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Rettung für Eschebach?

2018 soll es bei der Landesausstellung in Zwickau ums Thema Industrie gehen. Aber dort gibt es offenbar Probleme. Eine Chance für Radeberg?

© Willem Darrelmann

Von Jens Fritzsche

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Diesmal kocht die Gerüchteküche in Radeberg mit Blick auf das seit Jahren vor sich hin dümpelnde Eschebach-Areal am Bahnhof gleich auf zwei Flammen.

Kein Grün mehr auf dem Eschebach-Areal. Ein Zeichen für baldige Ansiedlungen? Eher nicht, heißt es vom Eigentümer dazu.Kommentar: Die Radeberger haben Eschebach im Blick! © Willem gr. Darrelmann

Zum einen sorgen die Probleme rund um die für 2018 geplante Landesausstellung im westsächsischen Zwickau für reichlich Würze in besagter Gerüchteküche in Radeberg. Das Thema der Landesausstellung wird die Industriegeschichte Sachsens sein, und in Zwickau ist dafür die Sanierung eines großen Ex-Industrie-Gebäudes vorgesehen. Allerdings hatte die westsächsische Stadt jüngst erklärt, den Fertigstellungs-Termin bis Herbst 2017 wohl nicht garantieren zu können. Politiker hatten daraufhin eine Neuvergabe der Landesausstellung gefordert. Und so wuchs nun auch gleich die Hoffnung in Radeberg, der Blick könnte aufs Eschebach-Areal fallen. Hier wartet bekanntlich auch seit Jahren ein imposantes Industrie-Denkmal auf eine neue Nutzung.

Aber der Blick fällt nicht auf Eschebach, sagt Andreas Friedrich. Er ist der Sprecher des für die Landesausstellung zuständigen Kunst- und Wissenschaftsministeriums in Dresden. „Die Region für die Landesausstellung 2018 ist fest definiert, und es ist die Region Westsachsen – Radeberg kann damit also gar nicht ins Spiel kommen“, macht er deutlich.

Baumfällungen lösen Spekulationen aus

Zweiter Grund fürs heftige Kochen in der Radeberger Gerüchteküche waren zum einen Arbeiten an der brüchigen Fassade des über hundertjährigen Hauptgebäudes der einstigen Eschebach-Küchenwerke, und zum anderen wurden auf dem Areal jede Menge Bäume und Büsche gefällt. Zeichen, dass sich hier demnächst etwas tut? Kommt gar der vom Eigentümer des Areals angestrebte Abriss des maroden Hauptgebäudes auf Touren?

Vor Jahren hatte der Thüringer Immobilien-Unternehmer Josef Saller das Eschebach-Gelände ersteigert und wollte hier großflächig Handel ansiedeln. Das allerdings stieß und stößt auf massiven Widerstand bei der Stadt Radeberg, die dadurch ein Ausbluten des Innenstadt-Handels befürchtet. Radeberg sieht das Areal eher als Fläche für Gewerbeansiedlungen. Allerdings gab es bisher kein wirklich großes Interesse ansiedlungswilliger Firmen. Und so sorgten lediglich mehrere Brandstiftungen auf dem Areal für Schlagzeilen – durch die Flammen ist eben auch das einstige Hauptgebäude nun in Teilen derart kaputt, dass ein Wiederaufbau mehrere Millionen Euro kosten würde. Geld, dass Josef Saller aber nicht ausgeben möchte, weil es, wie erwähnt, aktuell keine Nutzer für das Gebäude gebe, wie er regelmäßig erklärt.

Denkmalschutz gegen Abriss

Doch bisher sperrte sich der Denkmalschutz gegen einen Abriss. Und die Arbeiten an der Fassade sind offenbar auch kein Zeichen für einen Abrissstart – vielmehr wurden absturzgefährdete Ziegel und Fensterteile beseitigt. „Aktuell wird hier weder abgerissen, noch irgendetwas gebaut“, stellt Gerd Schneider klar, der bei der Firma Saller fürs Thema Bau zuständig ist. „Und die Baumfällarbeiten auf unserem Gelände hängen einfach damit zusammen, dass durch die Baumschutzsatzung Bäume und Sträucher nur vor der Vegetationszeit beseitigt werden dürfen“, sagt er. Nur bis Ende Februar darf die Säge ran. Und genau das ist jetzt passiert. Mehr passiert aber vorerst wohl nicht.

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