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Görlitzerin produziert Klopapier-Keks

Mit den Einnahmen wird der Tierpark unterstützt. Hilfsaktionen wie diese gibt es viele in der Stadt. Beispielsweise von Rewe für die Görlitzer Tafel.

Diana David zeigt im Goethe-Back ihren selbst kreierten Keks in Form einer Klopapierrolle.
Diana David zeigt im Goethe-Back ihren selbst kreierten Keks in Form einer Klopapierrolle. © Nikolai Schmidt

Eigentlich wollte Diana David an die Sache mit dem Klopapier nicht ran. Es ist ja schon irgendwie makaber. Aber Freunde drängten die Betreiberin von Goethe-Back auf der Görlitzer Alex-Horstmann-Straße, doch „mal was zum Thema Klopapier zu machen“, das sich seit Ausbruch der Corona-Krise ja als wahrer Luxusartikel erweist.

„Also habe ich ein paar Klopapier-Kekse kreiert, meine Freunde waren quasi die Versuchsobjekte“, sagt die junge Frau. Weil das bei denen so gut ankam, werden die besonderen Kekse jetzt praktisch in Serie hergestellt. 80 Stück hat sie vergangene Woche produziert, 300 plant sie diese Woche. Für kreatives Backen ist die zweifache Mutter bekannt. Seit einigen Jahren schon denkt sie sich immer neue Keksfiguren aus, vor allem für Kindergeburtstage. Sie stellt die entsprechenden Ausstechfiguren selbst her.

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Für den Keks gibt jeder, was er denkt

Mit ihrer neuesten Kreation, den Klopapier-Keksen, will sie Spenden sammeln. „Ich selbst habe das Glück, weitermachen zu können. Trotzdem macht mich die aktuelle Situation auch hilflos, weil ich weiß, dass viele vor dem Nichts stehen. Ich möchte da unbedingt etwas tun.“

Wohin sie das Geld spenden möchte, weiß sie auch schon: an den Görlitzer Tierpark, den sie so gern mit ihren drei und sechs Jahre alten Kindern besucht und der durch Corona ebenfalls in schwere finanzielle Nöte geraten ist. „Für die Menschen gibt es verschiedene Hilfen, aber die Tiere sind außen vor“, sagt sie. Einen Preis haben ihre Kekse übrigens nicht, jeder kann geben, was er möchte. Oder anders: Jeder, der etwas spendet, bekommt dafür einen Keks.

Lebensmittel für 1.700 Euro

Etwas tun wollte auch Benjamin Geschwill, Inhaber des Rewe-Marktes in Görlitz-Rauschwalde. Und so spendete er am Montag  Lebensmittel im Wert von etwa 1.700 Euro an die Görlitzer Tafel. Am Montag holten Vereinsmitglieder die Spende ab. Die haltbaren Lebensmittel wie Konserven, Nudeln und Nudelsoßen, aber auch frisches Obst und Gemüse, kann die Tafel jetzt an Bedürftige abgeben. „Ich habe von der vorübergehenden Schließung der Tafel gehört, weil sie keine Lebensmittel mehr bekam“, sagt Geschwill. Sobald die Möglichkeit besteht, will ich helfen, dachte er sich vor wenigen Wochen. 

Spendenübergabe an die Görlitzer Tafel: Rewe Marktleiter Benjamin Geschwill übergibt eine Lebensmittelspende an Marion Bürger (rechts), Vorsitzende der Görlitzer Tafel und ihre Stellvertreterin Angelika Baer (links).
Spendenübergabe an die Görlitzer Tafel: Rewe Marktleiter Benjamin Geschwill übergibt eine Lebensmittelspende an Marion Bürger (rechts), Vorsitzende der Görlitzer Tafel und ihre Stellvertreterin Angelika Baer (links). © Nikolai Schmidt/Archiv

Regale füllen sich langsam wieder

Nun hat er wieder genügend Haltbares vorrätig. Wegen der erhöhten Nachfrage blieben manche Plätze in den Regalen nämlich zeitweise leer. Die Lieferanten kamen gar nicht nach. Doch jetzt ist wieder alles ausreichend im Angebot. Die Kunden müssten nicht befürchten, dass es wegen der Spende an die Tafel zu Engpässen im Geschäft komme, betont Geschwill. In den ersten zwei Wochen der Corona-Krise stieg auch bei Rewe in Görlitz der Umsatz erheblich. 

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Dann stagnierte er und normalisierte sich. „Jetzt ist er sogar unter das normale Maß gefallen“, erklärt der Geschäftsinhaber. Wer schon zehn Kilo Nudeln zu Hause habe, brauche eben nicht noch ein elftes Kilo, erläutert er mit einem Augenzwinkern. Offenbar zeichnet sich ein ähnlicher Trend in anderen Lebensmittelmärkten ab. Deswegen hat Benjamin Geschwill die Hoffnung, dass seine Spende Nachahmer findet. „Es gibt mehrere große Lebensmittel-Ketten in Görlitz, vielleicht gibt es bald auch von dort eine Spende für die Tafel“, sagt er.

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