merken
PLUS Görlitz

Regiert die AfD bald in Görlitz?

Diese Frage stellen sich viele derzeit in Görlitz und in Sachsen. Eine SZ-Umfrage liefert ein überraschendes Ergebnis vor der OB-Wahl am 26. Mai. 

Octavian Ursu (CDU) und Sebastian Wippel (AfD) stellen sich zur Wahl als OB in Görlitz.
Octavian Ursu (CDU) und Sebastian Wippel (AfD) stellen sich zur Wahl als OB in Görlitz. © SZ-Montage

Die CDU hat gute Aussichten, den ersten Wahlgang zur Görlitzer OB-Wahl am 26. Mai zu gewinnen, doch eine Entscheidung wird erst in einem zweiten Wahlgang am 16. Juni fallen. Das sind die zentralen Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage, die das Leipziger Forschungsinstitut IM Field im Auftrag der SZ durchführte. 

Auf die Frage, wem sie ihre Stimme geben würden, wenn schon an diesem Sonntag die OB-Wahl stattfinden würde, sprachen sich 40 Prozent der Befragten für den CDU-Politiker Octavian Ursu aus. 28 Prozent nannten Sebastian Wippel von der AfD. Franziska Schubert, hinter der ein Wahlbündnis aus Bündnisgrünen, der SPD und den Wählervereinigungen „Bürger für Görlitz“ und „Motor Görlitz“ steht, käme auf 26 Prozent, Jana Lübeck von der Linkspartei 6 Prozent. Bei der repräsentativen Umfrage unter 1.000 Görlitzern gaben 30 Prozent der Befragten an, noch keine Entscheidung getroffen zu haben. Die Fehlerquote der Umfrage liegt nach Angaben des Umfrageinstitutes bei drei Prozent. Die Daten wurden vom 3. bis 11. Mai erhoben.

Arbeit und Bildung
Alles zum Berufsstart
Alles zum Berufsstart

Deine Ausbildung finden, die Lehre finanzieren, den Beruf fortführen - Hier bekommst Du Stellenangebote und Tipps in der Themenwelt Arbeit und Bildung.

Wäre an diesem Sonntag die Wahl, fielen so die Werte der vier OB-Kandidaten aus.
Wäre an diesem Sonntag die Wahl, fielen so die Werte der vier OB-Kandidaten aus. © SZ-Montage

Die Oberbürgermeisterwahl in der sechstgrößten sächsischen Stadt am 26. Mai hat auch große landespolitische Bedeutung, treten doch mit Ursu, Wippel und Frau Schubert gleich drei Landtagsabgeordnete an. Zudem ist Görlitz die Heimatstadt von Sachsens Ministerpräsident und CDU-Landesvorsitzenden Michael Kretschmer, der für die Landtagswahl von der CDU als Direktkandidat im Görlitzer Wahlkreis nominiert wurde. Bei der Bundestagswahl 2017 hatte Kretschmer sein Direktmandat im Landkreis Görlitz an den AfD-Politiker Tino Chrupalla verloren. 

Die AfD war auch stärkste Kraft im Kreis geworden. Die CDU hatte erstmals seit 1990 das Nachsehen. So wird in Dresden, aber auch in Berlin sehr aufmerksam verfolgt, wie die CDU in Görlitz abschneidet und ob sich der Siegeszug der AfD in Görlitz fortsetzt. Dafür hat die AfD in der Wahlstrategie Wippels besonders herausgestellt, dass er ein gebürtiger Görlitzer ist. Die SZ stellte daher auch die Frage, ob ein Görlitzer Oberbürgermeister aus Görlitz stammen muss. Vier von zehn Görlitzern sind dieser Meinung, 57 Prozent stimmen dem aber nicht zu. Gleichzeitig finden 52 Prozent der Befragten, dass ein AfD-Oberbürgermeister dem Ansehen der Stadt Görlitz schaden könnte. 37 Prozent sehen das nicht so.

Weiterführende Artikel

Der Schrecken der Anderen

Der Schrecken der Anderen

Sebastian Wippel will für die AfD ins Görlitzer Rathaus einziehen und reizt damit viele in der Stadt. Er könnte Geschichte schreiben.

Wie die Görlitzer OB-Kandidaten reagieren

Wie die Görlitzer OB-Kandidaten reagieren

Laut einer Wahlumfrage liegt Octavian Ursu weit vorne. Ausruhen will er sich darauf nicht. Andere sind überrascht.

Wie die Görlitzer ihren Noch-OB bewerten

Wie die Görlitzer ihren Noch-OB bewerten

Mit seiner Amtszeit sind die Bürger eher zufrieden. Ein klares Bild haben die Wähler auch davon, was künftig wichtig ist.

Die drei Erkenntnisse der SZ-Wahlumfrage

Die drei Erkenntnisse der SZ-Wahlumfrage

Redaktionsleiter Sebastian Beutler schreibt über drei zentrale Erkenntnisse, die bei aller Vorsicht schon gezogen werden können. Dabei geht's um Kandidaten, Themen und Internet. 

So lief die Umfrage zur OB-Wahl ab

So lief die Umfrage zur OB-Wahl ab

Wer wurde gefragt, wie sind die Ergebnisse zu lesen. Antworten dazu gibt Holger Klimesch, Geschäftsführer des IM Field-Instituts Leipzig.

Der Endspurt im Görlitzer Wahlkampf ist in den nächsten Tagen von den (europapolitischen) Auftritten bundespolitischer Prominenz geprägt. CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer tritt an diesem Donnerstag in Görlitz auf, Grünen-Vorsitzender Robert Habeck am Sonntag und AfD-Vorsitzender Jörg Meuthen am 23. Mai.

Mehr Lokales unter:

www.sächsische.de/ort/goerlitz

www.sächsische.de/ort/niesky

Mehr zum Thema Görlitz