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Rewe und DM kommen nach Ebersbach

Das neue Einkaufszentrum an der Goethestraße wird jetzt gebaut. Auch in Neugersdorf gibt es Pläne für ein neues Center. Dafür ist aber noch einiges zu klären.

Symbolfoto
Symbolfoto ©  dpa

Vom ehemaligen Aldi in Ebersbach ist nur noch ein Schutthaufen übrig. Das große Gebäude, in dem sich weitere Geschäfte, eine Zahnarzt- und eine Physiotherapie-Praxis befanden, ist abgerissen. Christoph Geiger ist der Investor, der hier ein neues, größeres Einkaufszentrum bauen will. Der Münchner bestätigt, dass es nach dem Abriss jetzt nahtlos mit dem Neubau des neuen Centers weitergeht. Er rechnet damit, dass bis zum Sommer der Rohbau stehen wird, im Frühjahr 2020 soll das neue Gebäude laut Plan fertig sein. Es wird in etwa genauso groß sein, wie das alte, sagt Christoph Geiger. "Nur moderner und schöner, nicht so ein Klotz."  Laut Geiger wird das neue Ensemble aus drei Baukörpern bestehen. Mieter für die Flächen hat er bereits. Die Drogeriekette DM, Rewe und der Textildiscounter Kik, der auch schon vorher am Standort war, werden einziehen. "Das steht schon fest", so Christoph Geiger.  

Nicht nur hier tut sich was im Oberland in Sachen Handel. In der jüngsten Vergangenheit sind etliche Baupläne laut geworden. SZ fasst zusammen was noch alles geplant ist.

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Das Einkaufscenter am Unteren Kirchweg/Goethestraße in Ebersbach ist weg. 
Das Einkaufscenter am Unteren Kirchweg/Goethestraße in Ebersbach ist weg.  © Matthias Weber

Neubau-Pläne in Neugersdorf

Jüngst wurde bekannt, dass die Edeka-Gruppe auf dem Areal hinter Stadt Zittau in Neugersdorf ein Center bauen will, in dem neben Edeka auch ein Aldi-Markt einziehen soll. Edeka Nordbayern-Sachsen-Thüringen hat einen Entwurf für die Fläche erstellen lassen. Die Einkaufsmärkte sollen rund 1.800 und 1.000 Quadratmeter groß sein. Der Stadtrat hat jetzt entschieden, dass ein Änderungsverfahren für den bestehenden Bebauungsplan in diesem Gebiet auf den Weg gebracht wird. Denn nach den aktuell geltenden Regelungen für Bebauung im Bereich der Hauptstraße wäre ein solcher Neubau nicht möglich. Der Bebauungsplan muss geändert werden, um Baurecht herzustellen. Das ist nun angeschoben, es handelt sich aber um ein langwieriges Verfahren. Ob und wann gebaut werden könnte, ist noch völlig offen. Aus diesem Grund äußert sich die Edeka-Gruppe auch noch nicht weiter zu den Plänen. Auch, was dann aus dem bestehenden Edeka in Neugersdorf würde, lässt das Unternehmen offen. Die Aldi-Zentrale bestätigt, dass ihr der Standort zur Miete angeboten worden ist.  Man halte den Standort für attraktiv und prüfe diese Möglichkeit derzeit intensiv. Axel vom Schlemm, Manager für Unternehmenskommunikation bei Aldi, verweist aber ebenfalls auf das noch laufende Planungs- und Genehmigungsverfahren. Auch einen Aldi gibt es aber in Neugersdorf bereits. Was wird dann aus diesem Markt im Spreequell-Center nur wenige hundert Meter weiter? Man verfolge für Ebersbach-Neugersdorf auch künftig eine Ein-Markt-Strategie, äußert der Konzern auf diese Nachfrage. Heißt: zwei Aldi-Märkte in der Stadt wird es nicht geben.  

Für die Fläche hinter Stadt Zittau gibt es Pläne: hier soll ein neues Einkaufszentrum entstehen. 
Für die Fläche hinter Stadt Zittau gibt es Pläne: hier soll ein neues Einkaufszentrum entstehen.  © Rafael Sampedro

