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Rekord bei Stunde der Gartenvögel

Über 600 Vogelfreunde aus der Region Döbeln haben ihre Ergebnisse schon dem Naturschutzbund gemeldet. Vermisst wurden die Blaumeisen.

Blaumeisen lieben laut Nabu ältere Bäume, sie sind sehr lebhaft und haben einen abwechslungsreichen Gesang. In diesem Jahr machen sie sich allerdings rar in Mittelsachsen.
Blaumeisen lieben laut Nabu ältere Bäume, sie sind sehr lebhaft und haben einen abwechslungsreichen Gesang. In diesem Jahr machen sie sich allerdings rar in Mittelsachsen. © dpa-Zentralbild

Mittelsachsen. Nur sechs Blaumeisen hat Siegfried Reimer am Sonnabend gegen 10 Uhr im Wohngebiet Döbeln Ost 1 gezählt. Deutlich weniger als sonst, sagt der Naturschutzbeauftragte aus der Muldestadt. Eine Tendenz, die sich auch in den ersten vorläufigen Ergebnissen der diesjährigen Stunde der Gartenvögel widerspiegelt.

Um über 30 Prozent ist die Zahl der Blaumeisen 2020 zurückgegangen. Knapp 770 Tiere wurden von den Tierfreunden in Mittelsachsen am Wochenende gezählt. Doch die Zahl ist nicht endgültig. Noch bis zum kommenden Montag können Beobachtungen dem Naturschutzbund (Nabu) mitgeteilt werden. 

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An der Tendenz wird sich aber vermutlich nicht mehr viel ändern. „Die niedrige Zahl an Blaumeisen überrascht negativ – zumal das Blaumeisensterben nicht bis Sachsen vorgedrungen war“, sagt Juliane Dölitzsch, Sprecherin des Nabu Sachsen. Eine genauere Analyse dazu folge später, kündigt sie an.

Wer die Blaumeise bei der Ansiedlung im Garten unterstützen will, der kann einen Meisenkasten aufstellen. Dessen Einflugloch sollte nach Angaben des Nabu einen Durchmesser von 26 bis 28 Millimeter haben. Je Brut sind zwischen sechs bis acht Jungvögel möglich.

Obwohl alle öffentlichen Veranstaltungen zur Stunde der Gartenvögel in diesem Jahr aufgrund der Corona-Krise abgesagt worden sind, zeichnet sich schon jetzt ein Teilnehmerrekord ab. Mit Stand Dienstagmittag haben über 600 Mitwirkende aus dem Landkreis ihre Ergebnisse dem Nabu gemeldet. In den Vorjahren schwankte die Zahl meist bei um die 200 bis 250. Im vergangenen Jahr hatten sich schon rund 340 Vogelfreunde beteiligt. 

In diesem Jahr sind es mit knapp 620 fast doppelt so viele. „Wir gehen schon davon aus, dass sich Corona und dass derzeit viele Menschen zu Hause sind und sich mehr draußen beschäftigen, hier positiv ausgewirkt haben könnte“, sagt die Nabu-Sprecherin. Über die Rekordteilnahme freue sich das Nabu-Team sehr. Es sei als positives Zeichen zu werten, dass sich so viele Menschen für die Natur vor ihrer Haustür interessieren.

Eine Verzerrung der Statistik durch die außergewöhnlich hohe Teilnehmerzahl befürchtet Dölitzsch nicht. „Da in die Auswertung in erster Linie die Anzahl der gezählten Vögel pro Zählendem einfließt“, begründet sie. Auffällig sei aber, dass pro Meldung in diesem Jahr weniger Vögel gemeldet werden.

Am häufigsten gesichtet wurde von den Vogelfreunden in Mittelsachsen während der Aktion der Haussperling. Das war auch bei Reimer so, der seit gut zehn Jahren im Wohngebiet Döbeln Ost 1 den Bestand an Gartenvögeln für den Nabu erfasst. 30 Haussperlinge hat er gezählt. Auf Platz zwei folgt der Star, auf Platz drei die Amsel. Bei Reimer hat sich unter die Top Drei noch der Feldsperling gemischt. Im Vergleich zum Vorjahr wurden trotzdem bisher um die 20 Prozent weniger Stare erfasst, sowie fast 30 Prozent weniger Feldsperlinge. Erfreulich sei die gestiegene Zahl an Mauerseglern, so Juliane Dölitzsch. „Die Zahl war zuletzt deutlich gesunken.“

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