Geld für den Turnhallenbau, hieß es. 2008 war allerdings an eine mögliche Fusion mit Meißen gar nicht zu denken. Eine weitere Begründung war, dass der Schulstandort Zadel angeblich nicht sicher sei. Man wolle keine Sporthalle bauen, wenn danach die Schule geschlossen werden müsste. Die Bürgermeisterin hatte Beschwerde gegen den Gemeinderatsbeschluss eingelegt. Doch der Rat stimmte erneut gegen den Bau.

Nachdem ein Bürgerbegehren erfolgreich war, kam es zum Bürgerentscheid. An dem hätten mindestens 750 Wahlberechtigte teilnehmen und die Mehrheit für den Bau stimmen müssen. Tatsächlich gaben 1642 Bürger ihre Stimme ab, von denen 1107, also knapp 68 Prozent, für den Bau der Halle stimmten. Der Gemeinderatsbeschluss wurde damit aufgehoben.

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