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Rewe will auf das Hydraulikgelände

Der Eigentümer hält an Marktplänen fest – auch gegen Widerstände in Dippoldiswalde.

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© Egbert Kamprath

Von Franz Herz

Dippoldiswalde. Wer auf der B 170 von Schmiedeberg nach Dippoldiswalde fährt, kommt an der Ruine der ehemaligen Hydraulik vorbei. Dabei gewinnen die Autofahrer schon einmal einen schlechten Eindruck von der Dippoldiswalder Innenstadt. Wie lange wird das noch so bleiben? Drei Jahre lang galt dort eine Veränderungssperre, die der Stadtrat 2013 verhängt hatte. Die ist allerdings ausgelaufen, ohne dass die Stadt eine neue Planung für das Hydraulik-Gelände abgeschlossen hätte. Es gibt jetzt also wieder Chancen auf Bewegung in der Auseinandersetzung um das Hydraulik-Gelände.

Der Stadtrat hat im Januar einen Entwurf für einen Bebauungsplan verabschiedet, in dem er allerdings die Wünsche des Eigentümers deutlich beschnitten hat. Hier ist der Stand der Dinge unklar. Oberbürgermeister Jens Peter (Freie Wähler) spricht davon, dass die Planung derzeit in der Abstimmung mit den Trägern öffentlicher Belange sei. Davon weiß aber der Eigentümer der Fläche, Manfred Salzmann, nichts. Und er müsste ja auch angehört werden. Das Landratsamt, das mit verschiedenen Abteilungen etwas dazu zu sagen hätte, war nur an einer frühzeitigen Anhörung im Februar und März beteiligt. Das Verfahren scheint zu ruhen. Manfred Salzmann scheint das nur logisch. Eine Planung voranzutreiben und dabei Kosten zu verursachen, mit der er als Eigentümer nicht leben kann, wäre Geldverschwendung.

Er verfolgt weiter das Ziel, auf dem Hydraulik-Gelände einen großen Rewe-Markt mit rund 1 800 Quadratmeter Fläche anzusiedeln und daneben kleinere Fachmärkte. Die Fachmärkte mit einer Größe bis 799 Quadratmeter könnte er jetzt schon bauen. Die Veränderungssperre ist abgelaufen. Ein gültiger Bebauungsplan, der etwas anderes vorsieht, existiert bisher nicht, und das Gelände liegt im Innenbereich, wo prinzipiell Baurecht besteht. Jedoch liegt Salzmann vor allem daran, die Fläche für einen neuen Rewe-Markt anzubieten. Dieses Ziel wird jetzt auf zwei Schienen weiter verfolgt, wie er informiert. Er versucht selbst, Baurecht zu bekommen. Und Rewe würde sich auch bemühen, das eigenständig zu klären.

Das bestätigt auch Magdalena Killinger, Sprecherin der Rewe-Niederlassung Ost in Teltow. „Wir sind an dem Standort interessiert und weiterhin bemüht, dort in Zukunft einen Rewe-Markt zu eröffnen. Da wir uns aber noch in der Verhandlungsphase befinden, kann ich Ihnen leider keine näheren Details zu der weiteren Planung sagen.“ In Dippoldiswalde gibt es Bedenken, dass die Innenstadt weiter verödet, wenn sich an der B 170 mehrere Fachmärkte ansiedeln. Deswegen wendet sich vor allem der Handels- und Gewerbeverein gegen die Marktpläne an der B 170. Doch das Ladensterben in der Innenstadt ist jetzt schon deutlich zu beobachten, während an der Hydraulik bisher Ruinen stehen und irgendwelche Fachmärkte noch Zukunftsmusik sind. Salzmann hat schon untersuchen lassen, welche Branchen auf dem Hydraulikgelände Platz finden könnten, ohne den kleinen Händlern rings um den Markt zu schaden.

„Das jetzige Ladensterben in Dippoldiswalde hat ganz andere Ursachen“, sagt Salzmann. Die Innenstadt müsste stärker belebt werden. Er ist in der Vermarktung der Bochumer Innenstadt engagiert und hat für Dippoldiswalde auch schon angeboten, im Stadtmarketing aktiv zu werden. Aber diese Angebote sind in Dippoldiswalde auf kein Echo gestoßen.