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Reichenbacher Gasthof ist schon wieder dicht

Die Gemeinde sucht einen neuen Pächter. Schon viele haben sich hier ausprobiert.

Von Ina Förster

Zum wiederholten Mal dringt die traurige Botschaft durchs Haselbachtal: Der Gasthof in Reichenbach ist geschlossen. Erst Anfang November 2011 übernahm Familie Reumschüssel die Geschäfte vor Ort und ging mit viel Tatkraft ans Werk. Neben schmackhaften deutschen Speisen gab es hier und da auch mal einen Livemusik-Abend oder kleinere Events auf dem Saal. Im Dezember feierte man noch das Einjährige mit Irish Folk Musik. Persönliche Gründe veranlassten die Chefin nun doch recht plötzlich zur Aufgabe des Geschäftes. Ende Januar schlossen sich die Türen.

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Am vergangenen Wochenende hatte die Gemeinde noch einmal zum großen Kinderfasching auf den Saal geladen. Nun kehrt vorerst Ruhe ein. Zu viel Ruhe, wie auch Bürgermeisterin Margit Boden findet. Die Anzeige zur Verpachtung des Gasthofes an der S 104 steht geraume Zeit auf der Haselbachtal-Homepage und fand sich auch schon im Januar-Amtsblatt wieder. Das gesamte Gebäude-Areal gehört nämlich der Gemeinde. Im Jahr 1880 erbaut, wurde das Haus seit seinem Umbau 1887 ständig als Gasthof mit Vereinsraum und Saal betrieben. Die zentrale Lage an der Staatsstraße würde eigentlich für ein florierendes Geschäft sprechen, aber in den letzten Jahren war kein Versuch von langem Erfolg gekrönt.

Auch Kulturwerk scheiterte kläglich

Der Gastraum verfügt über 50 Plätze, obendrein gibt es einen Gesellschaftsraum, den Saal mit Bar und 150 Plätzen sowie diverse Nebenräume. In diesen probierte sich beispielsweise seit August 2009 auch das „Kulturwerk Reichenbach“ aus. Musikschul-Unterricht und Workshops sollten hier in den kleinen Zimmern der ersten Etage laufen. Nebenbei fanden vermehrt Theater- und Comedyveranstaltungen sowie Travestie-Shows auf der großen Bühne im Saal statt. Zeitweise funktionierte das Konzept von Gründer Steve Gförer auch. Mit mehr oder weniger großem Ertrag. Extra inszenierte Volkstheaterstücke brachten aber leider nicht den durchbrechenden Erfolg. Die erhofften Reisebusse kamen nicht ins beschauliche Reichenbach. Das eigens dafür gegründete Haus- und Hof-Ensemble löste sich bereits nach einer Spielzeit wieder auf. Der Königsbrücker Gastwirt Angelo D’Errico kümmerte sich in dieser Zeit um die kulinarischen Genüsse im Haus. Doch auch er verließ vorfristig das Projekt und trennte sich vom Geschäftspartner und dessen Idee. Gförer selbst zog sich ebenfalls Ende 2010 zurück. Ronny Parsche aus Altenberg wurde anschließend neuer Geschäftsführer des Kulturwerkes.

Doch bereits Ende März 2011 wurde diesem der Pachtvertrag von der Gemeinde gekündigt. Die Kommunikation miteinander lief nur noch schwerlich. Die Fronten schienen verhärtet. Der Grund dafür: Der Gasthof musste zwangsgeschlossen und erst einmal umfangreich entmüllt werden. „Die Zustände Ende Februar seien katastrophal gewesen“, hieß es seitens der Gemeinde. Dann folgte ein halbjähriger Stillstand, bis Familie Reumschüssel den Neuanfang wagte. Die letzten vier Jahre hatten also eine sehr bewegte Geschichte.

Nun harrt man im Haselbachtal der Dinge, die da kommen. Natürlich wäre die Gemeinde sehr erfreut, wenn sich recht rasch ein neuer Interessent finden ließe. Das komplette Inventar steht außerdem parat. In ein paar Monaten könnte sogar schon der idyllische Biergarten hinterm Haus geöffnet werden. Auch Parkplätze gibt es reichlich vor der Tür. Eigentlich optimale Bedingungen. Doch der Reichenbacher Gasthof braucht mehr als reines Interesse. Er braucht Visionen. Visionen, die jedoch nicht in einer Spinnerei enden.

Auskünfte und Infos zum Objekt gibt es bei Bürgermeisterin Margit Boden in der Gemeindeverwaltung oder im Haselbachtaler Bauamt (über Frau Beutner)

03578 309360.