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Rehaklinik will mehr Gehalt zahlen

Die Klinikleitung hat weitere Zugeständnisse an ihre Mitarbeiter gemacht, damit möglichst viele den Arbeitsvertrag für die neue Rehaklinik Großenhain annehmen. Dazu gehören 5000 Euro Prämie, ein Jahr...

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Die Klinikleitung hat weitere Zugeständnisse an ihre Mitarbeiter gemacht, damit möglichst viele den Arbeitsvertrag für die neue Rehaklinik Großenhain annehmen. Dazu gehören 5000 Euro Prämie, ein Jahr lang Ausgleich der Differenz zwischen Krankenhaus-Lohn und Reha-Lohn sowie fünf Jahre bevorzugtes Rückkehrrecht in ein Krankenhaus, wenn irgendwo eine Stelle frei wird – allerdings nur für diejenigen, die bis Jahresende unterschreiben. Dazu kommen automatisch die Regelungen aus dem bereits vereinbarten Sozialplan „Schließung Krankenhaus Großenhain“, wie lückenlos anschließende Arbeitsverträge, Abfindungen, kostenlose Qualifizierung, Ausgleichszahlungen für zusätzliche Fahrtkosten. „Dafür wurden erhebliche finanzielle Mittel bereitgestellt“, sagt der ärztliche Klinikchef Dr. Stefan Geiger.

Kündigungen drohen

Der Leidensdruck ist groß. Etwa 60 bis 70 Pflege-Mitarbeiter braucht die Rehaklinik aus dem jetzigen Krankenhaus. Doch unterschrieben haben bislang zehn Beschäftigte, sagte Dr. Stefan Geiger gestern auf Nachfrage. Dass die Klinikleitung damit nicht gerechnet hatte, daraus macht Geiger keinen Hehl. Tatsache ist, so Dr. Geiger, dass die bisherigen Maßnahmen nicht die erwünschte Wirkung hatten und dadurch gravierende finanzielle Konsequenzen sowohl für die Elblandkliniken Riesa-Großenhain gGmbH, als auch für die Elblandkliniken Meißen GmbH & Co. KG zu erwarten sind.

Arbeitgeber wie Arbeitnehmer sind jetzt in einer schwierigen Situation. Die Arbeitgeber, weil sie gute Mitarbeiter brauchen. Die Krankenhaus-Mitarbeiter, weil sie bei Ablehnung zwangsläufig gekündigt werden. Dass Kündigungen nicht nur Großenhainer, sondern auch Riesaer betreffen würden, weil beide Standorte aus alten Landkreis-Zeiten zu einer GmbH gehören, ist inzwischen so manchem bewusst geworden.

Der Betriebsrat bestätigte gestern, dass viele Riesaer Kollegen verunsichert sind und Einsicht in die Sozialpläne nehmen. Generell empfehlen könne man nichts, so der Betriebsrat. Eine junge, gut ausgebildete Schwester, die wegziehen könnte, bekäme überall einen guten Job.

Wer hierbleiben muss oder will, wird in den nächsten Tagen genau rechnen müssen. Je nach Alter, Lebensumständen und eigener Einstellung, wird das Ergebnis unterschiedlich ausfallen. Das wissen beide Seiten. Bis Jahresende will die Klinikleitung nun abwarten. Die Mitarbeiter brauchten jetzt Zeit, sich das erweiterte Angebot durch den Kopf gehen zu lassen, so Dr. Geiger. Klar ist aber schon jetzt – für die beiden Klinikgesellschaften wird der Wechsel durch die neuen Zugeständnisse am Standort Großenhain teurer. Ob dafür am Ende der Landkreis aufkommen muss, bleibt abzuwarten. Noch liegen keine Zahlen vor.

Die Gewerkschaft wartet ebenfalls ab. Für Verdi-Vertreterin Monika Conrad ist der neue Kompromiss keiner. Die Gewerkschaft favorisiert weiter einen einheitlichen Konzerntarifvertrag mit der neuen Rehaklinik. Das wolle man notfalls auch mit Streiks durchsetzen, heißt es in einem Schreiben an die Tarifpartner.Birgit Ulbricht