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Reden über Pläne zum Bahnhof West

Der Denkmalverein will mit Bürgern über die Vorhaben diskutieren und hat einen Experten zur Bahnhofsgeschichte nach Radebeul geholt.

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Die Nachricht vom Verkauf des Bahnhofes in Radebeul-West und den Plänen des neuen Besitzers schlägt weiter Wellen. Noch in diesem Jahr möchte der Käufer mit dem Bauen beginnen. Erste Absprachen mit der Stadt und deren Wünschen gab es bereits. Jetzt nimmt sich der Radebeuler Denkmalverein des Themas an. Anlässlich des 175. Jahrestages der Eröffnung des Haltepunktes Kötzschenbroda lädt der Verein für Denkmalpflege und neues Bauen in Radebeul für Freitag, 19.30 Uhr, in den Saal des Kulturbahnhofes in Ost ein.

Vereinsvorsitzender Jens Baumann: „Das große Interesse der Radebeuler Bevölkerung und aller, die an einer Sanierung des heutigen Bahnhofsgebäudes interessiert sind, lässt sich in der Zeitungsberichterstattung der SZ vom 20. und 21. März ablesen, in der über den Kauf des ruinösen Gebäudes und die Pläne des Investors zum Umbau und der Belebung des Areals informiert wurde.“ Seit die Bundesbahn in die Deutsche Bahn AG mit dem Ziel der Gewinnorientierung umgewandelt worden ist, wurden viele historische Empfangsgebäude aufgegeben.

Für Radebeul-Ost sei die Rettung gelungen, wie sich jeder schon überzeugen konnte, so Baumann. Umso ärgerlicher sei der Zustand des prunkvolleren Gebäudes in Kötzschenbroda, dessen Bau am 11. März 1895 begonnen wurde, mit seiner übrigens durch die Bahn einst bewusst vermittelten Verbindung zum Anfang des 20. Jahrhunderts errichteten Postamtes an der Meißner Straße. Der Haltepunkt Kötzschenbroda spielte eine wesentliche Rolle auch für die weitere bauliche Umgestaltung in Niederlößnitz. Als 1899 mit dem Bau der Villenkolonie Altfriedstein begonnen wurde, machte die Werbung auf die geringen Entfernungen nach Dresden zum Königlichen Albert-Theater am Albertplatz und die kurze Strecke vom Bahnhof zum Anleger der Dampfschiffe aufmerksam.

Der Denkmalverein hat für die Diskussion am Freitagabend einen Experten eingeladen – den Kustos für Eisenbahnen am Verkehrsmuseum in Dresden, Sven Bracke. Sein Vortrag soll die Entwicklung in Radebeul in den größeren Zusammenhang des 2014 gefeierten Streckenjubiläums „175 Jahre Leipzig – Dresdner Eisenbahn“ einbinden und die Entwicklung der Bahnhöfe beleuchten. (SZ/per)