SZ +
Merken

Region Hartha: Ralph Rubscheit entwirft eigene Kreisel

Zur Wendezeit hätte sich Ralph Rubscheid nicht träumen lassen, dass er seinen Ingenieursberuf im Harthaer Elektromotorenwerk einmal nicht mehr ausüben würde. Wie viele seiner damaligen Kollegen wurde er entlassen und suchte eine neue Herausforderung.

Teilen
Folgen

Von Bärbel Schumann

Zur Wendezeit hätte sich Ralph Rubscheid nicht träumen lassen, dass er seinen Ingenieursberuf im Harthaer Elektromotorenwerk einmal nicht mehr ausüben würde. Wie viele seiner damaligen Kollegen wurde er entlassen und suchte eine neue Herausforderung. „Leicht war das nicht, denn ich war nicht mehr ganz so jung“, blickt er zurück. Doch er verzweifelte nicht.

Der Gersdorfer entschied sich, Holzspielzeugmacher zu werden. Bei der Neuorientierung besann er sich auf seine handwerklichen Fähigkeiten. Auch Dinge, die für einen Ingenieur wichtig waren, wie technisches Verständnis, Sinn für Formen, Einfallsreichtum oder auch mathematische Kenntnisse, versuchte der 51-Jährige bei seiner Suche einbringen zu können. Die Wahl fiel schließlich auf den Beruf eines Holzspielzeugmachers. Hier konnte er sogar sein Hobby Drechseln und das Interesse für Holz sogar vereinen. Inzwischen hat er eigenes Spielzeug kreiert. Ungewöhnlich sind seine entworfenen und angefertigten Holzkreisel.

Ungewöhnliche Kreationen

Eine Stück lackiertes Holz wirkt durch Form interessant. Beim genauen Betrachten fällt auf, dass ein Stiel mitten durch den quadratischen Holzkörper führt. Einer von Ralph Rubscheit selbst entworfenen Spielkreisel sieht so ungewöhnlich aus. Gern beobachtet der 51-Jährige die Menschen vor seinem Stand, wenn er auf Märkte geht. Von vielen bekommt fast immer die gleiche Frage: „Was ist denn das?“ Die Antwort folgt ohne Umschweife: Ein Kreisel.

Bei Ralph Rubscheit sehen die hölzernen Spielgeräte meist nicht so aus, wie viele Großeltern und Eltern sie aus ihrer Kindheit kennen und über die Straßen mit einer Peitsche trieben. Unter den Händen des Gersdorfers entstehen auch Spielkreisel mit Ecken. Deren Form fordert oft heraus, selbst den Kreisel zu drehen. Schließlich haben Kreisel meist einen zylindrischen Körper und sind nicht eckig geformt.

Inzwischen setzt der Gersdorfer noch viele andere eigene Ideen für Spielzeug oder dekorative Dinge an seiner Werkbank um. Kreisel sind dabei für ihn in Sachen Form immer wieder eine besondere Herausforderung. Da tüftelt, zeichnet, probiert und baut der 51-Jährige immer und immer wieder, um nicht Alltägliches zu schaffen. Schönster Lohn für die Arbeit sind nicht die Geldmünzen beim Verkauf, sondern das Interesse und Staunen der Kunden. „Es ist jedoch amüsant, wenn sich die Leute auf den Märkten vor allem für die ungewöhnlichen Formen der Kreisel interessieren“, gibt der Gersdorfer zu.

Interesse wecken

Doch die hölzernen Spielgeräte sind nicht die einzigen Dinge aus der Rubscheitschen Werkstatt, die gefallen. Hölzerne Figuren, kleine Geduldspiele aus verschiedenen Teilen bis hin zu den typisch erzgebirgischen Bäumchen für Weihnachtspyramiden, entstehen. Selbst Holzeier, die Ralph Rubscheits Frau Anita verziert, wecken Interesse. „Ich bin heute bei meiner Frau angestellt. Wenn ich nicht in meiner Gersdorfer Werkstatt arbeite, dann bin ich auf Märkten. Dann freue ich mich, wenn meine selbst entworfenen Dinge Anklang finden“, sagt der Gersdorfer und bereut seine späte Berufswahl nicht.