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Richtfest am Krankenhaus

Die neue Kinder- und Frauenklinik in Bautzen nimmt Gestalt an. Doch noch ist viel zu tun.

Von Stefan Schramm

Kurz vor 14 Uhr hievte am Mittwoch ein Kran die Richtkrone hinauf zum Dach. Damit feierten auf den Tag genau zwei Jahre nach dem ersten Spatenstich rund 200 Gäste den Abschluss des Rohbaus eines 37-Millionen-Euro-Projekts, das zwar etwas versteckt in einem Hinterhof steht, aber für die Versorgungssicherheit in der Stadt und ihrem Umland enorm wichtig ist: Der dritte Bauabschnitt des Bautzener Krankenhauses liegt voll im Soll, sowohl in zeitlicher als auch finanzieller Hinsicht. Er umfasst die Kliniken für Kinder- und Jugendmedizin sowie für Frauenheilkunde und Geburtshilfe.

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„Erstmals erhalten die beiden Kliniken einen eigens dafür konzipierten Neubau“, freut sich Kinderkrankenschwester Bettina Schüller, die die Akut- und Aufnahmestation leitet. An die Stelle der Altbauten, die mit ihren Mehrbettzimmern sowie zentralen Waschräumen und Toiletten längst nicht mehr zeitgemäß seien, tritt ein moderner Viergeschosser mit Zweibettzimmern mit Dusche und WC als Standard. Und mit kürzeren Wegen, denn nicht nur 7 500 Quadratmeter Funktionsfläche entstehen neu, sondern bereits bestehende Bauten werden auf diese Weise direkt miteinander verbunden. „Für Patienten, Pflegekräfte und Ärzte wird sich dadurch viel verbessern“, prognostiziert Landrat Michael Harig (CDU), der hervorhob, dass der Hauptauftrag für den Neubau an das Bautzener Unternehmen Hentschke ging und damit in der Region geblieben sei.

Doch bis zur Eröffnung, die in anderthalb Jahren vorgesehen ist, bleibt noch eine Menge zu tun. Dachdecker dichten das Gebäude ab, der Fassadenbau ist angelaufen. Auch der Innenausbau hat gerade erst begonnen. Haustechnikfirmen installieren Heizungs-, Sanitär- und Elektroanlagen sowie das System zur Versorgung mit medizinischen Gasen, teilte Oberlausitz-Kliniken-Sprecher Steffen Lahode mit.

Die unterste Etage, das Gartengeschoss, soll unter anderem die Ver- und Entsorgung aufnehmen. Dazu gehören eine neue Verteilküche, die eventuell schon vorm eigentlichen Fertigstellungstermin des Gebäudes in Betrieb gehen kann, sowie Personalspeiseraum und Cafeteria. Die öffnet sich zum Patientenpark in Richtung Flinzstraße, wo eine stattliche Blutbuche steht. Außerdem finden dort die Zentralsterilisation und die Transfusionsmedizin, ein Labor sowie Konferenz- und Technikräume ihren Platz. Im Erdgeschoss werden neben Ärztezimmern auch Untersuchungs- und Behandlungsräume sowohl für stationäre als auch ambulante Patienten untergebracht. Zudem werden sich dort der zentrale OP-Trakt, nicht weit davon entfernt der Kreißsaal und auch der Zugang zur Zentralen Rettungsstelle befinden.

Im ersten Obergeschoss ziehen die Bettenstationen der Kinder- und Jugendmedizin ein. „Damit für die Kleinsten der Wehmut leichter verstreicht, dass sie nicht nach Hause zu ihren Eltern können, wird ihnen dort eine große vorgelagerte Dachterrasse zum Spielen zur Verfügung stehen“, kündigt Architekt Hans Peter Haid an. Sie soll von jedem Patientenzimmer aus zu betreten sein. Das zweite Obergeschoss enthält die gynäkologische Station, die Entbindungsstation sowie einen Früh- und Neugeborenenbereich. Und in der obersten Etage kommen eine geriatrische Station und Räume für die Ergotherapie unter.

Die vom Landkreis Bautzen getragenen Oberlausitzkliniken investieren knapp 12,1 Millionen Euro in das Neubauprojekt. Der Freistaat bringt zusätzlich 25,2 Millionen Euro an Fördermitteln ein.