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Pirna

Rettungsdienst jetzt schneller

Nach sechs Jahren Planung kann Lohmen sich über eine eigene Rettungswache freuen.

Einweihung der Wache: Landrat Geisler,  Matthias Czech und Alexander Penther vom ASB Neustadt, Bürgermeister Mildner und Landtagsabgeordneter Michel.
Einweihung der Wache: Landrat Geisler, Matthias Czech und Alexander Penther vom ASB Neustadt, Bürgermeister Mildner und Landtagsabgeordneter Michel. © Norbert Millauer

Innerhalb von zwölf Minuten muss ein Rettungswagen in Sachsen beim Hilfebedürftigen angekommen sein. Diese Frist konnte in der Region Lohmen bisher nur in 80 bis 90 Prozent der Fälle eingehalten werden.

„Im Jahr 2014 konnte der Rettungsdienst innerhalb von Lohmen diese Hilfsfristen nur zu 91,6 Prozent erfüllen. Pflicht ist aber ein Prozentsatz von 95“ , sagt Lohmens Bürgermeister Jörg Mildner (CDU). „Deshalb haben Alexander Penther, Geschäftsführer des ASB-Ortsverbandes Neustadt, und ich seit Jahren darum gekämpft, in Lohmen eine Rettungswache einrichten zu können. 2013 haben wir uns dazu das erste Mal getroffen.“

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Nach vielen Verhandlungen wurde im Februar beschlossen, in Lohmen eine Rettungswache zu etablieren. Seit Donnerstag ist sie fertig. Das alte Gemeindeamt auf der Basteistraße 79, in dem auch die Sparkasse früher untergebracht war, wurde umgebaut. Jetzt sind hier zwei Rettungssanitäter stationiert, denen auf 58 Quadratmetern zwei Räume zur Verfügung stehen. Außerdem ist natürlich ein einsatzbereites Rettungsfahrzeug vor Ort.

Wohin mit dem Tresor?

Die beiden ASB-Sanitäter arbeiten ab dem 1. Juli im Zwölf-Stunden-Dienst von 6 bis 18 Uhr. Somit können die Hilfsfristen für die Ankunft des Rettungswagens von zwölf Minuten auch in der Gemeinde Lohmen mit dem Basteigebiet eingehalten werden.

„Die Umgestaltung der Räume im alten Gemeindeamt war gar nicht so einfach“ , erzählt der Bürgermeister. Dort mussten alle Überbleibsel der Sparkasse entfernt werden, darunter auch Gitter und zwei Tresore. „Der kleine Tresor war kein Problem. Er wog rund 400 Kilogramm. Aber der große war wirklich eine Herausforderung“ , berichtet Jörg Mildner. „Wir hatten ihn schon mehreren Bürgern zum Kauf angeboten, unter der Bedingung, dass sie ihn selbst abholen“, lacht er. Grund: Der Tresor mit den Maßen 150 mal 90 mal 80 Zentimeter wiegt zwei Tonnen. „Wir fanden niemanden, der ihn haben wollte. Und nach langer Überlegung haben wir den Zwei-Tonnen-Tresor am 21. Dezember letzten Jahres für 1 000 Euro abtransportieren lassen. Er steht nun an einem Ort, den ich nicht verrate. Und wir als Gemeinde nutzen ihn.“

Kompletter Umbau

Nach der Aktion wurden im Gebäude die Fenster erneuert, eine neue Heizung installiert, die Sparkassenbereiche umgebaut und die elektrotechnische Anlage erneuert. Dafür hat die Gemeinde 38 000 Euro in die Hand genommen. Der ASB mietet die Räume nun bei der Gemeinde als neue, moderne Rettungswache. Zur Eröffnung am 27. Juni kamen unter anderem Landrat Michale Geisler (CDU), der Landtagsabgeordnete Jens Michel (CDU), Alexander Penther, ASB-Geschäftsführer des Ortsverbandes Neustadt, und einige Gemeinderäte.

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