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Wirtschaft

So viele freie Stellen gibt es in Sachsen

Der Arbeitsmarkt im Freistaat ist nahezu leer gefegt. Die besten Chancen auf Wechsel und damit auf höhere Gehälter hat vor allem eine Berufsgruppe.

© Julian Stratenschulte/dpa

Dresden. Die gute Konjunktur zeigt Wirkung: Sächsische Betriebe haben allein im vergangenen Jahr mehr als 110.000 Stellenangebote gemeldet. Neben den freien Stellen, die wegen Renteneintritts nachbesetzt werden müssen, sind auch zusätzliche Stellen entstanden, für die Mitarbeiter gesucht würden, sagt Frank Vollgold, Sprecher der Arbeitsagentur in Sachsen.

Derzeit sind fast 38.000 freie Stellen bei den elf sächsischen Arbeitsagenturen und Jobcentern gemeldet. 85,1 Prozent dieser Arbeitsverhältnisse können in Vollzeit und fast 89,6 Prozent unbefristet besetzt werden. Die meisten freien Stellen gibt es in Leipzig. Insgesamt suchen Betriebe dort mehr als 7.600 Mitarbeiter. Danach folgen die Regionen Dresden, Bautzen und der Vogtlandkreis mit jeweils etwa 3.300 offenen Stellen.

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Die meisten Stellen gibt es bei Zeitarbeitsfirmen. Einen hohen Bedarf haben daneben Betriebe aus dem verarbeitenden Gewerbe, dem Gesundheits- und Sozialwesen, dem Bereich Autohandel und Kfz-Reparatur, dem Baugewerbe, den freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen und dem Gastgewerbe. 

Trotzdem gebe es „keinen allgemeinen, flächendeckenden oder branchenübergreifenden Fachkräftemangel in Sachsen“, sagt Frank Vollgold. „Jedoch ist der Arbeitsmarkt in einigen Berufen nahezu leer gefegt.“ Fachkräfte werden nach Angaben der Arbeitsagentur vor allem in den Berufen Klempner und Werkzeugmacher gesucht. Es dauert durchschnittlich mehr als sieben Monate, um einen neuen Mitarbeiter zu finden. Auch Elektriker, Altenpfleger, Schweißer, Metallbauer, Lackierer und Friseure fehlen.

Ein Grund ist die deutlich gesunkene Zahl der Arbeitslosen, so Vollgold. Standen im Jahr 2005 noch 44 arbeitslose Menschen einer freien Stelle gegenüber, waren es im vergangenen Jahr nur noch drei. Dazu kommt, dass 49 Prozent der Arbeitslosen im Helferbereich arbeiten wollen oder können, aber nur 15,5 Prozent der Stellen in diesem Bereich zu besetzen sind. Anders sieht das bei Facharbeitern aus. Dort gibt es statistisch für jede freie Stelle nur zwei Bewerber. Eine Lösung sei das Thema Qualifizierung, so Vollgold. Dafür stehen jedes Jahr mehr als 100 Millionen Euro zur Verfügung.

Auch auf dem Ausbildungsmarkt fehlen Tausende Bewerber. Im Mai meldeten die Betriebe noch mehr als 10.500 freie Ausbildungsstellen. Derzeit sind etwa 8.400 Schüler auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Besonders viele freie Lehrstellen gibt es für die Berufe Kaufmann im Einzelhandel sowie im Büromanagement, Industriemechaniker, Mechatroniker, Lagerlogistiker oder Koch.

Stellenangebote aus Sachsen finden Sie hier.

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