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Regen kostet jetzt Geld

650 Eigentümer in Stolpen und Dürrröhrsdorf-Dittersbach müssen jetzt erstmals die Gebühr fürs Regenwasser zahlen.

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Von Heike Sabel

Morgen wird für rund 650 Grundstückseigentümer erstmals die neue Regenwassergebühr fällig. Sie gilt seit 1. Juli 2007. Die Bescheide an die Eigentümer in Stolpen und Dürrröhrsdorf-Dittersbach wurden am 18. Januar verschickt, sagt Steffen Göbel, Betriebsleiter des Wasser- und Abwasserzweckverbandes Mittlere Wesenitz. Die Gebühr beträgt 58 Cent pro Quadratmeter der zu Grunde gelegten versiegelten Grundstücksfläche und wird jährlich erhoben. Die meisten Eigentümer (256) zahlen zwischen 50 und 100 Euro. Auf 186 Gebührenbescheiden stehen Summen zwischen 101 und 200 Euro. 127 Grundstücke liegen unter 50 Euro. Die 21 Bescheide über 500 Euro gingen zum Großteil an kommunal, gewerblich oder von Mehreren genutzte Objekte, sagt Göbel.

Nur wenig Widersprüche

Bisher legten weniger als drei Prozent der Betroffenen Widerspruch ein. „Mit diesem guten Ergebnis haben wir nicht gerechnet“, sagt Göbel. „Wir führen das nicht zuletzt auf die langfristige intensive Vorbereitung und auf die rechtzeitige Information der Bürger zurück.“

Dabei hatte es im Vorfeld in den Räten von Stolpen und Dürrröhrsdorf-Dittersbach – beide Kommunen bilden den Zweckverband – heftige Debatten gegeben. Die Einführung der neuen Gebühr rückwirkend zum 1. Januar 2007 hatte Stolpen abgelehnt, nachdem Dürrröhrsdorf schon zugestimmt hatte. Die Stolpener wollten sie auf den 1.Januar 2008 verschieben. Die fehlenden Einnahmen von 2007 sollten auf eine höhere Gebühr 2008 bis 2010 umgelegt werden.

Da dies laut Göbel rechtlich nicht möglich sei, wurde der 1. Juli 2007 als Kompromiss vereinbart. Für die dadurch fehlenden rund 50000 Euro müssen Stolpen und Dürrröhrsdorf-Dittersbach aufkommen.

Die Gebühr wird erhoben, weil nicht alle Grundstücke ihr Abwasser über öffentliche Kanäle entwässern. Viele leiten ihr häusliches Schmutzwasser ein und haben für das Regenwasser eigene Anlagen. Ferner leiten viele das Wasser aus Kleinkläranlagen in Kanäle ein, die nicht öffentlich angeschlossen sind. „Unterschiedliche Benutzungen dürfen nicht gleich behandelt werden“, sagt Göbel.