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Reha-Angebot bei Depression im Alter

Mit einer neuen Therapie will die Median-Klinik Patienten mit Altersdepression behandeln. Zwölf Plätze werden angeboten.

Depression ist heute eine Volkskrankheit, und im Alter ist das Risiko daran zu erkranken besonders hoch. Mit einem Anteil von knapp 28 Prozent bei alten Menschen treten depressive Erkrankungen derzeit schon häufiger auf als Demenz. Oft geht der Krankheitsverlauf einher mit Selbstmordtendenzen, besonders Männer sind hier gefährdet. Bei Männern über 75 Jahren ist die Suizidrate doppelt so hoch wie im Schnitt der Gesamtbevölkerung. Die Hauptgründe sind Vereinsamung und das Gefühl, Anderen zur Last zu fallen.

Die Berggießhübeler Median-Klinik reagiert auf diese Tendenzen mit einem neuen Therapieangebot. In den vergangenen anderthalb Jahren hat der Chefarzt der Psychosomatischen Abteilung, Doktor Matthias Israel, ein entsprechendes Konzept entwickelt. Das wurde nun genehmigt. Ziel der Behandlung ist es, verloren gegangene Ressourcen und Interessen der Patienten zu reaktivieren, so dass sie wieder am täglichen Leben teilnehmen können und nicht auf Pflegekräfte angewiesen sind.

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„Alte Menschen erleben sich selbst häufig nicht als depressiv“, sagt Matthias Israel. Als Angehörige einer Generation, die anders gelernt haben, mit ihren persönlichen Problemen umzugehen, würden sich seelische Leiden nicht erlauben. „Das äußert sich dann in körperlichen Beschwerden“, erklärt der Facharzt. Die wahren Ursachen blieben oft unerkannt. Typische Symptome einer Depression seien gedrückte Stimmung, Antriebsarmut und Hoffnungslosigkeit. Im Alter kommen dann Schmerzen und Verstopfung, Krankheitsbefürchtungen und Ängste sowie Gedächtnisstörungen hinzu. Während Demenzpatienten eher versuchten, ihre Erkrankung zu vertuschen, seien Depressive oft lethargisch.

Behandelt wird die Erkrankung in Berggießhübel mit einer speziell darauf zugeschnittenen Psychotherapie. Die Patienten wohnen in Einzelzimmern. Die Behandlung dauert sechs Wochen. Die Patienten werden durch Pfleger und Allgemeinmediziner betreut. Betroffene sollten sich an ihren Hausarzt oder Nervenarzt wenden. Der kann bei entsprechender Diagnose einen Reha-Antrag stellen. (dis)