merken
PLUS

Richtfest am Weißen Adler

In einer Woche wird am ehemaligen Gasthof gefeiert. Dort entstehen altersgerechte Wohnungen.

Immer wieder hat das imposante Bauwerk auf der Bautzner Landstraße für Mutmaßungen gesorgt. Vor allem die langwierigen Arbeiten am Dach kommentierten Anwohner gern damit, dass der Bau nun wohl zum Stillstand gekommen sei. Doch weit gefehlt. Am kommenden Donnerstag wird Richtfest am ehemaligen Gasthof mit Tanzsaal gefeiert. Ende des 19. Jahrhunderts entstand das heutige Gebäude, dessen Turmform in den Jahren zuvor sehr variierte. Bis 1940 war es eines der bekanntesten Wirtshäuser der Umgebung, sogar König Friedrich August III. (1865–1932) war oft zu Gast. Nun erlebt das Haus seinen zweiten Frühling. Allerdings nicht mehr als Ausflugsgaststätte, in deren Saal die Paare über das Parkett schweben. Vielmehr entstehen darin 32 Wohnungen, 28 davon barrierefrei. Das Konzept: Senioren können Pflege und Betreuung dazu buchen. Auch ein Friseur, eine Physiotherapie und eine Zahnarztpraxis werden an der Bautzner Landstraße untergebracht sein.

Eigentlich sollte das Bauwerk bereits Mitte dieses Jahres fertig werden. Doch inzwischen ist klar, dass sich der Termin um ein Jahr verschiebt. „Wir rechnen in der ersten Hälfte des kommenden Jahres mit der Fertigstellung“, sagt Uwe Preusse, der den Bau im Auftrag der Eigentümer betreut.

Anzeige
Wer wird Juniormeister im Handwerk?
Wer wird Juniormeister im Handwerk?

Mehr als ein Praktikum: Im Projekt Juniormeister können Schüler ihr Wunschhandwerk hautnah kennenlernen und sich ausprobieren.

Die Nachfrage nach den seniorengerechten Wohnungen ist bereits riesig. Immer wieder rufen Interessenten bei Preusse an. „Aber ich möchte erst Mietverträge schließen, wenn die Wohnungen auch besichtigt werden können“, sagt der Baubetreuer. Dies wird erst zu Beginn 2015 möglich sein.

Wenn auf der Spitze des Hauses alles fertig gebaut und gedeckt ist, kann die Sanierung im Inneren weitergehen. Dazu zählt vor allem die Holzdecke, die in den Mittelteil des Gebäudes eingebaut wurde. Zu ihr und vielen anderen historischen Details sind immer wieder Abstimmungen mit dem Denkmalschutz nötig. Diese Zusammenarbeit funktioniert laut Preusse gut. Eine der Auflagen war, das Dach mit Schiefer zu decken.

Doch für den Bauherren muss das Geforderte immer auch gut nutzbar sein. Denn was vor 100 Jahren funktional gewesen ist, kann heute schon lange nicht mehr funktionieren. (SZ/kh)