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Reisefreiheit mit Grenzen: Was gilt wo?

Die Bundesregierung hat die Reisewarnung für viele Länder aufgehoben. Trotzdem gibt es noch Einschränkungen. Die aktuelle Übersicht.

Willkommen in Mailand: Eine Reisende wird am Hauptbahnhof auf ihre Körpertemperatur überprüft. Auch andere Länder machen das Prozedere für Einreisende zur Pflicht.
Willkommen in Mailand: Eine Reisende wird am Hauptbahnhof auf ihre Körpertemperatur überprüft. Auch andere Länder machen das Prozedere für Einreisende zur Pflicht. © Claudio Furlan/LaPresse/AP/dpa

Während die Reisefreiheit in großen Teilen Europas wieder zurückgekehrt ist, gelten viele beliebte Urlaubsländer noch als Risikogebiete. In Europa hat die Reisewarnung noch für vier Länder Bestand: Spanien, Norwegen, Finnland und Schweden. Von Reisen nach Großbritannien, Irland und Malta wird auf der Internetseite des Auswärtigen Amts (AA) „dringend abgeraten“. 

Für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union verlängerte die Bundesregierung die Reisewarnung für Touristen bis zum 31. August 2020. Wer aus einem als Risikogebiet eingestuften Land zurück nach Deutschland reist, muss mit einer 14-tägigen Quarantäne rechnen.

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Spanien

Bis zu 10.900 deutsche Urlauber machen auf Mallorca derzeit den Testlauf. Ab diesen Sonntag sollen dann die spanischen Grenzen für alle Bürger aus Schengen-Staaten wieder offenstehen. Auch die bisher für Ausländer geltende 14-tägige Quarantänepflicht nach der Einreise entfällt dann.

Norwegen

Nach Einreise aus Deutschland gilt eine zehntägige Quarantäne. Ob es mit dem Sommerurlaub in den norwegischen Fjorden klappt, steht deshalb in den Sternen. Das AA warnt vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in das Land. Bis zum 20. Juli will die norwegische Regierung ihr weiteres Vorgehen überprüfen.

Finnland

Das Land öffnet sich für Reisende aus dem Baltikum und dem Großteil Skandinaviens. Die Einreise für Touristen aus Deutschland ist noch nicht erlaubt. Deshalb gilt weiterhin eine Reisewarnung seitens des AA.

Schweden

Die Reisewarnung wird aufrechterhalten, weil „Schweden die Neuinfiziertenzahl von weniger als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner kumulativ in den letzten sieben Tagen“ überschritten habe, heißt es beim AA. Die Grenzen sind für EU-Bürger jedoch geöffnet. Mittlerweile fliegen wieder einige Maschinen aus Deutschland nach Stockholm, die Fährverbindungen etwa von Kiel, Rostock oder Travemünde werden ohnehin weitgehend befahren.

Großbritannien

Wer nach Großbritannien einreist, muss nach seiner Ankunft in eine zweiwöchige Quarantäne. Deshalb die Empfehlung des AA, nicht zu reisen. Die britische Regierung will mit der neuen Regelung eine zweite Pandemie-Welle verhindern. Sie prüft aber eine Lockerung. Die 14-tägige Selbstisolation könnte demnach künftig nicht für Verbindungen mit Ländern gelten, die die Corona-Krise gut im Griff haben. Solche „Luftbrücken“ könnten britischen Medien zufolge schon im Juli eingeführt werden.

Irland

Auch in Irland gilt eine 14-tägige Quarantänepflicht für alle Einreisenden. Zudem ist die Bewegungsfreiheit innerhalb des Landes stark eingeschränkt. Restaurants, Pubs und Cafés bleiben noch bis Ende Juni geschlossen. Wann die Einreise wieder ohne Auflagen möglich sein wird, ist unklar.

Österreich

Die Alpenrepublik hat seit dem 4. Juni alle Einreisebeschränkungen gegenüber seinen Nachbarstaaten aufgehoben, mit Ausnahme Italiens. Für deutsche Touristen ist vor allem wichtig, dass die Kontrollen an der Grenze zu Italien zum Beispiel am Brenner entfallen. In Österreich selbst hat sich das öffentliche Leben weiter normalisiert. Seit 15. Juni ist das Tragen von Mund- und Nasenschutz nur noch in Bussen und Bahnen, in Apotheken, Praxen und Kliniken Pflicht.

Italien

Die Corona-Lage Italiens, das viele Todesopfer zu beklagen hat, hat sich inzwischen verbessert. Insgesamt läuft der Tourismus langsam wieder an, in beliebten Regionen wie am Gardasee kommen die ersten deutschen Touristen an. Hotels melden wieder Buchungen – auch wenn längst noch nicht alle wieder offen sind. Am Montag öffneten auch Kinos, Theater und Opernhäuser. Museen sind seit Wochen geöffnet.