Derartige Pläne haben nicht nur Befürworter. Kritiker fürchten, dass solche großen Märkte im Zentrum die kleinen Läden weiter kaputtmachen und dem Stadtbild nicht gut tun. Die Stadt Ebersbach-Neugersdorf möchte nun ihren Teil zur Handelsentwicklung beitragen und ein Einzelhandelskonzept erstellen lassen. Ein solches Konzept analysiert Lage und Gegebenheiten in der Stadt, stellt fest, welche Angebote fehlen, woher die Kunden kommen und ermittelt viele weitere Fakten rund um den Handel. Die Bauvorhaben der verschiedenen Investoren hatten die Stadtverwaltung dazu bewegt, zu ermitteln, was überhaupt gebraucht wird und für eine Stadt in der Größe von Ebersbach-Neugersdorf empfehlenswert ist. So will man auch vermeiden, dass es womöglich zu viele Märkte gibt und gar nicht genügend Kunden für das große Angebot da sind. Andererseits soll die Nahversorgung gewährleistet sein, schließlich ist die Oberlandstadt Versorger für das Umland - und auch die Kunden aus Tschechien spielen eine Rolle. Wie das alles zusammenpasst, das sollen nun Experten ermitteln. Ein Auftrag für ein Einzelhandelskonzept ist aber noch nicht vergeben. Bürgermeisterin Verena Hergenröder geht davon aus, dass es sechs bis neun Monate dauern wird, bis das Konzept fertig ist. Weil eben mehrere Investoren in den Startlöchern stehen, will die Stadt das jetzt zügig vorantreiben. 

In Oppach ist Aldi auf der Suche

Auch in Oppach will Aldi sich vergrößern. Das ist hier schon seit Jahren Thema. Eigentlich hatte der Discounter sich auch schon für eine Fläche entschieden. Der neue Standort sollte direkt neben dem alten sein, hinter der Go-Tankstelle. Die Gemeinde hatte auch alle Vorbereitungen getroffen, damit Aldi hätte bauen können. Der Bereich ist als Gewerbegebiet deklariert worden, der Bebauungsplan steht, so Bürgermeisterin Sylvia Hölzel (parteilos). Doch dann habe Aldi sich umentschieden. Der Discounter wolle aber in Oppach bleiben, wie Sprecher Axel vom Schlemm der SZ jetzt bestätigte. Der alte Markt ist jedoch für das neue, modernere Aldi-Konzept nicht mehr geeignet. Das sieht breitere Gänge, mehr Platz und ein größeres Angebot vor. "Wir sind grundsätzlich an einer neuen Lösung für Oppach interessiert", so Axel vom Schlemm. Daher prüfe  man im Ort alle Optionen. Weitere Infos dazu kann das Unternehmen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht geben. Auch die Bürgermeisterin weiß noch nicht, wie es weitergeht. Man sei weiter im Gespräch mit dem Unternehmen. 

Spreequell-Center hält an Erweiterung fest

Das Spreequellcenter in Neugersdorf will erweitern. Bereits vor drei Jahren stellten die Eigentümer Karl-Wilhelm Deerberg und Eckhard Unruh die Pläne vor. Auslöser war damals, dass Aldi, der Mieter auf dem Gelände ist, mehr Platz wollte. "Wir haben seit der Eröffnung 1991 stetig erweitert", blickt Karl-Wilhelm Deerberg zurück. Neben dem "Kaufhaus an der Spreequelle" gibt es zahlreiche eingemietete Geschäfte im Center, vom Bäcker über den Blumenladen bis zu Drogeriemarkt und Textildiscounter. An den Erweiterungsplänen halten die Eigentümer fest, wie Karl-Wilhelm Deerberg jetzt der SZ bestätigte. Auch, wenn in den vergangenen drei Jahren nichts Sichtbares passiert ist, wird im Hintergrund weiter daran gearbeitet. Damit ein entsprechender Bebauungsplan aufgestellt werden kann, der dann auch Grundlage für die Baugenehmigung ist, mussten die Eigentümer allerhand Gutachten beibringen. "Außerdem ist es uns gelungen, ein zusätzliches Grundstück in der Nachbarschaft mit 10.000 Quadratmetern zu erwerben", erklärt Deerberg. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass auch andere Mieter mehr Platz benötigen: Rossmann sowie der Frischemarkt mit Bäcker, Fleischer, Blumen, Obst, Gemüse. Mit der zusätzlichen Fläche soll für das alles mehr Platz geschaffen werden - und auch für einen größeren Discounter. Ob das weiterhin Aldi sein wird, ist noch offen. Wenn Aldi nicht bleiben wolle, sehe er auch andere Alternativen, so Deerberg. Sobald der Bebauungsplan fertig ist, wird der Entwurf den Bürgern in einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt, kündigt Karl-Wilhelm Deerberg an. 

Das Spreequellcenter in Neugersdorf soll erneut erweitert werden. 
Das Spreequellcenter in Neugersdorf soll erneut erweitert werden.  © Matthias Weber

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