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Bambi-Alarm im Neubaugebiet

Im Bernstädter Sonnenblick leben eine Rehmutter und zwei Kitze. Das verändert das Leben vor Ort. Viele fragen sich, warum die Tiere so nah sind. Mit Video!

Rehe am Sonnenblick Bernstadt.
Rehe am Sonnenblick Bernstadt. © Jana Sommerfeld

Neugierig schauen die beiden Kitze in Richtung Kita-Spielplatz hinter dem Drahtzaun. Alles ruhig, keiner da - sie haben das Terrain für sich. Und so fühlt sich der Rehnachwuchs offensichtlich auch - ungestört und frei zwischen vollen Hecken, hohem Gras und den Kastanien. Sie hüpfen umher, spielen, scharen sich um die Ricke, die mit den beiden entspannt durch Bernstadts Neubaugebiet Sonnenblick stapft.

Jana Sommerfeld hat das lustige Treiben schon mehrfach von ihrem Balkon aus beobachtet. Die Bernstädterin hat die Tiere sogar gefilmt und Fotos gemacht. Denn eine kleine Sensation ist es schon - auch auf dem Land - wenn man die Tiere so nah und so frei beobachten kann. "Ich habe sie bislang immer am Morgen gesehen und mich gefreut, wenn sie wieder da waren", erzählt sie. Dass es Rehe im Wald ganz in der Nähe Richtung Viebig gibt, ist kein Geheimnis. Aber dass sich die Tiere so weit direkt ins Wohngebiet vorwagen und keinerlei Scheu zeigen, ist schon eine Ausnahme. "Die lassen sich auch nicht stören, wenn unten ein Auto vorbeifährt", sagt sie.

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Hinter der Hecke kommen sie hervor: Die Rehmutter mit ihren Kitzen im Bernstädter Sonnenblick.
Hinter der Hecke kommen sie hervor: Die Rehmutter mit ihren Kitzen im Bernstädter Sonnenblick. © Jana Sommerfeld

Vielleicht, so vermutet auch Frau Sommerfeld, hat auch die Corona-Krise ihren Anteil an dem tierischen Besuch bei den Plattenbauten. Denn wochenlang ruhte die Arbeit beim nahe gelegenen Birkenstock-Werk, in der Kita war kaum Betrieb und im Sonnenland war weit weniger Begängnis als normalerweise üblich. "Kann schon sein, dass sich die Tiere deshalb sicherer gefühlt und weiter vorgewagt haben", sagt sie.

Detlef Eckert, Vorsitzender des Kreisjagdverbandes Oberlausitz, glaubt an den Zusammenhang mit Corona allerdings nicht so recht. "Das kommt immer wieder vor, dass die Tiere auch in die Wohngebiete vordringen", sagt er. Schließlich gebe es ja auch seit Jahren Wildschweine in Berlin, kommentiert er. Ihm sei jedenfalls nicht bekannt, dass es jetzt durch den Corona-Stillstand häufiger zu solchen Begegnungen gekommen sei. Prinzipiell findet er das auch nicht problematisch.

Oberste Regel: Rehe in Ruhe lassen

Nur einige Regeln gilt es in einem solchen Fall wie diesem einzuhalten: "Man darf die Tiere auch als zuständiger Jäger nicht fangen und nicht jagen. Man muss sie einfach in Ruhe lassen und sich an ihnen freuen", sagt er. Komplett in Ruhe lassen, sei ohnehin ratsam, denn die Ricke legt ihre Jungen in hohes Gras und bleibt nicht ständig bei ihnen. Wenn Gefahr droht, verhalten sich die Kitze still und reglos in ihrer Kuhle. Da sie selbst noch keinen Eigengeruch haben, sollte man sie auch keinesfalls anfassen, weil die Mutter sie sonst verstoßen könnte.

Aus diesem Alter sind die beiden Bambis vom Bernstädter Sonnenblick aber bereits raus. Jana Sommerfeld hat sie in den letzten Tagen auch nicht mehr gesehen: "Schade eigentlich, es war schön, ihnen zuzuschauen" , sagt sie. Möglicherweise aber haben Mutter und Kitze die Kinderstube beendet und sich wieder in den Wald zurückgezogen.

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