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Döbeln

Rekordspende für den Sonnenstrahl

Fast 1000 Menschen waren im Mai beim Lauf mit Herz auf der Strecke. Die Spender haben ihre Versprechen übererfüllt.

Katrin Niekrawietz (l.) und Ursula Kührig (r.) vom Lessing-Gymnasium haben den Spendenscheck an Antje Herrmann (2.v.l.) und Diana Uhlemann vom Verein Sonnenstrahl übergeben.
Katrin Niekrawietz (l.) und Ursula Kührig (r.) vom Lessing-Gymnasium haben den Spendenscheck an Antje Herrmann (2.v.l.) und Diana Uhlemann vom Verein Sonnenstrahl übergeben. © Jens Hoyer

Döbeln. Beim Lauf mit Herz im Mai waren fast 1000 Läufer in Dreierteams an den Start gegangen. Sie haben dieses Mal eine der höchsten Summen in der 18-jährigen Geschichte des Spendenlaufs erzielt. Die Zahl 27 214 stand auf dem Spendenscheck, den das Lessing-Gymnasium als Organisator an den Dresdner Verein Sonnenstrahl, Förderkreis für krebskranke Kinder und Jugendliche, überreichte. „Viele Spender haben mehr Geld überwiesen, als sie vorher angekündigt haben“, sagte Ursula Kührig, Informatiklehrerin und beim Spendelauf Herrin über die Zahlen.

Im kommenden Jahr feiert der Spendenlauf einen runden Jahrestag. Dann gehen die Läufer zum 20. Mal ins Rennen. „Ihr könnt heute schon mal überlegen, wer mitläuft und wer die Sponsoren sein könnten“, sagte „Cheforganisatorin“ Katrin Niekrawietz bei der Übergabe beim Schulhoffest an der Außenstelle Körnerplatz.

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Los ging das damals als eine schulinterne Veranstaltung, bei der noch vier Bands auftraten, erzählte Katrin Niekrawietz. „56 Teams waren am Start. Wir waren sehr überrascht, als 3 600 Mark zusammenkamen.“ Heute kommt bei der Veranstaltung, umgerechnet in Euro, fast die zehnfache Summe herein. Es beteiligen sich Familien, Firmen, andere Schulen und Kindergärten.

Für den Verein Sonnenstrahl stellt das Geld aus Döbeln die größte Einzelspende überhaupt dar. Es reicht, um die Arbeit des Vereins für rund zwei Wochen zu finanzieren. „Wir brauchen etwa 2000 Euro pro Tag für das, was wir anbieten“, sagte Antje Herrmann, Geschäftsführerin des Vereins Sonnenstrahl. Der Verein kümmert sich um die krebskranken Kinder, die in der Uni-Klinik in Dresden behandelt werden und um deren Eltern und Geschwister.

Im Gästehaus des Vereins gibt es elf Elternzimmer, in denen auch größere Familien untergebracht werden können. Der Verein hat zehn fest angestellt Mitarbeiter, vom Psychologen bis zur Haushälterin. „Es gibt im Bereich Dresden um die 100 Neuerkrankungen pro Jahr. An die Uni-Klinik kommen die schwierigen und komplizierten Fälle“, sagte die Geschäftsführerin.

An der Klinik erfolgt auch die Protonenbestrahlung zur Behandlung des Krebses. Deshalb sind zusätzlich viele kleine Patienten aus Thüringen, Sachsen-Anhalt, Berlin und Brandenburg in Dresden. „Die Behandlung geht über sechs Wochen. Die Kinder und Eltern sind in dieser Zeit permanent bei uns“, sagte die Geschäftsführerin. 

Die Protonenbestrahlung dauert eine Stunde pro Tag. Es bleibt viel Zeit. „Wir haben unsere Musiktherapie weiterentwickelt. Die Therapeutin kommt zu uns ins Haus.“ Der Verein biete den Kindern, die stationär in der Uni-Klinik behandelt werden, neben der Musik- auch Kunsttherapie an. „Wir finanzieren zudem eine Psychologenstelle an der Uni-Klinik.“

Die Aufgaben des Vereins sind vielfältig. Er unterhält eine psychosoziale Beratungsstelle. Mitarbeiter gehen in die Schulklassen erkrankter Kinder. „Es gibt da eine ganz enge Zusammenarbeit mit den Schulen. Wir gehen auf die Ängste der Kinder ein. Wenn die geheilten Kinder zurück in die Klassen gehen, kommen wir ein zweites Mal. Viele von ihnen haben Einschränkungen. Konzentrationsschwierigkeiten sind da ein großes Thema“, sagte Antje Herrmann.

Zwar können Kinder heute oft vom Krebs geheilt werden. Weil Eltern und Geschwister gleichermaßen unter der Situation leiden, gibt es auch ein umfangreiches Nachsorgeprogramm. Regelmäßig organisiert der Verein Sonnenstrahl sogenannte Aktivcamps. „Dort gibt es viele sportliche Aktivitäten. Dabei sammeln die Kinder Selbstvertrauen“, so die Geschäftsführerin.

Nicht immer gibt es einen positiven Ausgang der Krankheit. Deshalb kümmert sich der Verein auch um Familien, die ein Kind verloren haben, so Herrmann. „Einmal im Jahr gibt es ein Wochenende für verwaiste Familien mit 70 bis 80 Personen, an dem das Versterben des Kindes im Mittelpunkt steht. Da sind dann Familien dabei, bei denen das schon Jahre her ist. Von denen profitieren die anderen Familien, weil sie sehen, dass man das schaffen kann und was andere für Rituale haben, um der verstorbenen Kinder zu gedenken.“

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