merken
PLUS Weißwasser

Rekord-Investitionen im Muskauer Park

In den nächsten vier Jahren fließt so viel Geld wie noch nie. Wo kommt es her, wo geht es hin?

Die Alte Brauerei Bad Muskau – hier soll 2021 die Fassade fertig ein. Der Freistaat Sachsen investiert 1,5 Millionen Euro in dieses Projekt.
Die Alte Brauerei Bad Muskau – hier soll 2021 die Fassade fertig ein. Der Freistaat Sachsen investiert 1,5 Millionen Euro in dieses Projekt. © Sabine Larbig

Bad Muskau. Die Rüstung am Gebäudekomplex Alte Brauerei/Niederländischer Hof in der Berliner Straße steht seit einigen Wochen und Bauarbeiter sind vor Ort. Hier werden dieses Jahr allein 1,5 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm für Nationale Städtebau-Projekte in Fassadengestaltung und Dacheindeckung investiert. Laut Cord Panning, Geschäftsführer der Fürst-Pückler-Stiftung Bad Muskau, wird die Fassade nach ihrer Rekonstruktion „spannend und ein Hingucker“ sein, da sie aus kunsthistorischer Sicht ein Meilenstein preußischer Architektur des 19. Jahrhundert sei.

Gebaut wird 2020 auch an den Brücken im fürstlichen Park sowie an Badehaus oder Musikpavillon im Badepark. Selbst in den nächsten vier Jahren wird es im Welterbe-Park von Bad Muskau zahlreiche Baustellen geben. Bereits in seiner Sitzung Ende Mai beschloss der Stiftungsrat einen Investitionsplan für den Zeitraum bis 2024. Rund 32 Millionen Euro sollen dann unter anderem in die Fertigstellung der Gebäude im Badepark sowie das Kavalierhaus neben dem Schloss fließen. Letzteres soll bis 2024 fertig sein. Nachdem es von 2011 bis 2013 denkmalgerecht und nutzungsabhängig saniert wurde – dafür standen zwei Millionen Euro aus dem deutschen Welterbe-Förderprogramm bereit – geht es nun an den Innenausbau, damit im Kavalierhaus ein Besucher- und Bildungszentrum des Unesco-Geoparks Muskauer Faltenbogen einziehen kann.

sz-Reisen
Mit SZ-Reisen die Welt entdecken
Mit SZ-Reisen die Welt entdecken

Bei SZ-Reisen findet jeder seine Traumreise. Egal ob Kreuzfahrt, Busreise, Flugreise oder Aktivurlaub - hier bekommen Sie für jedes Reiseangebot kompetente Beratung, besten Service und können direkt buchen.

„Wir sehen zwischen beiden Unesco-Stätten erhebliche Schnittmengen und Synergieeffekte und haben vereinbart, zu gegebener Zeit über die Zusammenarbeit zu informieren“, blickt Stiftungsrats-Vorsitzender Dirk Diedrichs angesichts der Errichtung des Besucherzentrums im Pückler-Park voraus. Allerdings, sagt er, müsse noch viel mehr Werbung für den Muskauer Faltenbogen gemacht werden. Doch das ist dank der kürzlich erfolgten Gründung des Europäischen Verbunds für territoriale Zusammenarbeit (EVTZ) und der erneuten Zuerkennung des Unesco-Geopark-Prädikats wohl nur eine Frage der Zeit. Denn die Akteure des polnisch-deutschen Verbundes bemühen sich auch darum, möglichst viele Gemeinden aus dem Geopark-Territorium als Mitglieder zu gewinnen – zur nachhaltigen Entwicklung und Vermarktung der einmaligen geologischen Formation.

Abgesehen von derartigen Aktivitäten werden sicher viele der jährlich rund 350.000 Besucher des Fürst-Pückler-Parks ihren Beitrag zu mehr Bekanntheit des Geoparks leisten und ihren Besuch in der Region mit Ausflügen in beide Unesco-Stätten verbinden. .Fest steht indes schon, dass der Ausbau des Kavalierhauses „den größten Investitionsschwerpunkt der nächsten Jahre“ darstellt, wie es der Vorsitzende des Stiftungsrats formulierte. Auch deshalb beteiligt sich an der Sanierung der Bund. Für 2020/2021 hat er 2,7 Millionen Euro zugesichert. Weitere 2,4 Millionen Euro fließen aus Fördertöpfen des nationalen Städtebaus. Der Rest, laut Diedrichs „kein Pappenstiel“, seien Landesmittel.

Mit den geplanten Ausgaben stehen laut Parkdirektor Cord Panning „Rekordjahre“ bevor. Bisher floss mit sechs Millionen Euro in einem Jahr das meiste Geld in den Park. Errichtet wurden so spektakuläre Bauwerke wie das Schloss oder die Doppelbrücke. Dennoch würden, so Panning, die nun jährlich rund acht Millionen Euro sichtbare Spuren hinterlassen. Das sollen und müssen sie: um neue Besucher zu locken und sich im Parkanlagen-Wettbewerb zu behaupten.

Mehr Nachrichten aus Weißwasser und Umland lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Weißwasser