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Regina Thoss sorgt für gute Stimmung

Die Milva des Ostens war mit einem Solo-Programm in der Kulturmühle zu Gast.

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Von Kerstin Unterstein

Regina Thoss – schlank, quirlig und ausdrucksstark mit rotgelockter Mähne wie eh und je – war am Sonnabend in der Bischheimer Kulturmühle mit einem Solo-Programm zu Gast. Die Sängerin, die Mitte der 60-er Jahre in ihrer Heimatstadt Zwickau durch den DDR-Talentevater Heinz Quermann entdeckt wurde, sang neue und alt bekannte Lieder aus ihrem großen Repertoire.

Dabei ging es in der Mühle ganz familiär zu, was „die Thoss“ gar nicht so schlimm fand, im Gegenteil: Sie ging locker auf ihre Gäste ein, drehte mal eine Tanzrunde und setzte sich auf den Schoß verdutzter Männer. Und selbst die ganz neuen Erfahrungen der vergangenen Jahre fließen in ihre Abendprogramme ein, denn Regina Thoss ist viel auf Kreuzfahrtschiffen als Entertainerin und Sängerin unterwegs. Das eine oder andere Anekdötchen von Bord sorgte natürlich auch in Bischheim für gute Stimmung.

Immer wieder neue Songs

Aber die inzwischen 62-jährige Regina Thoss ruht sich gerade gesanglich bei weitem nicht auf den Lorbeeren vergangener Jahrzehnte aus. Immer wieder produziert sie neue Songs. Mit ihrer aktuellen Single „Die Art wie du mich liebst“ schaffte sie es bis in Bernhard Brinks Schlagerparade. Doch egal, ob alte oder neue Lieder – Regina Thoss bedauert es sehr, dass es schwer sei, von den Radiosendern gespielt zu werden oder gar einen Fernsehauftritt zu bekommen. Sie sei doch gemeinsam mit den Menschen aus der DDR berühmt und alt geworden und wolle nicht einfach so von der Bildfläche verschwinden, so lange sie viele Fans hätte. Im April soll es eine neue Single geben, in die man in Bischheim bereits hineinhören konnte: „Solang du da bist“. Dass es in vielen Texten um Liebe und Beziehung geht, scheint nicht verwunderlich, denn 2006 wagte sie sich nochmals in den Hafen der Ehe. Kurz vor ihrer Hochzeit auf Hawaii blickte Regina Thoss in dem Buch „Am Ende zählt nur die Liebe“ auf ihr bewegtes Künstler- und Privatleben zurück.

Selbstverständlich bildeten die größten Hits das Finale eines durchaus stimmungsvollen Abends in der Kulturmühle, der mehr Besucher verdient hätte.

Die gefühlvolle Interpretation von „Zusammenleben“ nach Sirtaki-Klängen von Mikis Theodorakis brachte Regina Thoss den Beinamen „Milva des Ostens“ ein, was nicht nur durch die ebenso roten Haare durchaus gerechtfertigt scheint. Bei „Die erste Nacht am Meer“, „Die Liebe ist ein Haus“, „Rom-Ta-Rom“ oder „Blue Bayou“ wurde zum Abschluss gemeinsam gesungen, denn diese Titel machten die Thoss bekannt und beliebt. Die A-cappella-Version von „Ein schöner Tag“ entließ die Mühlenbesucher von vielen weiteren solchen träumend in die Nacht.