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Reichenbacher Schüler mit Erfolg bei Jobsuche

Seit einem Jahr gibt es für die 16- und 17-Jährigen in der 10a an der Mittelschule Reichenbach nur ein Thema: Was mache ich nach der Schule? Wenige Monate vor dem Beginn des neuen Lehrjahres gibt es erfreuliche...

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Von Alice Kentsch, Sabrina Winter und Doreen Hotzan

Seit einem Jahr gibt es für die 16- und 17-Jährigen in der 10a an der Mittelschule Reichenbach nur ein Thema: Was mache ich nach der Schule? Wenige Monate vor dem Beginn des neuen Lehrjahres gibt es erfreuliche Nachrichten: Fast alle haben eine Lehrstelle oder wissen, wie es nach den Sommerferien weitergeht.

„Ich freue mich, dass unsere Schüler so engagiert sind“, so Schulleiterin Karin Schnaubelt. Bereits in der 9. Klasse beginnt die Berufsberatung, die in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit veranstaltet wird. Die Schüler lernen, wie eine Bewerbung geschrieben wird und werden intensiv auf ein Vorstellungsgespräch vorbereitet.

Einer geht nach Stuttgart

„Wir arbeiten dabei auch eng mit den Betrieben aus der Region zusammen“, erzählt Schulleiterin Schnaubelt. Diese gute Vorbereitung zahlt sich jetzt aus: Der Großteil der Klasse hat bereits einen Ausbildungsplatz in der Tasche. Die Anzahl der geschriebenen Bewerbungen variiert und reicht von einer bis 30. Auffällig ist, dass die meisten von ihnen in der Region bleiben.

Mit nur einer Bewerbung hat es beispielsweise Nicole Pohl aus Königshain (im Bild die Nummer 5) an die Berufsschule Zittau geschafft. Dort beginnt sie eine Ausbildung als Diätassistentin. Nach Dresden zieht es Julia Schmidt (12) aus Mengelsdorf. „Mein Traumberuf ist Hotelfachfrau. Ich freue mich, dass es geklappt hat“, so die Sechzehnjährige. Tom Weinhold (20) aus Meuselwitz lernt den Beruf des Anlagenmechanikers in Hagenwerder. Nur Marcus Mix aus Reichenbach (15) bildet die Ausnahme. Er wird in Sindelfingen bei Stuttgart eine Ausbildung als Mechatroniker für Kältetechnik beginnen. „Ich habe mich für diesen Standort entschieden, weil dort bereits meine Familie ist“, sagt er.

In diesem Jahr sind weniger Bewerber für eine Lehrstelle bei der Arbeitsagentur gemeldet. Wie die Bautzener Behörde mitteilte, sind es in Görlitz und Umgebung 432, im Vorjahr waren es noch 537. Demgegenüber sind bei der Arbeitsagentur 289 betriebliche Ausbildungsstellen registriert. Allerdings werden nicht alle Lehrstellen der Agentur mitgeteilt.

Weniger Stellen durch Krise?

Stellen-Initiativen wie die Görlitzer Jobstarter spüren auch die Wirtschaftskrise. Ausbildungsmanager Hans-Werner Pietsch erklärt: „Wir spüren eine deutliche Zurückhaltung. Für das Ausbildungsjahr 2009 wurden ursprünglich rund 150Stellen bei den Firmen akquiriert. Rund ein Drittel davon ist allerdings fraglich.“ Und zusätzliche Lehrstellen werden seiner Meinung nach in diesem Jahr kaum geschaffen. Wer noch keine Ausbildungsstelle hat, ist am 6. Juni bei der IHK in Görlitz an der richtigen Adresse. Von 9.30 bis 16 Uhr werden dort Berufe vorgestellt. Ausbildungsfirmen sind gleich mit dabei.