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Reisen Schkola-Schüler bald nach Indien?

Im Schulteil Oberland ist ein Prinz aus dem Bundesstaat Uttar Pradesh zu Gast. Ziel ist eine Schulpartnerschaft.

© Matthias Weber

Von Gabriela Lachnit

Ebersbach-Neugersdorf. Kamlendra Singh Ranawat erzählt von seiner Heimat Indien. Er berichtet von Schulpartnerschaften und dem Wunsch, so eine Beziehung mit der Schkola Oberland zu begründen. Acht junge Männer und Frauen – Schüler der höheren Klassen – sind an diesem schulfreien Tag zur Schkola in Ebersbach gekommen und waren neugierig. Der Gast aus Indien erzählt von sich, dass er zwar ein Prinz sei, aber als solcher keine Befugnisse hätte. Er sei jedoch Ansprechpartner in Sachen Schulpartnerschaften in dem Distrikt, in dem er lebt. Er berichtet von Beziehungen, die eine Schule in Jamoli im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh, etwa 500 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Neu-Delhi, seit Jahren mit Schulen in Europa führt. Darunter mit Bildungseinrichtungen in Finnland und Schweden. Von dort seien bereits mehrfach Schüler in Indien gewesen, und andersherum indische Schüler in diesen beiden Ländern. Eins war für alle gleich: Sie erlebten jeweils einen völligen Kontrast zu ihrer bisherigen Lebensweise. In Indien leben die Menschen einfach. Ihnen stehen wenige Ressourcen zur Verfügung. Und trotzdem sind die meisten sehr glücklich, ausgeglichen, zufrieden und leben im Einklang mit sich selbst. So ein Aufenthalt verändere den Menschen, sagt der Gast aus Indien. Und er rege zum Nachdenken über sich selbst, seine Familie, seine Umwelt und über die Dinge an, die wichtig sind. Kamlendra Singh Ranawat lädt die Schüler ein, das indische Leben kennen und verstehen zu lernen.

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Als Ziel der Partnerschaft benennt der weit gereiste Gast das Entwickeln von Verständnis für den jeweils anderen und von Freundschaften in einer globalisierten Welt. Er erzählt von einem Beispiel: Ein Inder und ein Schwede sind über den Schüleraustausch gute Freunde geworden. Jetzt studieren sie gemeinsam in München.

Ute Wunderlich, die Schkola-Geschäftsführerin, ist am Mittwoch mit Kamlendra Singh Ranawat unterwegs gewesen und hat ihm die Schkola mit ihren Schulteilen vorgestellt. Sie wird jetzt mit Lehrern, Schüler- und Elternvertretungen über die Gründung einer Schulpartnerschaft sprechen und überlegen, wie die zu realisieren ist. Die acht Schüler, die mit dem Prinzen im Gespräch waren, zeigten sich sehr interessiert an einem Schüleraustausch. Der wird frühestens im nächsten Jahr zustande kommen, wobei zunächst indische Schüler für zwei Wochen ins Oberland kommen sollen. Danach reisen Schüler aus der Schkola nach Indien. So können sich das alle Beteiligten vorstellen. Untergebracht sind alle in Familien. Voraussetzung für die Verständigung ist, dass die Schüler englisch sprechen. Frau Wunderlich merkt an, dass bei der Partnerschaft auch die polnischen und tschechischen Partnerschulen der Schkola einbezogen werden sollten.

Zustande gekommen sind die Gespräche zwischen der Schkola und dem indischen Gast durch Familie Gülde aus Friedersdorf. Jens Gülde und sein 15-jähriger Sohn Hans, der die Schkola in Ebersbach besucht, waren im vergangenen Jahr im Rahmen eines Seminars in Indien und lernten dort in Jamoli die Schule kennen. Sie waren sehr beeindruckt von der modernen Bildungseinrichtung, an der rund 1 800 Schüler im Alter zwischen vier und 18 Jahren lernen. „Das Bildungsprofil der Schule ähnelt dem der Schkola“, erklärt Jens Gülde. Kamlendra Singh Ranawat zeigte sich schon vor einem Jahr interessiert an einer Partnerschaft mit der Schkola. Als er jetzt in München weilte, machte er den Abstecher und reiste ins Oberland.