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Reiter suchen Weg-Anschluss

Reiten. Hoch zu Ross ist es auf Straßen oft gefährlich. Spezielle Reitwege gibt es in den Wäldern, z.B. auch in der Massenei.

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Von Iris Hellmann

Kleinröhrsdorf. Für das Reiten im Wald gilt nach Angaben des Staatsbetriebs Sachsenforst die gesetzliche Vorschrift, dass dies nur auf speziell gekennzeichneten Wegen erfolgen darf. Die Frage für Hobby-Reiter lautet nun: „Wie soll man hoch zu Ross vom Stall bis zu den speziell gekennzeichneten Reitwegen im Wald gelangen?“

Um den Reitern vom „Gut Heinrichshof“ aus einen Anschluss an die Reitwege im Massenei-Wald zu gewährleisten, sollen in Kleinröhrsdorf nach Auskunft von Großröhrsdorfs Bürgermeisterin Kerstin Ternes (parteilos) noch einige Reitwege außerhalb des Waldes ausgewiesen werden. Die Wege führen jedoch über Privatland und somit ist die Zustimmung der Eigentümer erforderlich.

Bereits Einigung erzielt

Mit einigen privaten Grundstückseigentümern haben sich die Reiter bereits einigen können. Gegen eine jährliche Abgabe dürfen die Reiter mit ihren Pferden nun ein Wegstück über diese private Flächen vom Gestüt aus in Richtung Wald nutzen, sagte Kristin Müller. Die Dresdnerin hat sich gemeinsam mit weiteren Freizeitreiterinnen, die oft in Kleinröhrsdorf ausreiten, um eine Regelung bemüht. Auf öffentlichen Straßen und Wegen außerhalb des Waldes ist das Reiten und Fahren mit Kutschen übrigens nach der Straßenverkehrsordnung (StVO) gestattet. Doch aus Gründen der Sicherheit, insbesondere wenn Kinder reiten, sei dies keine wirkliche Alternative, sagt Kristin Müller.

Für das letzte Stück Richtung Wald hinter den Bahnschienen gebe es allerdings noch keine Einigung, so Kristin Müller. Es handele sich dabei um ein kleines Stück Wiese von etwa zwanzig Metern, über das die Reiter müssen, wenn sie in den Wald und damit zu den speziell ausgewiesenen Reitwege wollen. Diese sind mit einem weißen Schild mit schwarzem Pferdekopf gekennzeichnet. Auf diesen Wegen ist das Reiten gegen eine Abgabe gestattet. Diese Abgabe muss an die untere Forstbehörde entrichtet werden, und zwar pro Jahr und pro Pferd, mit dem auf den Wegen geritten wird. Auch eine befristete Genehmigung für vier Wochen ist erhältlich.

Karte wird noch erstellt

Eine Karte der Wald-Reitwege ist dagegen derzeit leider nicht zu bekommen. Nach Auskunft von Klaus Jost vom Forstbezirk Neustadt ist vorgesehen, eine entsprechende Karte ins Internet zu stellen. Wer wissen möchte, wo man im Wald reiten darf, könne sich an die jeweiligen Revierförster wenden. Die seien die richtigen Ansprechpartner und könnten Auskunft darüber geben, wo in ihrem Revier Reitwege angelegt sind.

Das Weg-Anschluss-Problem der Kleinröhrsdorfer Reiter kennt Klaus Jost schon lange und es ist nicht das einzige, sagt er: „Mit Reitwegen gibt es viele Probleme.“ So habe es schon einmal einen Versuch gegeben, im Wald einen Reitweg auszuweisen. Dies sei bei einigen Wanderern auf Widerspruch gestoßen. Zwar ist Wandern auf den ausgewiesenen Reitwegen nicht verboten, aber man müsse dort mit entsprechenden Konsequenzen rechnen, zum Beispiel mit entgegenkommenden, eventuell unruhigen Pferden und Pferdeäpfeln. „Im Schadensfall hat hier der Reiter wohl bessere Karten“, so Klaus Jost.