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Reine Gewöhnungssache

Im vergangenen Jahr sind in Neudorf weit weniger Temposünder erwischt worden. Das bringt mehr Sicherheit.

Von Jens Hoyer

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Nicht nur Turnbeutel.TV ist zurück aus der Sommerpause, auch in den meisten Fußballligen rollt das runde Leder wieder.

Der Blitzer in Neudorf hat tatsächlich etwas gebracht. So die Einschätzung der Stadtverwaltung, nachdem die beiden Blitzersäulen an der B 169 zum ersten Mal ein volles Jahr lang durchgearbeitet hatten. 2013 waren sie aufgestellt worden, um die Geschwindigkeiten auf der Bundesstraße auf das vorgeschriebene Maß von 70 Stundenkilometern zu senken. Die Zahlen zeigen, dass das geklappt hat. Während von Mai bis Ende Dezember 2013 fast 3700 Autofahrer in die Falle tappten, ging die Zahl fürs gesamte vergangene Jahr auf 3400 zurück. Das heißt: Statt 460 Fälle pro Monat gab es nur noch reichlich 280. „Die Fahrzeugführer haben sich offensichtlich auf die Blitzer eingestellt. Die deutliche Verringerung der Geschwindigkeitsüberschreitungen ist positiv für die Anwohner“, so Stadtsprecher Thomas Mettcher.

Jeden Tag müssen die Kinder von Neudorf über die Bundesstraße zur Bushaltestelle. Etwa zehn sind es, dazu noch ältere Leute, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, sagte Thorsten Hartwig, die mit seiner Familie in Neudorf lebt. „Die Maßnahme war vollkommen richtig“, meint der Vater, der, wie er zugibt, trotzdem kein gutes Gefühl hat, wenn die Kinder über die Straße müssen. Aber es sei ein Unterschied, ob die Autofahrer auf der durch eine Krümmung schlecht einsehbaren Straße mit 100 oder den vorgeschriebenen 70 Stundenkilometern fahren. Laster müssen noch langsamer sein. Auch für die Sicherheit der Leute, die mit dem Auto auf die Bundesstraße auffahren, sei die „Verkehrsberuhigung“ gut.

Allerdings gibt es immer noch arge Ausreißer nach oben. Der schnellste Autofahrer war in Neudorf mit 120 Stundenkilometern unterwegs. Er durfte einen Monat zu Fuß gehen. Zwei weitere Autofahrer wurden mit 120 Stundenkilometern außerorts gemessen. Den Vogel schoss allerdings ein Kraftfahrer ab, der in der Siedlung Roßweiner Straße innerorts mit 110 Stundenkilometern erwischt wurde. Er durfte den Führerschein für zwei Monate abgeben. Dazu kamen 280 Euro Bußgeld und zwei Punkte in Flensburg.

Rund 7250 Geschwindigkeitssünder hat das Ordnungsamt im vergangenen Jahr insgesamt erwischt. Das sind etwa 1000 mehr als im Jahr zuvor, weil erst Ende 2013 das beim Hochwasser beschädigte mobile Messgerät der Stadt ersetzt wurde. Schwerpunkte sind vor allem in der Nähe von Schulen wie der Bahnhofstraße, Ecke Kunzemannstraße. Oder auf der Straße des Friedens, wo das Gymnasium steht. Auch in Döbeln Nord will das Ordnungsamt stärker aktiv werden, weil es vor dort Beschwerden von Anwohnern gegeben hatte. „Dort sind an den Schulen und an den Kitas auch viele Kinder unterwegs“, so Müller. Auch in den Randbereichen wie in Zschäschütz, wo nur 30 erlaubt ist, und an der gefährlichen Gake stellen die Ordnungsbediensteten öfter den Blitzer auf. Neunmal hat das Amt auch telefonierende Autofahrer erwischt. Dafür gibt es dann einen Punkt in Flensburg und eine Geldstraße von 60 Euro.

Auch den ruhenden Verkehr haben die Ordnungsbediensteten im Blick. Rund 3600 Knöllchen wurden verteilt, das sind 500 mehr als im Jahr zuvor, wo wegen der Flut „Ausnahmezustand“ in Döbeln herrschte. Falschparken kostet in der Regel 10 Euro. Wer auf einem Behindertenparkplatz erwischt wird, ist mit 35 Euro dabei – 280 Autofahrer mussten das im vergangenen Jahr bezahlen. Schwerpunkte sind Ober- und Niedermarkt und der Bereich um Berufliche Schulzentrum. Am Klinikum hat sich dagegen die Situation durch den Bau von Parkplätzen entspannt.

Entspannt hat sich auch die personelle Situation. Erst einmal befristet hat das Ordnungsamt eine zusätzliche Mitarbeiterin im Vollzugsdienst bekommen. Sie soll vor allen in den Außenbereichen kontrollieren, auch mal in den Grünanlagen wie die Klosterwiesen.

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