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Bautzen

Regionalladen verkauft jetzt Obst und Gemüse aus eigenem Anbau

In ihrem Schirgiswalder Geschäft setzt Corina Cwolek auf Produkte aus der Lausitz. Dafür greift sie jetzt sogar zu Spaten und Gießkanne.

Die Blüten des Aronia-Strauches haben die kalten Nächte unbeschadet überstanden. Corina Cwolek hofft jetzt auf eine gute Obst- und Gemüseernte. Was sie auf dem Grundstück der Familie in Neukirch anbaut, verkauft sie in ihrem Laden in Schirgiswalde.
Die Blüten des Aronia-Strauches haben die kalten Nächte unbeschadet überstanden. Corina Cwolek hofft jetzt auf eine gute Obst- und Gemüseernte. Was sie auf dem Grundstück der Familie in Neukirch anbaut, verkauft sie in ihrem Laden in Schirgiswalde. © Steffen Unger

Schirgiswalde. Erleichterung macht sich auf Corina Cwoleks Gesicht breit, nachdem sie sich die Blüten des Aronia-Strauches genau angesehen hat. Sie haben die zurückliegenden kalten Nächte unbeschadet überstanden. Auch den Himbeer- und Brombeersträuchern konnte der leichte Frost nichts anhaben. Auf den Feldern, wo unter anderem Erdbeeren, Petersilie und Salat wachsen, ist ebenfalls alles in Ordnung.

Nun hofft die 37-Jährige auf eine gute Ernte – nicht etwa nur, um ihre eigene Familie mit frischem Obst und Gemüse versorgen zu können. Vielmehr profitieren davon die Kunden des Optimal-Marktes, den Corina Cwolek in Schirgiswalde betreibt. Dort bietet sie mehr und mehr Selbst-Angebautes an. Dafür hat sie auf dem Familiengrundstück in Neukirch Obstbäume und Beerensträucher gepflanzt und zwei Felder angelegt. Dieses Jahr wurden bisher schon über 700 Pflanzen in die Erde gesetzt, weitere folgen dieser Tage noch.

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Einkaufen im Umgebindehaus

„Das ist ein Haufen Arbeit. Und allein würde ich es gar nicht schaffen. Zum Glück helfen mir meine Familie und Freunde“, sagt die Unternehmerin. All die Mühe nimmt sie auf sich, um das Sortiment ihres Lebensmittelgeschäftes zu bereichern. Seit sie den Laden im Schirgiswalder Zentrum vor knapp sieben Jahren vom Vorgänger übernahm, hat sie an dessen Konzept mehrmals Veränderungen vorgenommen, um Kunden zu gewinnen und zu halten. Zwischendurch spielte sie sogar schon mit dem Gedanken aufzugeben.

Seit einiger Zeit betreibt sie den kleinen Markt, der sich in einem Umgebindehaus unterhalb der Kirchstufen befindet, als Lausitzer Spezialitätenladen. Die Konzentration auf regionale Waren kommt bei den Kunden gut an. Der Umsatz hat sich stabilisiert. Besonders gut gehen Corina Cwoleks Aussagen nach Wehrsdorfer Nudeln, Produkte der Hofkäserei Vetter aus Wehrsdorf, Kaffee von einer Ebersbacher Rösterei, sächsische Wurstspezialitäten von der Fleischerei Opitz aus Bischofswerda, Obst- und Gemüsekonserven sowie Säfte des Unternehmens Lausitzer aus Sohland, Produkte der Firma „Bautz’ner“ und ähnliche Dinge. „Immer mehr Leute bevorzugen Produkte aus der Lausitz“, benennt die Händlerin ihre Beobachtungen.

Zaun soll Rehe abhalten

Um auch Obst und Gemüse anbieten zu können, das keine weiten Wege hinter sich hat, baut sie es seit Kurzem selbst an. Auf den Feldern in Neukirch wachsen in diesem Jahr unter anderem Porree, Sellerie, Buschbohnen und Rosenkohl. In zwei Gewächshäusern stehen Tomaten-, Gurken- und Zucchinipflanzen. Im Garten neben dem Wohnhaus sprießen Bohnenkraut, Pfefferminze, Thymian, Waldmeister und einige andere Kräuter.

Nicht nur in die Pflanzen hat Corina Cwolek viel Geld investiert, sondern auch in andere Dinge. Zum Beispiel einen Zaun rund um eins der Felder. Er soll vor allem Rehe abhalten, die gern mal an den Pflanzen knabbern. Außerdem wurde eine Bewässerungsanlage angeschafft, denn für die Felder reichen Gießkannen nicht mehr aus. „Das Geld, das ich im Markt einnehme, gebe ich derzeit gleich wieder aus für meine Gärtnerei“, sagt die gelernte Verkäuferin lächelnd. Aktuell umfasst die Anbaufläche in Neukirch etwa 800 Quadratmeter. Im nächsten Jahr soll das Feld noch erweitert werden. Dann will Corina Cwolek auch Kartoffeln und Spargel erst in die Erde und dann auf den Ladentisch bringen.

Auf Chemie wird verzichtet

Nachdem sie in den vergangenen Jahren ihren Kunden schon kleine Mengen selbst angebauten Obst und Gemüses angeboten hat, weiß die 37-Jährige: „Das wird gut angenommen.“ Zum einen deshalb, weil alles ganz frisch ist, wenn es in die Regale kommt. Die Unternehmerin erntet, bevor sie in den Laden fährt. Zum anderen „können die Leute sich sicher sein, dass alles naturbelassen ist“, sagt Corina Cwolek und betont: „Bei uns kommt keine Chemie zum Einsatz.“ Gedüngt wird mit dem Mist der Kaninchen, die die Familie hält.

Bei den meisten Sorten, die derzeit in Neukirch wachsen, dauert es noch eine Weile, bis sie erntereif sind. Selbst angebauter Rhabarber ist hingegen jetzt schon im Geschäft in Schirgiswalde zu haben. Bald werden Erdbeeren und Kopfsalat folgen. „Es gibt immer das, was gerade Saison hat“, sagt die Unternehmerin. Dankbar ist sie dafür, dass sie in ihrem Geschäft, das auch einen Lieferservice anbietet und für eine Reinigung Wäsche annimmt, Unterstützung von den Mitarbeiterinnen Maria Hocke und Franziska Schöne hat.

Meistens steht Corina Cwolek, die von Kindheit an nichts anderes als Verkäuferin werden wollte, aber selbst hinter dem Verkaufstisch. „Und nach Ladenschluss geht’s jetzt immer gleich aufs Feld zum Pflanzen, Unkraut jäten und was sonst noch alles so zu tun ist“, sagt die Händlerin und wirkt dabei rundum zufrieden.

www.lebensmittel-optimal-markt.de