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Richtfest mit Bolzenschussgerät

Im Gewerbegebiet Straßgräbchen investiert die Stematec Umformtechnik 1,2 Millionen Euro in einen Hallen-Komplex.

© Ralf Grunert

Von Ralf Grunert

Straßgräbchen. Beim Richtfest am Neubau eines Produktions- und Lagerhallenkomplexes der Firma Stematec Umformtechnik im Gewerbegebiet Straßgräbchen war weit und breit kein Holzbalken zu sehen. Ersatzweise trieb Firmenchef Stephan Bathow den symbolischen letzten Nagel mit einem Bolzenschussgerät in einen Stahlträger, an dem nach dem Richtspruch auch die Schnapsgläser zu Bruch gingen und an dessen Spitze die obligatorische Birke thronte.

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Mangels eines Holzbalkens wurde der symbolische letzte Nagel vom Unternehmenschef Stephan Bathow in einem Stahlträger versenkt – mittels Bolzenschussgerät.
Mangels eines Holzbalkens wurde der symbolische letzte Nagel vom Unternehmenschef Stephan Bathow in einem Stahlträger versenkt – mittels Bolzenschussgerät. © Ralf Grunert

Bisher wurden auf einer Fläche von 2 800 Quadratmetern rund 100 Tonnen Stahl als Unterkonstruktion für den Hallenkomplex verbaut, erfuhren die Gäste des Richtfestes. Darunter war der gerade rechtzeitig aus dem Kurzurlaub zurückgekehrte Bernsdorfer Bürgermeister Harry Habel. Der freute sich nicht nur über diese erste Ansiedlung im Gewerbegebiet Straßgräbchen, sondern vor allem auch darüber, dass hier eine ortsansässige Firma expandiert. Das hatte die im Jahre 2015 gegründete Stematec Umformtechnik auch dringend nötig, wie Stephan Bathow wissen ließ. Er und sein Bruder Martin sind die Firmeneigner. Ihre Vornamen sind Bestandteil der Wortschöpfung Stematec. Die Firma, die sich dahinter verbirgt, hat drei Jahre lang in einer größeren Garage in Bernsdorf produziert. Dort ist sie längst an räumliche Grenzen gestoßen. Zuerst habe man überlegt, eine Halle zu mieten. Da aber im Raum Bernsdorf kein passendes Objekt zu haben war, fiel vor etwa eineinhalb Jahren die Entscheidung, neu zu bauen. Das Gewerbegebiet war dafür ideal, weil in Sichtweite zweier weiterer Firmen der Straßgräbchener Unternehmer-Familie Bathow gelegen. Nun steht der Rohbau. Das Stahlskelett wird in den nächsten Wochen hinter Wänden verschwinden und ein Dach bekommen. Beides wird von der eigenen Dachdeckerfirma realisiert. Im September soll der Einzug beginnen. Die Inbetriebnahme ist für Ende des Jahres ins Auge gefasst. Das Investitionsvolumen für den Hallenkomplex beträgt 1,2 Millionen Euro.

Die Stematec Umformtechnik, so war von Stephan Bathow zu erfahren, ist – vereinfacht gesagt – ein Kunststofffertigungsbetrieb, der vor allem Komponenten für den Dachbau produziert. Hervorgegangen ist er aus der Zusammenarbeit zwischen dem Dachdeckerbetrieb Bathow und dem in Bernsdorf ansässigen Dachfolienproduzenten Bauder. Inzwischen hat sich Stematec zum Exklusiv-Hersteller spezieller Anschlussteile für Bauder gemausert. Darüber hinaus ist das Unternehmen in der Lage, Kunststoff-Komponenten in Sondermaßen zu produzieren, was auch andere Abnehmer verstärkt zu schätzen wissen.

Mit Andreas Bathow hielt sich der Vater und Patriarch der Familien-Unternehmungen, die insgesamt rund 50 Mitarbeiter zählen, beim Richtfest etwas im Hintergrund. Seine Augen leuchteten aber vor Begeisterung. „Da kann man nur stolz sein, dass das so weitergeht“, meinte der gestandene Unternehmer, der schon vor ein paar Jahren begonnen hat, sich schrittweise aus der Leitung seiner Firmen zurückzuziehen. Bürgermeister Harry Habel zollte ihm dafür Respekt. „Man muss auch den Mut haben, die Kinder einzubeziehen und loszulassen. Man sieht ja, was sich daraus entwickelt.“ Und mit Blick auf die Zusammenarbeit zwischen den Firmen fügte er hinzu, dass dies ein tolles Beispiel für die Vernetzung des einheimischen Handwerks sei, von der alle Beteiligten profitieren.