merken
PLUS

Rettung für Gorbitzer Plattenbau-Idylle

Lange war das Heimatmuseum geschlossen. Nun gibt es einen neuen Anlauf. Und Führer, die dabei noch etwas lernen.

© Norbert Neumann

Von Annechristin Bonß

Auf dieser Schulbank haben lange keine Kinder mehr gesessen. Das dunkle Holz ist verschlissen. Bequem ist das sicher nicht. Anna-Panna und Emilia schütteln den Kopf. Da nehmen die Schülerinnen doch lieber auf den Stühlen in ihrem Klassenzimmer Platz. Die historische Schulbank steht in der Heimatstube Gorbitz. Sie gehört zu über 200 Exponaten, die von der Stadtteilgeschichte, aber auch vom dörflichen Leben am Rand Dresdens erzählen.

Anzeige
Ihre Berufserfahrungen sichtbar machen
Ihre Berufserfahrungen sichtbar machen

Der neue „ValiKom Transfer“ - Alle Verfahren der IHK Dresden und Handwerkskammer Dresden wurden bisher erfolgreich beendet!

Mitte der 1980er-Jahre wurde die Sammlung gegründet, Anfang der 90er-Jahre wurden dann die Exponate umgelagert. Seitdem hat die Heimatstube in der 135. Grundschule am Amalie-Dietrich-Platz ihren Sitz. Lange hatten sich Ehrenamtliche darum gekümmert, gefördert durch ein Programm der Stadt. Doch mit dem Ausbleiben der Mittel blieb die Heimatstube für interessierte Gäste geschlossen. Nur die Kinder aus der Schule guckten noch vorbei. Nun gibt es einen Neustart. Vor wenigen Wochen hat sich Petra Werchan des kleinen Museums angenommen. Die 54-Jährige unterrichtet an der Schule und bietet alle zwei Wochen ein Ganztagsangebot an. Neun Schüler machen mit. Zunächst haben sie einen Katalog erstellt. Neben der Schulbank gehören landwirtschaftliche Geräte, historische Bilder und Dokumente sowie Relikte aus der Entstehung des Stadtteils zur Sammlung. Auch das Originalmodell, mit dem der neue Stadtteil damals geplant wurde, steht hier sowie ein Stück der Rohwasserleitung aus Holz, die einst von Obergorbitz bis ins königliche Schloss führte. „Das Stück von 1584 ist unser ältestes Exponat“, sagt Petra Werchan. Ihre Schüler lernen nun die Geschichten der einzelnen Exponate kennen. Ihr Wissen sollen sie später bei Führungen weitergeben. Nicht nur Klassen aus anderen Schulen sollen sich hier umsehen und die Geschichte von Gorbitz erfahren. In den Ferien kommen Hortgruppen. Die Senioren vom Heim nebenan haben ebenfalls schon die Schätze der Heimatstube erkundet. Interessenten können sich in der Woche zum Besuch in der Schule anmelden. Auch einen regelmäßigen Öffnungstag soll es wieder geben.

Information und Anmeldung unter 4112900