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Rekordsaison im Saurierpark

Die neuen Attraktionen in Kleinwelka zahlen sich aus. Deshalb soll der Ausbau des Areals jetzt rasch weitergehen.

Von Jana Ulbrich

Es soll ja obercoole Achtjährige geben, die vor lauter Aufregung auf einmal ganz kleinlaut werden. Saurierpark-Chefin Bianca-Diana Dorko schmunzelt: „Je mehr Vorstellungskraft und Fantasie ein Kind hat, umso mehr kann es fühlen, hören, riechen – und schließlich wohl auch hineininterpretieren in die „Vergessene Welt“. Da ist das Saurier-Gelege, das sich so warm anfühlt, als hätte die Sauriermutter nur mal kurz das Nest verlassen. Da ist der Haufen Saurier-Hinterlassenschaft, der stinkt, als wäre er da gerade ganz frisch hingefallen. Da ist die Erde, die unter den Füßen bebt, als ob in diesem Augenblick eine Horde Saurier vorbeitrampelt. Da ertönt lautes Brüllen hinter einem Gebüsch.

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Mit dem neuen Themen-Areal, das nach fast zweijähriger Bauzeit im Frühsommer eröffnet wurde, ist der Beteiligungs- und Betriebsgesellschaft Bautzen (BBB) ein großer Coup gelungen. So lebendig und mit allen Sinnen erlebbar ist das Urzeitleben bisher wohl noch nie und nirgendwo dargestellt worden. Eine halbe Million Euro hat sich die Betreibergesellschaft die neue Attraktion in einem bis dahin noch unerschlossenen Waldstück kosten lassen. Und sieht sich mit einer Rekordsaison in ihrer Investitionstätigkeit bestätigt: 230 000 Besucher zählte der Park bis zum vergangenen Sonntag. Gegenüber den Vorjahren ist das ein deutlicher Sprung um mehr als zehn Prozent.

„Wir sehen uns damit auch in unserem Gesamtkonzept auf dem richtigen Weg“, sagt Bianca-Diana Dorko. Der Bautzener Saurierpark soll weiter wachsen. Der „Vergessenen Welt“ soll nach den Plänen der BBB in drei Jahren die „Ursuppe“ folgen – ein weiteres neues Themengebiet, in dem es um die Entstehung des Lebens aus dem Wasser gehen soll. Auch mit der „Ursuppe“ will sich der Saurierpark in seiner Einzigartigkeit treu bleiben, versichert die Leiterin. „Einen Vergnügungspark mit Fahrgeschäften wird es bei uns auch in Zukunft nicht geben“, sagt Bianca-Diana Dorko. „Wer hierherkommt, wird nicht bespaßt, der wird viel Spaß daran finden, sich selber zu betätigen.“

Die größte Freizeiteinrichtung der Region soll künftig noch weiter an überregionaler Ausstrahlungskraft gewinnen. Schon heute nehmen 40 Prozent der Besucher Anfahrtswege von 100 Kilometern und mehr auf sich. „Wer so weit fährt, erwartet auch, dass sich der Weg zu uns lohnt“, sagt Bianca-Diana Dorko. Der Saurierpark hat sich zum Ganztagsangebot für die ganze Familie gemausert. Und er hat sich neben Umgebindehaus-Landschaft und kulturellen Traditionen zu einem wichtigen touristischen Zugpferd der Oberlausitz entwickelt. „Der Tourismus braucht solche Zugpferde“, ist Bianca-Diana Dorko überzeugt. Deswegen wird es künftig auch weitere überregionale Marketingaktionen geben. Eine Werbe-Kampagne in Berlin habe in dieser Saison schon viel Erfolg gehabt, so Dorko.

In Kleinwelka sehen die Anwohner mit gemischten Gefühlen auf das stetige Wachsen des Freizeitparks. Zum ersten Mal regte sich in diesem Jahr auch öffentlicher Protest gegen die Erweiterungspläne. Unmittelbare Anwohner fürchten um ihre Lebensqualität, wenn mit steigenden Besucherzahlen auch Verkehr und Lärm zunehmen. „Wir verstehen, was die Anwohner bedrückt“, sagt Bianca-Diana Dorko und versichert, dass man die Befürchtungen bei der BBB auch erst nimmt. „Wir werden versuchen, einen Kompromiss zu schließen. Ich bin mir sicher, dass wir den auch finden“, erklärt sie, betont aber auch, dass der Konsens am Ende nicht darin bestehen dürfe, den Freizeitpark nicht weiterentwickeln zu können. – Nächster Schritt der Weiterentwicklung soll der Bau eines neuen Parkplatzes und eines neuen Eingangsgebäudes außerhalb des bisherigen Saurierpark-Geländes sein. Das setzt eine Erweiterung des Bebauungsplans voraus, die der Bautzener Stadtrat noch beschließen muss. „Sobald der Beschuss durch ist, könnten die Bauarbeiten beginnen“, erklärt Bianca-Diana Dorko.

Der neue Parkplatz soll naturnah mit vielen Anpflanzungen gestaltet werden. Auch dies sei schon von vornherein eine Maßnahme, um die Anwohner von Autolärm und Abgasen abzuschirmen. Jede Baugenehmigung setze zudem ohnehin die Einhaltung von Belastungsgrenzwerten voraus. Bisher bewege sich da im Saurierpark alles im gesetzlichen Rahmen.

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