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Rekordjagd im Stadtbad

Beim Schwimmen für Demokratie soll die 500er-Marke geknackt werden. Wenn das Freibad pünktlich fertig wird.

Von Tina Soltysiak

Bei dem derzeitigen nasskalten Wetter und dem kalten Wind denkt wohl niemand an einen Freibadbesuch. Der sächsische Staatssekretär des Innern Michael Wilhelm schon. Gestern ist er nach Döbeln gekommen, um für die Aktion „Schwimmen für Demokratie und Toleranz“ zu werben. Am 14. September sind große und kleine, junge und alte Schwimmer dazu eingeladen, in Döbeln ihre Bahnen zu ziehen. „Ich werde gemeinsam mit dem Oberbürgermeister die ersten schwimmen“, verspricht Wilhelm. Hans-Joachim Egerer quittiert diese Aussage mit einem Nicken. In der Hand hält das Stadtoberhaupt einen glänzenden Pokal. Der geht jährlich auf Wanderschaft. Döbeln ist nach Eilenburg/Oschatz, Zwickau und Plauen Station Nummer vier der Schwimmveranstaltung.

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In der Stiefelstadt sollen Rekorde aufgestellt werden. „Ich erhoffe mir, dass wir dieses Jahr die 500-Teilnehmer-Marke knacken“, so Michael Wilhelm. Schwimmfreunde aus ganz Sachsen werden erwartet. In Plauen traten 420 Schwimmer an, um auf sportlichem Wege ein Zeichen gegen Extremismus zu setzen. Insgesamt 1 060 Kilometer haben sie zurückgelegt.

Juniflut durchkreuzte Pläne

Der Rektor des als „Schule ohne Rassismus – mit Courage“ ausgezeichneten Lessing-Gymnasiums Michael Höhme habe Wilhelm gegenüber bereits angekündigt, dass ein Großteil der Jugendlichen an der Aktion teilnehmen werde. Ein Projektpartner ist der Schwimmverein Döbeln 05. Er hat 170 Mitglieder. Die mussten in der jüngsten Vergangenheit aufgrund der Schließung der Badeanstalt Einschränkungen hinnehmen. Zum Trainieren sind sie nach Riesa gefahren. Die Vorsitzende Simone Jentzsch sagt: „Uns ist trotzdem kein einziges Mitglied abgesprungen.“ Die Döbelner wollen das Zählen der absolvierten Bahnen übernehmen. „Zum ersten Mal werden die Teilnehmer sowohl drinnen als auch draußen schwimmen können“, erzählt Staatssekretär Wilhelm.

Eigentlich sollte das Schwimmfest bereits im vergangenen Jahr in Döbeln ausgerichtet werden. Das Hochwasser hatte den Veranstaltern jedoch einen Strich durch die Rechnung gemacht. Und nicht nur das: Seitdem ist das Freibad geschlossen. Doch die Sanierung ist in vollem Gange. Badchef Lutz Liebmann versichert: „Wir halten am Eröffnungstermin 1. Juli 2014 fest. Das ist ein realistisches Ziel.“

In den kommenden Monaten konzentrieren sich die Bauarbeiten auf die technischen Anlagen, die für den Badbetrieb erforderlich sind. „Die Schaltschränke werden drei Meter höher gesetzt“, erklärt Lutz Liebmann. Im Freigelände sollen außerdem zwei Pumpwerke gebaut werden: eins für das Oberflächenwasser und eins für das Brauchwasser. Am Gebäude, in dem sich die Technik für das Freibad befindet, werden Tür und die Fenster verschlossen. Die Stadtwerke lassen das Gebäude aufstocken, damit die empfindliche Steuerungs- und Messtechnik nach oben verlagert werden kann.

Bis zum Beginn der Freibadesaison muss die Wasseraufbereitung in Ordnung sein. „Die funktionierende Wassertechnik ist das A und O“, sagt Döbelns Oberbürgermeister Egerer. Der Freistaat Sachsen hat den Wiederaufbau mit mehr als 3,1 Millionen Euro unterstützt. Die Verantwortlichen drängen aber auch auf den Bau der geplanten Hochwassermauer an der Mulde, um das Stadtbad noch besser schützen zu können. Die Stadtverwaltung diskutiere intensiv mit der Landestalsperrenverwaltung darüber, hat Hans-Joachim Egerer gestern nochmals bekräftigt.

Das 4. Schwimmen für Demokratie und Toleranz wird am 14. September von 9 bis 17 Uhr veranstaltet. Geschwommen wird im Stadt- und im Freibad. Die Startgebühr beträgt 2 Euro – inklusive Teilnehmer-T-Shirt. Anmeldungen sind in Kürze unter www.doebeln.de möglich.