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Großenhain

Richtfest für wohlgeratenes Zwillingspaar

Die Wohnungsgenossenschaft Großenhain konnte an ihren zwei Neubauten die Richtkrone aufziehen. Fünf Millionen werden hier investiert.

Richtfest bei der Wohnungsgenossenschaft auf der Weßnitzer Straße. Der Richtkranz konnte nicht mit dem Kran nach oben gezogen werden. Das stürmische Wetter mache dem einen Strich durch die Rechnung.
Richtfest bei der Wohnungsgenossenschaft auf der Weßnitzer Straße. Der Richtkranz konnte nicht mit dem Kran nach oben gezogen werden. Das stürmische Wetter mache dem einen Strich durch die Rechnung. © Anne Hübschmann

Großenhain. Die Richtkrone an den beiden Neubauten der Wohnungsgenossenschaft gegenüber dem Wohngebiet Kupferberg hängt auf halber Höhe. Das hat nichts zu bedeuten. "Der böige Wind macht es unmöglich, sie wie geplant mit dem Kran nach oben zu bringen, da zerschellt sie nur", sagt Thomas Schippmann beim Richtfest.  Doch dem feierlichen Akt tut das keinen Abbruch. Die Wohnungsgesellschaft wird mit den Neubauten, deren Rohbau nun abgeschlossen ist, ihren Bestand um einiges verjüngen. "Die meisten unserer 1.325 Wohnungen sind aus den 60er Jahren, als die Genossenschaft entstand", weiß Vorstand Kathrin Philipp. Nach dem Ersatzneubau an der Bobersbergstraße 26 vor vier Jahren sind das schon die nächsten Neubauten. Für die Vertreterin des Verbandes der sächsischen Wohnungsgenossenschaften zeigt das, dass die Genossenschaften attraktive Vermieter sind, die von außen neue Mitglieder gewinnen. 431 Neubauten gibt es derzeit im sächsischen Verband. Die Großenhainer Wohnungsgesellschaft - so wird beim Richtfest zu hören sein - konzentriert sich dagegen auf die Erhaltung ihres Altbestandes.  

Die Vorstände und Verwaltungsräte der Wohnungsgenossenschaft schlagen den symbolischen letzten Nagel in einen provisorischen Dachstuhl.
Die Vorstände und Verwaltungsräte der Wohnungsgenossenschaft schlagen den symbolischen letzten Nagel in einen provisorischen Dachstuhl. © Foto: Kathrin Krüger-Mlaouhia

Es sei 2017 aber keine einfache Entscheidung gewesen, das Land von der Stadt zu kaufen, heißt es. Immerhin fünf Millionen Euro als Investition sind ein gewisses Risiko. "Und es gibt Handwerkermangel", so Vorstand Thomas Schippmann. Dennoch stimmte der Aufsichtsrat der Genossenschaft - bestehend aus Norbert Wieckhorst, Jochen Leubner und Rainer Müller - zu. Nun hat die Genossenschaft gute Aussichten, über 80 Prozent der Wohnungen sofort zu vermieten, wenn sie im Frühjahr nächsten Jahres fertiggestellt sind. Schon begann der Innenausbau. Rund 100 Vertreter der Gewerke -  von der Baugesellschaft Großenhain (BGG), die den Rohbau fertigte, die Architekten, Ingenieure, Statiker und Geschäftspartner - waren zum Richtfest gekommen. Georg Wolf, ehemaliger Geschäftsführer der BGG, verlas den Richtspruch. Er lobt das "wohlgeratene Zwillingspaar".

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Seit August 2019 wurden circa 1.500 Kubikmeter Erde bewegt, circa 2.230 Quadratmeter Kalksandstein-Mauerwerk gesetzt, 1.100 Kubikmeter Beton gegossen und 130 Tonnen Bewehrungsstahl verarbeitet. 29 attraktive Einheiten entstehen. "Unsere Altwohnungen können wir nicht immer so anbieten, wie heute von den Mietern gewünscht", weiß Thomas Schippmann. Hier kann die Genossenschaft nun bei Bädern oder Balkonen modernen Ansprüchen gerecht werden. Die Lage am Kupferberg ist auch ideal. Die Genossenschaft ist zudem stolz, dass überwiegend Großenhainer Firmen am Bau beteiligt sind. "Der Termin- und Kostenplan wird bisher eingehalten, die Bauzeit sogar stellenweise unterschritten", freut sich Vorstand Schippmann.   

"Eigentlich ist es Brauch, dass der Bauherr beim Richtfest den letzten Nagel in den letzten Dachsparren einschlägt", zitiert er die Tradition. Aber der letzte Dachsparren sei meist versteckt worden, die Zimmerleute handelten deshalb mit dem Bauherren diejenige Menge Bier aus, die er spendieren musste, um den gesuchten Balken herbeizuschaffen. "Der Bauherr wurde dann rittlings auf den Sparren gesetzt und von den Zimmerleuten dreimal um den Neubau getragen. " Heute scheitere es schon daran, dass es keine Dachsparren auf diesem Bau mehr gibt - ein provisorischer Dachstuhl tut es auch. "Und eine Bauherrin und vier Bauherren - das wäre schon eine arge Last und wohl auch kein pures Vergnügen für die Herumgetragenen. 

Für die Nachbarn in der Gartensparte hat Vorstand Schippmann eine gute Nachricht: "Der Lärm- und Staubpegel wird nun mit der Ausbauphase abnehmen. Bis Jahresende ist dann hoffentlich das Gröbste überstanden."