Schweiz

Hotels, Restaurants, Museen, Seilbahnen und andere touristische Einrichtungen proben mit einheimischen Gästen schon seit einigen Wochen den Betrieb mit Hygiene- und Abstandsvorschriften. Weil die Infektionszahlen seit April stark zurückgegangen sind, dürfen seit Montag nun nicht nur Gäste aus Deutschland und anderen Nachbarländern, sondern aus der ganzen EU und mehreren weiteren Staaten einreisen. Mund- und Nasenschutz wird empfohlen, wo es voll werden kann.

Frankreich

In Frankreich haben Touristenunterkünfte wie Campingplätze oder Ferienhäuser für Urlauber wieder geöffnet. Auch die Restaurants empfangen seit voriger Woche im ganzen Land wieder Gäste. Alle Strände und Parks sowie große Museen und Monumente sind zugänglich.

Niederlande

Der Holland-Urlaub wird wieder möglich – mit Einschränkungen. Urlaubsunterkünfte sollten unbedingt vorab reserviert werden, heißt es in den amtlichen Mitteilungen für ausländische Touristen. Stufenweise öffnen Bungalowparks, und es werden auch wieder Ferienhäuser vermietet. Auf Campingplätzen und in Ferienparks sollen Duschen und WCs wieder zur Verfügung stehen. Seit dem 1. Juni empfangen die Museen wieder Besucher – vorausgesetzt, sie melden sich vorher online an.

Dänemark

Dänemark hat seine Grenzen für Touristen aus Deutschland geöffnet. Bedingung: Sie müssen mindestens sechs Übernachtungen gebucht haben.

Portugal

Wer in der zweiten Juni-Hälfte Urlaub hat oder einen Wochenendtrip plant und unbedingt auf die Iberische Halbinsel möchte, der kann nach Portugal reisen.

Griechenland

Griechenland hat am 15. Juni seine zwei wichtigsten Flughäfen in Athen und Thessaloniki für Touristen aus zahlreichen Ländern, darunter Deutschland, geöffnet. Die Regierung hat angesichts des Neustarts alle Inseln in der Ägäis und im Ionischen Meer mit zusätzlichem medizinischem Personal verstärkt. Probleme gibt es an dem einzigen offenen Grenzübergang bei Kulata/Promachonas: Dort herrschen seit Tagen kilometerlange Staus.

Luxemburg

Zwischen Luxemburg und Deutschland finden keine Grenzkontrollen statt. Auch Durchreisen sind möglich. Im öffentlichen Leben gelten Hygieneauflagen. Dazu zählt auch das Tragen einer Maske etwa im öffentlichen Nahverkehr, in Supermärkten oder Museen.

Island

Die stark vom Tourismus abhängige Insel im Nordatlantik gibt Urlaubern seit Montag die Möglichkeit, sich direkt bei der Einreise auf Corona testen zu lassen. Damit will die isländische Regierung internationalen Touristen eine Alternative zur seit April vorgeschriebenen 14-tägigen Quarantäne nach der Ankunft geben. Kinder sind von den Tests ausgenommen.

Zypern

Urlauber aus Deutschland und zwölf anderen Staaten können ohne Quarantänepflicht auf die Insel fliegen. Sollten sie während des Aufenthalts auf Zypern an den Folgen einer Coronavirus-Infektion erkranken, will die Regierung nach eigener Aussage die Kosten übernehmen.

Ungarn

Deutsche Urlauber können seit dem 7. Juni ohne Einschränkungen in Ungarn einreisen. Viele Hotels haben wieder geöffnet, ebenso Restaurants und Bars.

Kroatien & Slowenien

Beide Länder erlauben Bundesbürgern die Einreise ohne Nachweis von Gründen.

Bulgarien

Das Urlaubsland gestattet Deutschen die Einreise wieder ohne Quarantäne. Restaurants, Cafés, Museen, Kinos und Shoppingmalls sind wieder geöffnet.

Türkei

Für den Nicht-EU-Staat gilt die Reisewarnung des AA bis 31. August. Flughäfen und Hotels bereiten sich dennoch auf ausländische Touristen vor. An Stränden gilt ein Sicherheitsabstand, am Pool gibt es nur abgepackte Handtücher, und in Flughäfen und Hotels werden Wärmebildkameras eingesetzt.

Ägypten

Die Corona-Neuinfektionen stiegen zuletzt deutlich an. Ab 1. Juli will das Land trotzdem einige Urlaubsziele wieder für Touristen öffnen, darunter den Süd-Sinai und das Rote Meer mit den Badeorten Hurghada und Scharm el Scheich. Auch Flughäfen sollen dann wieder öffnen. Dort wird bei Reisenden u. a. Temperatur gemessen, auch ihr Gepäck wird desinfiziert. (dpa)

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