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Richterin macht kurzen Prozess

Weil ein Roßweiner nicht zur Verhandlung erscheint, muss er in Haft. Ihm wird unter anderem sexueller Missbrauch vorgeworfen.

Ein wegen sexuellen Missbrauchs Angeklagter kam nicht zur Verhandlung vor dem Amtsgericht. Nun muss er ins Gefängnis.
Ein wegen sexuellen Missbrauchs Angeklagter kam nicht zur Verhandlung vor dem Amtsgericht. Nun muss er ins Gefängnis. © dpa

Döbeln. Ein 21-jähriger Roßweiner sollte sich am Mittwoch wegen sexuellen Missbrauchs eines 13-jährigen Mädchens vor dem Amtsgericht verantworten. Außerdem soll er das Mädchen längere Zeit versteckt haben. Deshalb wird ihm auch Entziehung Minderjähriger zur Last gelegt.

Mehrere Zeugen, zwei Jugendschöffen, Staatsanwalt Thomas Reglitz, Verteidiger Thomas H. Fischer sowie eine Vertreterin der Jugendgerichtshilfe des Landratsamtes Mittelsachsen waren zur Verhandlung erschienen. 

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Vom Angeklagten fehlt jedoch jede Spur. Die vorsitzende Richterin Marion Zöllner wartete zunächst die obligatorische Viertelstunde ab, ob sich der 21-Jährige vielleicht doch noch im Gericht einfindet.

Eine Entschuldigung habe sie von dem Roßweiner nicht erreicht. Die Ladung des Angeklagten zu der Verhandlung am Mittwoch sei form- und fristgerecht erfolgt.

Weil der Angeklagte auch nach etwa 20 Minuten nicht eingetroffen war, ordnete die Richterin in Absprache mit dem Staatsanwalt dessen Vorführung durch die Polizei an. „Roßwein ist ja nicht so weit weg“, sagte sie.

Angeklagter nicht aufzufinden

Doch auch dieser Versuch schlug fehl. Nach etwa einer Stunde geduldigen Wartens verkündete Marion Zöllner: „Die Polizei hat den Angeklagten an seiner gemeldeten Wohnadresse und auch im näheren Umfeld nicht auffinden können.“

Der Staatsanwalt beantragte deshalb, Haftbefehl gegen den 21-Jährigen zu erlassen, dem gab die Richterin statt.

Der Angeklagte werde nun per Haftbefehl gesucht und ins Gefängnis gebracht. „Beim nächsten Verhandlungstermin wird er direkt aus der Haftanstalt ins Gericht gebracht“, so Marion Zöllner.

Bei den Zeugen bedankte sie sich ausdrücklich für ihre Geduld. „Es kommt nicht häufig vor, dass wirklich alle geladenen Zeugen vor Gericht erscheinen. Ich hoffe, dass das auch beim nächsten Verhandlungstermin gegen den Roßweiner der Fall ist. Dann können wir sicher sein, dass auch der Angeklagte da ist“, sagte sie.

Ein neuer Verhandlungstermin steht noch nicht fest.

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