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Reinhardtsdorf-Schöna hat sein Image aufpoliert

Bürgermeister Olaf Ehrlich (parteilos) lobt die Vereinsarbeit und nenntim SZ-Gespräch die Ziele für dieses Jahr.

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Herr Ehrlich, hat sich aus Ihrer Sicht das angekratzte Image von Reinhardtsdorf-Schöna im vergangenen Jahr verbessert?

Ich denke schon, dass wir unser Image aufpoliert haben, vor allem dank der gesamten Vereinsarbeit im Ort. Wir haben auch versucht, viel für den Tourismus in unserem Ort zu machen. Wir haben Flyer über den Ort und den Skulpturenweg erstellt und unsere Internet-Seite neu gestaltet. Diskussionen über politische Themen kochen immer wieder mal hoch. Wir versuchen aber, das Beste daraus zu machen. Und bis auf kleine Ausrutscher, aus denen ich gelernt habe, ist uns das ganz gut gelungen.

Seit April 2007 gibt es die neue Internet-Seite. Ein wichtiger Punkt ist das freiwillige Meldesystem für die Vermieter. Hat sich das schon bewährt?

Ja, die Urlauber nehmen die Sache an. Wir haben das Freimeldesystem eingerichtet, um Interessenten zu zeigen, ob eine Unterkunft frei oder belegt ist. Von unseren 78 Vermietern beteiligen sich 45 am System. Die können und müssen ihre Einträge natürlich pflegen.

Was verspricht sich die Gemeinde vom Beitritt zum Trinkwasserzweckverband Taubenbach?

Kurz und knapp: eine Absicherung der Wirtschaftskraft bei Beibehaltung der Gebühren.

Wie geht es mit den Grundstücken weiter, die nicht an die öffentliche Abwasserentsorgung angeschlossen werden können?

Die 108Grundstücke müssen eigene Anlagen zu Abwasserversorgung schaffen, die bis 2015 dem aktuellen technischen Standard anzupassen sind. Entsprechende Bescheide wurden bereits und werden noch bis Ende Januar an die Grundstückseigentümer verschickt. Diese Einzellösungen werden aber gefördert. Generell, ob nun zentral oder dezentral – welche Lösung besser ist, das wird die Zeit zeigen.

Stichwort Straßenbau. Endlich soll der Rundweg in Kleingießhübel saniert werden.

Wir haben den Förderantrag über 148500Euro abgegeben. Der Eigenanteil von 46000Euro steht bereits im aktuellen Haushalt. Die Baumaßnahmen haben wir in zwei Abschnitte geteilt. Erst das ganz schlimme Stück vor dem Altenheim, wo besonders die Entwässerung ein Problem darstellt. Der zweite Abschnitt verläuft dann zum Dorfplatz. Ich hoffe, dass wir Mitte des Jahres anfangen können. Und vielleicht nach einem Monat fertig sind. Sollte es aber keine Fördermittel geben, weiß ich nicht, wie wir es machen wollen.

Der Jugendclub wurde im Oktober intern eröffnet. Wie lautet das erste Fazit?

Bisher war das eine Anlaufphase mit Betreuung. Das läuft gut. Die Jugendlichen haben eine Hausordnung ausgearbeitet, ein Fußballturnier sowie eine Weihnachts- und eine Silvesterfeier mitorganisiert. Die offizielle Eröffnung ist dann am 15.Februar mit einem kleinen Programm, über das gerade gesprochen wird.

Geht die Zusammenarbeit mit dem Caritasverband weiter?

Die Zusammenarbeit ist ausgelaufen. In dieser Richtung ist auch nichts Neues geplant.

Schauen Sie angesichts z.B. der Elbresidenz in Bad Schandau oder des neuen Aussichtsturmes in Rathmannsdorf-Höhe nicht manchmal neidisch auf Ihre Nachbargemeinden?

Neidisch bin ich nicht. Auch in unserer Gemeinde ist viel geschaffen worden, wie zum Beispiel die neue Halle. Ich brauche keine neuen Großprojekte, mein Ziel ist, die bestehenden Objekte zu erhalten. Natürlich hätten auch wir gern einen Herrn Kirschner, dem auch ich den roten Teppich ausrollen würde. Den haben wir aber nicht. Und einen Turm muss ich auch nicht bauen, denn wir haben genug natürliche Aussichtspunkte bei uns.

Macht die Arbeit als Bürgermeister nach gut eineinhalb Jahren im Amt noch Spaß?

Ich habe es noch nicht bereut. Wichtig ist, dass vor Ort ein Ansprechpartner für die Anwohner da ist, der Kleinigkeiten löst. Ich sehe auch, dass ich ab und zu an meine Grenzen stoße. Aber mir macht es noch Spaß. Man darf sich nur nicht von den alltäglichen Problemchen zumüllen lassen.

Das Gespräch führte Lars Kühl.