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Richtfest für neues Radeburger Wohnquartier

Das Seniorenheim und die Häuser fürs betreute Wohnen sind im Rohbau fertig. Zum Jahresende beginnt der Bau von Wohnungen für Familien.

Seit der Grundsteinlegung Ende Februar sind erst gut fünf Monate vergangen. Da Corona auf den Bau am Hofwall kaum Auswirkungen hatte, konnte am Mittwoch Richtfest am künftigen Seniorenpflegeheim gefeiert werden.
Seit der Grundsteinlegung Ende Februar sind erst gut fünf Monate vergangen. Da Corona auf den Bau am Hofwall kaum Auswirkungen hatte, konnte am Mittwoch Richtfest am künftigen Seniorenpflegeheim gefeiert werden. © Norbert Millauer

Radeburg. Bei 30 Grad im Schatten und gleißender Sonne kam den Bauleuten die kleine Unterbrechung am zeitigen Mittwochnachmittag gerade recht. Wobei die zum Richtfest für das neue Wohnquartier auf dem Gelände des einstigen Radeburger Ritterguts gereichten kühlen Getränke deutlich stärker nachgefragt waren als die zwar lecker aussehenden, aber frisch am Spieß gebrutzelten Brathähnchen.

Nach dem Baustart zur Jahreswende und der Grundsteinlegung Ende Februar ist nun ein weiterer wichtiger Abschnitt des großen Bauvorhabens geschafft. In das neue Stadtviertel investiert die Hentschke Bau GmbH aus Bautzen als Entwickler und Bauherr rund 30 Millionen Euro.

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Im ersten Bauabschnitt entsteht neben einem Seniorenpflegeheim und drei Häusern für betreutes Wohnen ein weiteres Gebäude, in dessen Erdgeschoss eine Arztpraxis einziehen soll. In den beiden Etagen darüber wird es Wohnungen für Mitarbeiter der Michael Bethke Leben & Wohnen GmbH geben. Die Firma ist der künftige Betreiber des Heimes und des betreuten Wohnens.

In dem Heim soll Platz für 93 Bewohner sein. Die 57 barrierefreien Ein- bis Dreiraumwohnungen des betreuten Wohnens werden eine Größe zwischen 42 bis 60 Quadratmetern haben. Wie Volker Böhme, Prokurist der Hentschke Bau GmbH sagte, soll der erste Bauabschnitt im September/Oktober nächsten Jahres an den Betreiber übergeben werden.

Das künftige Pflegeheim ist das große Gebäude links. Daran schließen sich in der Mitte die drei Häuser für das betreute Wohnen an. In dem vierten Gebäude im Vordergrund sollen eine Arztpraxis und Mitarbeiterwohnungen untergebracht werden. Rechts die vier
Das künftige Pflegeheim ist das große Gebäude links. Daran schließen sich in der Mitte die drei Häuser für das betreute Wohnen an. In dem vierten Gebäude im Vordergrund sollen eine Arztpraxis und Mitarbeiterwohnungen untergebracht werden. Rechts die vier © Hentschke Bau

Bis dahin haben die Bauleute allerdings noch gut zu tun. Für den Rohbau der fünf Gebäude wurden bereits rund 3.000 Tonnen Beton verarbeitet und fast 10.000 Quadratmeter Mauerwerk errichtet, zählte Böhme auf. Eingebaut werden müssen noch 650 Fenster und etwa 1.000 Türen. Und schließlich sind im Zuge des Innenausbaus auch rund 30.000 Quadratmeter Wand- und Deckenflächen zu tapezieren und zu streichen.

In einem zweiten Bauabschnitt, der Ende dieses Jahres starten soll, wie der Hentschke-Prokurist auf SZ-Nachfrage sagte, sind dann vier Mehrfamilienhäuser geplant, die Menschen aller Generation ein neues Zuhause bieten sollen. „Vor allem haben wir bei Wohnungsgrößen zwischen 90 und 110 Quadratmetern aber junge Familien im Blick.“ Geplant sind hier 32 Wohnungen. „Alles was unter der Erde liegt, ist bereits fertig. Auch die Straße im hinteren Teil entsteht gerade“, so Volker Böhme weiter. Als Bauzeit gibt er für diese Wohnungen rund anderthalb Jahre an.

Die Straße, mit der das neue Wohngebiet erschlossen wird, heißt laut Stadtratsbeschluss übrigens kurz und knapp „Gut“. In Anlehnung an das frühere Rittergut und einer auf alten Karten gefundenen Bezeichnung für das Gebiet. Insgesamt werden dort neun dreigeschossige Gebäude errichtet, die mit Ausnahme des Pflegeheims alle ein begrüntes Flachdach bekommen.

Sowohl für die Wohnungen des betreuten Wohnens, diese werden in Regie des Betreibers vergeben, als auch für die Familienwohnungen gibt es bereits zahlreiche Interessenten. „Für die Häuser im zweiten Bauabschnitt haben wir schon fast so viele Bewerber wie Wohnungen“, sagt Böhme.

Zur Höhe der künftigen Mietpreise wollen sich derzeit aber weder Anja Seyfert, Prokuristin der Michael Bethke Leben & Wohnen GmbH noch Volker Böhme festlegen. Da sei man noch am Kalkulieren.

Die ersten Mitarbeiter für das Heim, vor allem für die Leitung, sind aber bereits gefunden, so Seyfert. Da das Unternehmen auch eine Einrichtung in Dresden betreibt, wurden diese vor allem dort gefunden. „Einige der derzeitigen Mitarbeiter, die in Radeburg wohnen, können dann künftig hier arbeiten.“ Insgesamt werden in der Zille-Stadt 70 bis 75 Mitarbeiter benötigt.

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