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Regen kann Bikern die Stimmung nicht vermiesen

Seit Himmelfahrtkamen rund 2000 Gästezum Bikertreffenan die Buschschenke.

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Von Thomas Schuster

Wegen der Regenschauer am Nachmittag entschlossen sich gestern die zahlreichen Motorradfreaks an der Buschschenke, die traditionelle Ausfahrt mit rund 150 Maschinen nach Görlitz auf den heutigen Tag zu verschieben. Das aber konnte die Stimmung während des Treffens nicht beeinträchtigen, denn für ausreichend Unterhaltung sowie Speis und Trank wurde durch die Veranstalter gesorgt.

Alle Hände voll zu tun hatten so zum Beispiel drei ältere Damen, die mit Fischsemmeln beschäftigt waren. Bereits zu Himmelfahrt verkauften sie rund 500 davon. Da musste gestern schnell für Nachschub gesorgt werden. Ähnlich ging es Jürgen Keul aus Bischdorf, der mit seiner Gulaschkanone für den Hunger der zahlreichen Biker zuständig war. „Man muss ein wenig Wetterprophet sein, um die Menge an Gulaschsuppe oder Nudeln mit Wurst bestimmen zu können“, sagt er. Wenn es warm ist, werde wenig gegessen. Bei Regen und kühlem Wetter eben etwas mehr. Aber inzwischen habe er so seine Erfahrungen.

Umso spannender wird es deshalb heute, denn da soll nicht nur die Ausfahrt nachgeholt werden, sondern es gibt auch einige Pokale zum Beispiel für die weiteste Anreise oder den größten Klub. Die Trophäen in Form von Motorrädern aus Holz hat Gunter Heidisch, der Vereinsvorsitzende des Oberlausitzer Motorradclubs Herwigsdorf, in Thailand gekauft.

Thomas Geißler aus Oppach ist schon zum fünften Mal mit einem seltenen russischen Ural-Motorradgespann angereist. „Wenn das Wetter nicht so mitspielt, kann man es sich ja gemütlich machen, indem man eine große Plane aufspannt“, sagt er. Dirk Steyer aus Leipzig dagegen ist zum ersten Mal an der Buschschenke. Er findet an dem Treffen gut, dass es nicht so groß und dadurch beschaulich sei.

Einem besonderen Härtetest haben sich vier Jungs aus Freital unterzogen, die seit 17 Jahren an die Buschschenke kommen. Doch diesmal sind sie gelaufen. Los ging es bereits am Mittwoch. „Übernachtet haben wir mit einer Zeltplane im Freien. Zurück geht es aber mit dem Zug“, sagt Steffen Kaubisch.

Harter Kern ist wichtig

Ganz besonders freuen sich die Organisatoren, dass ein Freund aus dem Münsterland gekommen ist, der zu jenen gehört, die vor 20 Jahren das Bischdorfer Motorradtreffen aus der Taufe gehoben hatten. Ter Hechte war damals dabei und erinnert sich, dass man seinerzeit noch mit DDR-Mark bezahlen konnte. Wichtig sei, dass der harte Kern von damals noch mitmache, sagt der Einzelhändler aus Stadtlohn an der holländischen Grenze.

Dass auch Frauen in der Bikergilde akzeptiert sind, zeigt Mandy Egert von den Rübenauer Motorradfreunden aus dem Erzgebirge mit ihrer schweren 600er Suzuki. „Motorradfahren steckt bei mir von klein auf im Blut. Ich habe als Kind schon zusammen mit dem Opa auf dem Motorrad gesessen“, sagt die junge Frau, die inzwischen schon zum siebenten Mal angereist ist.